Kultusminister: Kampf gegen Rechts soll mit guten Zeugnissen belohnt werden

Kinder sind am einfachsten zu manipulieren. Daher rückt die Kultusministerkonferenz (KMK) jetzt „Demokratieerziehung“ in der Schule in den Vordergrund. Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Sexismus und Homophobie sollen mit guten Zensuren belohnt und stärker im Unterricht erörtert werden. 

Schüler, die sich gesellschaftlich engagieren, sollen dafür im Zeugnis gewürdigt werden – auch wenn sie sich in Jugendzentren engagieren, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder im Naturschutz. Das 13-seitige Papier zur Demokratieerziehung in den Schulen ist Teil einer Beschlussvorlage für die Tagung der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag und Freitag in Berlin. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

„Unsere Demokratie lebt vom Mitmachen. Dafür braucht es überzeugte und engagierte Demokratinnen und Demokraten“, sagte der Vorsitzende der KMK, Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke), den Zeitungen. Neben der Würdigung des Schüler-Engagements im Zeugnis könnten unter anderem Schülerparlamente gestärkt sowie außerschulische Lernorte vermehrt in den Unterricht einbezogen werden.

So wolle man Schüler im Umgang mit Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit sensibilisieren. Es gelte, Geschichtsrevisionismus entgegenzutreten und sich mit vereinfachenden Gesellschaftsbildern auseinanderzusetzen, heißt es in dem Papier. Bei den Lehrerverbänden stoßen die Vorschläge der KMK auf Unterstützung: „Die Politische Bildung wurde in den vergangenen Jahren zurückgefahren. Nach dem Pisa-Schock sind die Mint-Fächer, Mathe und Deutsch gestärkt worden. Jetzt gilt es, die Politische Bildung wieder nach vorne zu rücken“, so Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Noch weiter geht der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger: „Wünschenswert wäre, dass es an jeder Schule einen Beauftragten für Demokratieerziehung gibt.“

Gut sei es auch, Politiker in die Schulen einzuladen, um die aktive politische Diskussion zu fördern. Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, da die AfD in mehreren Bundesländern Online-Plattformen einrichten möchte, auf denen Schüler und Eltern melden können, wenn Lehrer ihrer Meinung nach gegen das Neutralitätsgebot in Schulen verstoßen. Die Kultusminister versuchen mit Blick auf die politische Diskussionskultur im Unterricht, den Lehrern den Rücken zu stärken – und verlangen dabei Ausgewogenheit: „Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen“, heißt es im Demokratie-Papier der KMK.

Wer abweichende Meinungen vertritt, dürfte es als Schüler bald noch schwerer haben. Dann heißt es: „Du hast den Islam kritisiert – setzen, sechs!“ (Quelle: dts)

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