Linkes Schmierentheater geht nicht auf: Hubertus Knabe klagt gegen Kündigung

Hubertus Knabe muss gehen (Bild Hohenschönhausen: Anagoria; CC BY 3.0; siehe Link
Hubertus Knabe muss gehen (Bild Hohenschönhausen: Anagoria; CC BY 3.0; siehe Link)

Berlin – Das linke Schmierentheater rund um die Kündigung des Leiters der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen scheint sich zum Bumerang für den Mitinitiator, Klaus Lederer, Berlins linken Kultursenator zu entwickeln. Vor einer Woche protestierten DDR-Bürgerrechtlerinnen gegen die Entlassung. Am Donnerstag legten drei Mitglieder des Stiftungsbeirates aus Protest ihr Amt nieder. Am Donnerstag kündigte der geschasste Hubertus Knabe an, Klage gegen seine Kündigung einzulegen.

Hubertus Knabe hatte die Gedenkstätte Ende September nach einer Sondersitzung des Stiftungsrates verlassen müssen. Als Grund wurde benannt, dass Knabes Vize-Direktor, Helmuth Frauendorfer, Mitarbeiterinnen über Jahre hinweg sexuell belästigt haben soll und Knabe darauf nicht angemessen reagiert habe. „Führungsversagen“ und „aktives Wegschauen“wurden dem – für linke Seilschaften – mehr als unbequemen Historiker vorgeworfen. Insbesondere Berlins Kultursenator, der Sozialist Klaus Lederer (Die Linke)  sowie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) dürften es geradezu begrüßt haben, den unbequemen aber hoch erfolgreichen Knabe per Hauruck-Rauswurf nach 17 Jahren losgeworden zu sein.

Knabe machte sich Feinde

Hubertus Knabe hatte im Herbst 2016 kritisiert, dass ein Linke-Politiker wieder Kultursenator werden sollte. Lederers Partei habe immer noch ein positives Verhältnis zur DDR und könne schwerlich Verantwortung tragen für die Aufarbeitung des SED- Unrechts. Berlins Kultursenator ist qua Amt zugleich Vorsitzender des Stiftungsrates der von Bund und Berlin finanzierten Gedenkstätte, die aus dem früheren zentralen Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit hervorging und an politische Willkür und Unrecht erinnern soll.

Im selben Jahr attackierte Knabe Anetta Kahane, die Chefin der linken- bis linksextremistischen Amadeu-Antonio-Stifung massiv. In einem Gastbeitrag im Focus unter der Überschrift „Stasi-IM als Netz-Spionin?“ klärte Knabe über die ehemalige Stasi-Zuträgerin auf. Nach exklusiver Einsicht der Stasi-Akte der Vorsitzenden der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane, erhob Knabe Vorwürfe gegen Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). Es sei unverständlich, wieso das damalige Bundesjustizministerium ausgerechnet Kahanes Stiftung für eine sensible Aufgabe wie die Kontrolle des Internets herangezogen habe, so Knabes Vorwurf.

Ebenfalls dürfte es dem linken Berlin wenig gefallen haben, dass Knabe  die Gedenkstätte zur Aufklärungsstelle über Linksextremismus gemacht hatte. Der Bundestag hat in den Haushalt – angeblich auf Druck der CDU-  sogar fünf Millionen Euro für die Gedenkstätte geschrieben – also auch für Projekte gegen Linksextremismus.

Knabe klagt gegen Kündigung

So einfach wie es sich das Gespann jedoch vorgestellt hatte, läuft es aber offensichtlich nicht. Die Empörungswelle, die zunächst von CDU-, FDP- und AfD-Politikern in die Öffentlichkeit getragen wurde, wurde von vier Mitgliedern des Gedenkstätten-Beirats in einem offenen Brief  heftigst kritisiert. Wie die Morgenpost berichtet, legten nun am Donnerstag die vier Mitglieder des Stiftungsbeirats der Gedenkstätte Hohenschönhausen, allesamt ehemalige DDR-Bürgerrechtlerinnen, ihr Amt nieder.

Hubertus Knabe kündigte ebenfalls am Donnerstag an, rechtliche Schritte gegen seine Kündigung eingeleitet zu haben. Laut Spiegel  habe das Berliner Arbeitsgericht den Eingang der Klage gegen die Gedenkstättenstiftung bestätigt. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest. Knabes bisheriger Stellvertreter, Helmuth Frauendorfer, soll Klage ebenfalls eingereicht haben. Auch ihm war zuvor gekündigt worden. (SB)

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...