Was es nicht alles gibt: Die Hans-Bremse

Max Erdinger

Die Medienkritik: ZEIT (Foto: Collage)

Wer gedacht hatte, nach Merkel, Hambi, Dieselskandal und Global Migration Pakt hätten wir allmählich sämtliche Stufen des Wahnsinns bis zur Eingangstür ins Irrenhaus erklommen, sieht sich getäuscht. Die ZEIT weiß wieder etwas Neues. Es gibt die Hans-Bremse. Die satirische Medienkritik.

In der Rubrik Gleichberechtigung erfahren wir, was es mit der Hans-Bremse auf sich hat. Bei einem konspirativen Treffen mit einer Mittelsfrau aus einem der deutschen Ministerien hat es die ZEIT gesteckt bekommen. Trenchcoat, Sonnenbrille, Schlapphut, neutraler Treffpunkt und so weiter …

Die Bundesregierung hält Frauen systematisch von der Macht fern. Bis heute dominieren Männer die meisten Ministerien, obwohl ein Gesetz das seit 17 Jahren ändern soll„, hat die ZEIT-Redaktion an einem der Stehtische in der unverdächtigen Filiale einer Bäckerei-Kette erfahren, wie es sie etwa in Bahnhofshallen gibt. Dort fand nämlich das konspirative Treffen mit der Mittelsfrau aus dem Ministerium statt, die ihren Namen nicht nennen wollte. Absolut spannende Geschichte. Thriller!

Sehen Sie sich diskret um und stellen Sie sicher, daß Ihnen niemand über die Schulter schaut, ehe Sie weiterlesen. Was jetzt kommt, ist nämlich absolut vertraulich und schwer geheim. – Pssst!

Die Beamtin ist nervös. Sie ist keine Spionin, sie will keine geheimen Rüstungspläne übergeben, kein Staatsgeheimnis verraten. Aber sie möchte über ein Gesetz reden, das die Bundesregierung seit Jahren systematisch missachte. Darüber, dass Frauen von der Macht ferngehalten werden. Verunsichert schaut sie sich um, dann erzählt sie.

Boah, Merkel-Deutschland 2018. Die ersten Mutigen stehen auf und reden über mißachtete Gesetze. Ist das spannend! Bestimmt kommt´s gleich: Merkel ist gar keine Frau, weil Frauen heimlich von der Macht ferngehalten werden, ohne daß es jemandem aufgefallen wäre.

Die ZEIT beweist: Beamtete Staatssekretäre gab es seit 1949 gar viele. Bis 1999 sind es 692 an der Zahl gewesen. Davon nur 3 Prozent Frauen. „Mehr Hans als Frau„, so das Fachblatt für geschlechtsbezogene Schweinereien.

Hier die Prozente nach „eigener Recherche“ des Fachblatts für Vornamenvergleiche in ganz genau: „Hans – 24, Frauen – 19, Karl – 18, Klaus – 15, Walter – 14 und Günter – 13„. Ähnliche Vornamen wurden zusammengefasst, heißt es, so daß sich die Staatssekretäre mit dem Vornamen Friedhelm Fürchtegott, die Seppls und Xavers ihre Vornamen mit Klaus Günter teilen müssen.

Es geht um Bewerbungsverfahren für wichtige Posten, die so zugeschnitten sind, dass keine Frau dafür infrage kommt. Es geht um Beurteilungssysteme, aus denen Männer stets mit den besseren Noten hervorgehen, und um Frauen, die ewig auf ihren Positionen verharren müssen, weil Männer an ihnen vorbei befördert werden. Es geht um mächtige Männernetzwerke und um kleine, tagtägliche Demütigungen. Und das, obwohl es längst Gesetze gibt, die all das beenden sollten – und obwohl Bundeskanzlerin Angela Merkel etwas anderes versprochen hat.

Nein! Ist es die Möglichkeit? Der mächtige Merkel wird doch wohl nicht die armen Frauen angeschwindelt haben?

Doch nun sitzt da eine Ministerialbeamtin, umklammert ihre Teetasse und sagt, sie erzähle nur unter einer Bedingung: keine Namen. Öffentlich gegen ihre Vorgesetzten auszupacken, das wagt sie nicht, trotz allen Frusts. Es würde ihre Situation nur verschlechtern, sagt sie: „Das System verzeiht so etwas nicht.

Meine Güte! So viel Seelenpein, so viel Gewissensnot und so viel weibliche Angst im gnadenlosen System. Man ist schon ganz fassungslos, habe ich recht?

Was hat die ZEIT bei ihrer investigativen Recherche sonst noch erfahren von der informativen Panikerin? Das hier: „Seit bald 70 Jahren steht im Grundgesetz, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Seit 13 Jahren ist eine Frau Bundeskanzlerin.“ – Schockierend. Haben Sie das gewußt?

Dieses System hat am Beispiel von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen gerade vorgeführt, wozu Männerseilschaften imstande sind: Wer als Spitzenbeamter durch Fehlverhalten eine Regierungskrise auslöst, kann trotzdem Sonderbeauftragter im Innenministerium werden. Für Frauen bleiben viele herausgehobene Positionen hingegen gleich unerreichbar.

Das erhärtet meinen Verdacht, daß es sich beim mächtigen Merkel nicht um eine Frau handeln kann. Der Merkel blieb trotz seines lügenhaften Fehlverhaltens, welches der gewissenlose Regierungskriseur Maaßen aufdeckte, sogar Bundeskanzler – und wurde nicht einmal zum Sonderbeauftragten im Münchhausen-Ministerium degradiert.

Jouwatch untersuchte den Hansbremsenskandal auf seine Relevanz und traf im Zuge der investigativen Ermittlungen einen anonymen Mittelsmann vom Verband der Schwarzpulverproduzenten im neutralen Kühlhaus einer Metzgerei-Kette am Stadtrand. Der Informant schaute sich nervös um und umklammerte eine Leberwurst. Resümee: Der Hansbremsenskandal wird noch übertroffen vom Standbremsenskandal. Seit 1949 sind ZEIT-Redakteure bei standrechtlichen Erschießungen übergangen worden. Kein einziger hat es bis vor die Wand geschafft.

 

 

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