USA: Wegen Rassismus – Bundesstaat Washington schafft Todesstrafe ab

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Exekutionskammer in den USA (Foto: Screenshot Youtube)

Im nordwestlichen US-Bundesstaat Washington ist die Todesstrafe abgeschafft worden. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates hatte sie zuvor für verfassungswidrig erklärt. Zur Begründung hieß es, sie werde oft willkürlich verhängt. Entsprechende Urteile seien in der Vergangenheit zudem oft von rassistischen Vorurteilen geprägt gewesen.

Kritisiert hatten die Richter die Anwendung der Todesstrafe, weil sie oft vom Ort des Verbrechens, sowie von Wohnort und Herkunft des Verurteilten abhänge. Dadurch sei sie nicht verfassungskonform.

Zur Zeit wären in dem nordwestlichen Bundesstaat acht Verurteilte von ihrer Hinrichtung bedroht gewesen. Die Urteile gegen sie werden nun in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.  Die bislang letzte Hinrichtung in dem Bundesstaat hatte 2010 stattgefunden.

Damit ist Washington nun der 20. US-Bundesstaat, in dem die Todesstrafe abgeschafft wurde. Jedoch war sie bereits in den Jahren 1972, 1979 und 1981 für verfassungswidrig erklärt worden. Zur Folge hatte das jeweils, daß neue Gesetze erlassen wurden.

Washingtons Gouverneur Jay Inslee bezeichnete das aktuelle Urteil als einen bedeutenden Schritt hin zu einer „fairen Rechtsprechung“. Der demokratische Politiker hatte bereits 2014 einen Aufschub für die Vollstreckung von Todesurteilen verfügt. (ME)

Kommentar:

Bravo! Zwar wäre wünschenswert gewesen, daß grundsätzliche Überlegungen zu den Grenzen irdischer Gerechtigkeit für die Abschaffung dieser Barbarei ausschlaggebend gewesen wären; aber Hauptsache, sie ist abgeschafft. Weitere Schritte sollten folgen. Angesichts der Tatsache, daß jedes Leben nur ein Leben lang andauert, sollte man in den USA von der selbstgerechten Albernheit Abstand nehmen, Verurteilte zu „mehrfach lebenslänglich“ plus X-Jahren zu verurteilen. Die Praxis, Verurteilte zu „mehrfach lebenslänglich“ zu verurteilen, ist nichts anderes als der hässliche Beweis für kniefieselige Selbstgerechtigkeit. Ein entspannter  Christenmensch kann darauf vertrauen, daß der Herr am Tag des Jüngsten Gerichts „richten wird die Lebenden und die Toten“, was ihn der selbsterniedrigenden Dringlichkeit enthebt, auf Teufel komm raus selber „final gerecht“ sein zu wollen. Gerade in „gods own country“ sollte diese Einsicht möglich sein. Die Mißachtung des fünften Gebots durch einen Mörder wird nicht dadurch aufgehoben, daß man ihr eine zweite Mißachtung hinterherschiebt. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes im Bundesstaat Washington könnte daher wegweisend sein, wenn sie nicht mit „Rassismus“ begründet worden wäre. Ihre Ächtung ist aus Gründen der kulturellen Selbstachtung notwendig. (ME)

 

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