Rücktritt verlangt: Merkels Afrika-Beauftragter als „Rassist“ geoutet

Der frühere Bürgerrechtler Günter Nooke ist heute Afrika-Beauftragter der Bundesregierung. Foto: Screenshot Youtube

Weil er einen Afrikaner über Afrika zitiert hat, soll der Afrika-Beauftragte der Kanzlerin, Günter Nooke, als „Rassist“ gefeuert werden. Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler koordiniert bisher dort die deutsche Strategien. Grund für die Empörung: Nooke hatte gesagt, die Kolonialzeit habe nicht nur Schlimmes gebracht, sondern auch „dazu beigetragen, den Kontinent aus archaischen Strukturen zu lösen“.

Grüne, Linke und SPD erkennen darin eine „rassistische Äußerung“. Nooke müsse sofort entlassen werden. Außerdem verlangen sie eine Klarstellung der Bundesregierung. Wenn diese die Ansichten Nookes nicht teile, „dann muss sie Nooke entlassen“, sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete und Afrika-Expertin Kirsten Kappert-Gonther. Das von Nooke gegebene Interview „strotzt vor rassistischen Stereotypen“, sagte sie.

Nooke hatte der „B.Z.“ zu den Folgen der Kolonialzeit in Afrika gesagt: „Es gibt schon Nachwirkungen. Schlimm waren die Sklaventransporte nach Nordamerika. Auf der anderen Seite hat die Kolonialzeit dazu beigetragen, den Kontinent aus archaischen Strukturen zu lösen. Experten, auch Afrikaner, sagen: Der Kalte Krieg hat Afrika mehr geschadet als die Kolonialzeit.“

Laut „Tagesspiegel“ werfen auch sogenannte „Afrika-Aktivsten“ in Deutschland Nooke nun „Rassismus und Geschichtsrevisionismus“ vor. Der SPD-Abgeordnete Christoph Matschie sagte dem Blatt: „Zu sagen, der Kalte Krieg war schlimmer als die Kolonialzeit, ist absurd.“

Dass eine differenzierte Betrachtung der Kolonialzeit nicht möglich ist, ohne einen Furor auszulösen, hätte Nooke in dem Hetzjagd-Klima eigentlich ahnen können. Er ruderte dann auch sofort zurück und versicherte, er habe die Kolonialzeit nicht relativieren wollen. Er habe lediglich ein Zitat des britisch-sudanesischen Unternehmers Mo Ibrahim wiedergegeben; die Aussage, dass der Kalte Krieg schlimmer als die Kolonialzeit gewesen sei, habe er sich nicht zu eigen machen wollen.

Die Grünen-Abgeordnete Kappert-Gonther meint nun sogar, dass „der alleinige Verweis“ auf die „Sklaventransporte nach Nordamerika“ einer Relativierung der deutschen und europäischen Kolonialverbrechen gleichkomme. Sie sagte, durch Nookes Aussagen würden Verbrechen der Kolonialzeit „massiv relativiert“. Zu behaupten, der Kontinent Afrika habe von der Kolonialzeit sogar profitiert, sei „zutiefst geschichtsrevisionistisch“.

Außerdem erhebt sie den inzwischen üblichen Pauschalvorwurf: „Das ist Wasser auf die Mühlen der AfD.“ Wenn die Bundesregierung Nooke unterstütze, widerspreche dies ihrer erklärten Afrika-Politik. Nooke sei „seiner Position nicht würdig.“ (WS)

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