Die grünbraune, taube Nuss und die Nazi-Kohle

Max Erdinger

Nazi-Land? (Foto: Von Mark Agnor/Shutterstock

Nach dem umstrittenen Twitter-Eintrag der Grünen-Politikerin Monika Düker mit Bezug auf Braunkohle und das Dritte Reich hagelt es weiter heftige Kritik. „Die Aussage ist in ihrer Maßlosigkeit so weit außerhalb jedes politischen Anstandes, dass es sich verbietet diese zu wiederholen“, sagte der Chef der Bergbau-Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, zu „Bild“ (Dienstagausgabe). Auch der Vorstandsvorsitzende von RWE, Rolf Martin Schmitz, sagte zu „Bild“: „Wer Nazis und die Mitarbeiter der Braunkohle in einen Topf wirft, der hat jedes Maß verloren.“

Der Hambacher Betriebsrat und Sprecher für 1.400 Mitarbeiter Joachim Helten beklagte: „Meine Kollegen und ich sind total sauer: Wir werden in einem Atemzug mit den Nazis genannt, und die Grünen-Abgeordnete freut sich noch drüber – unsäglich!“ Monika Düker, Grünen-Fraktionschefin im Düsseldorfer Landtag, hatte bei Protesten rund um den Hambacher Forst am Samstag ein Plakat mit der Aufschrift „Ob Nazis oder Kohle – BRAUN ist immer Scheiße!“ fotografiert und es bei Twitter hochgeladen. Dazu schrieb sie den Kommentar: „Bunt und kreativ wird es heute.“ Nach „Bild“-Informationen entschuldigte sie sich dafür erst unter Druck, nachdem die CDU-Fraktion eine Aktuelle Stunde im Parlament zu ihren Äußerungen beantragt hatte.

Der Antrag wurde inzwischen zurückgenommen.

Lesen Sie dazu den Kommentar von jouwatch-Autor Max Erdinger

Liebe Kinder!

Hier seht ihr ein Bildchen von der grünen Tante Monika. Sie hat einen Vogel. Bei dem Nachrichtendienst Twitter. Wenn sie ihm eine Nachricht in den Schnabel steckt, dann fliegt das liebe Vögelchen los und zwitschert in die weite Welt hinaus, was der grünen Tante Monika eingefallen ist.

Tweet von Monika Düker, Grüne NRW – Foto: Screenshot Twitter

Wie ihr auf dem Bildchen sehen könnt, muß es gar nichts Gescheites sein, was der lieben Tante Monika eingefallen ist. Das Vögelchen fliegt nämlich los, ohne sich darum zu kümmern, was für eine Nachricht es in die Welt hinauszwitschern soll. Deshalb kann es vorkommen, daß das Gezwitscher unseres kleinen gefiederten Freundes etwas offenbart, vom dem die grüne Tante Monika gar nicht wollte, daß es bekannt wird. Was meint ihr? Ob die grüne Tante Monika wohl wollte, daß alle Welt denkt, sie sei noch ein Kindergartenkind?

Ich verrate euch die Antwort: Man weiß es nicht, ob die grüne Tante das wollte. Auf jeden Fall haben grüne Tanten und Onkels kleine Kinder so lieb, daß sie vielleicht selbst lieber Kinder, als Erwachsene wären, weil sie glauben, daß die Leute sie dann genau so liebhaben, wie sie selbst die Kinder. Kluge Leute denken, daß es so sein könnte, weil die grünen Tanten und Onkels so reden wie kleine Kinder, damit die anderen Leute sie liebhaben.

Habt ihr eigentlich schon einmal etwas vom Hambacher Forst gehört? Erwachsene Leute nennen ein Waldgebiet zwischen Köln und Aachen so. Es ist ganz schön groß. Früher nannten die erwachsenen Leute den Hambacher Forst auch Bürgewald und sie wussten: Wer den grünen Forst erforscht, das ist der liebe Förster Horst. Die grünen Onkels und Tanten, die lieber Kinder sein wollen, nennen den großen Wald aber „Hambi“, so, als ob der große Forst so grün und klein wäre wie sie selber. Was meint ihr wohl, warum sie das tun? – Ganz genau: Damit die Leute den Hambacher Forst auch so liebhaben wie die grünen Onkels und Tanten.

Aber Vorsicht, liebe Kinder. Die grüne Tante Monika hat den kleinen Hambi gar nicht so lieb, wie sie tut. Der kleine Hambi liegt nämlich in einem Bundesland, das Nordrhein-Westfalen heißt – und das nennen die grünen Onkels und Tanten nicht Nowestfali. Sie nennen es lieblos so, wie es heißt: Nordrhein-Westfalen. Und sie haben dafür gestimmt, daß dem lieben Nowestfali der grüne Hambi abgenommen – und anschließend umgebracht wird, daß sein ganzes Baumblut bis in den Himmel spritzt und die grünen Bäumchen bittere Tränen vor lauter Angst weinen müssen. Und weil dann das liebe Bambi im Hambi kein Kinderzimmer mehr hat. Das hättet ihr nicht gedacht, wie?

Gut, daß ich zu euch in den Kindergarten gekommen bin, um euch die Geschichte zu erzählen. Da werdet ihr euch von der grünen Tante Monika nicht mehr so leicht austricksen lassen, wenn ihr nächstes Jahr in die erste Klasse kommt. In der Schule hat sie nämlich ihre Lehrerinnenvögel sitzen, die euch die Hucke voll lügen.

Es ist nämlich so, liebe Kinder: Unter dem grünen Hambi gibt es Braunkohle, die liebe Braukoli. Die liegt da sicher, weil sie der liebe Hambi oben drüber davor schützt, daß furchtbar gierige Menschen sie aus dem Waldboden, dem Wabodi stehlen, um sie an böse Braukoli-Verbrenner zu verkaufen, die dann mit dem Braukolirauch die liebe Lufti verpesten, daß alle lieben Kinderlein ein böses Hustili bekommen, wenn sie fröhlich lachen wollen.

Na, was haltet ihr jetzt von der grünen Tante Monika? Erst haben ihre grünen Onkels und Tanten im Landtag von Nowestfali  den Hambi an die gierigen Menschen verraten, die euch husten, anstatt lachen sehen wollen – und jetzt tut sie so, als ob sie dagegen wäre. Und damit ihr es nicht merken sollt, beschimpft sie die Leute, an die sie den Hambi verraten hat, als Nazis. Was meint ihr wohl? Sind die Nazis auch so böse Menschen wie die grüne Tante Monika?

Ich verrate es euch: Man weiß es nicht. Nur so viel weiß man ganz genau: So viel hinterlistig herumlügen wie die grünen Onkels und Tanten tun die Nazis nicht. Aber böse sind sie trotzdem. Weil sie die kleinen Kinder nicht so liebhaben wie die grünen Onkels und Tanten. Deswegen sind ihre Finger auch nicht so braun, wie die von den grünen Onkels und Tanten.

Ihr seht also, daß euch die grüne Tante Monika auf dem Bildchen oben ganz schön angelogen hat. So, und weil ihr mir so artig zugehört habt, singen wir jetzt ein schönes Liedchen zusammen. Es heißt „Grünbraun ist die taube Nuss“. Danach gehen wir raus in den Garten, und wenn wir das dumme Vögelchen der grünen Tante Monika durch die Luft fliegen sehen, dann schießen wir es mit dem Luftgewehr ab, damit die ehrlichen Leute nicht mehr grün angelogen werden. Die ehrlichen Leute sind nämlich die besten, so, wie eure Mamas und eure Papas. Die haben euch nämlich ehrlich lieb, nicht so komisch wie die grünen Onkels und Tanten.

 

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