Schweden und Holland im Genderwahn: Schwarze Piet trägt Ruß und Lucia ist ein Junge

Marilla Slominski

Foto:Von robert paul van beets/shutterstock
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In Schweden bastelt man an der Geschlechtsumwandlung der Lucia vom Lichterfest. Und in den Niederlanden sagt man auch in diesem Jahr dem Schwarzen Piet den Kampf an. Er soll nur noch schwarze Rußflecken im Gesicht haben und keine goldenen Ohrringe mehr tragen. Das beschloss jetzt der niederländische öffentlich rechtliche Fernsehsender NTR.
In diesem Jahr werde der Zwarte Piet, der Helfer von Sankt Nikolaus oder Sinterklaas, wie er auf Niederländisch genannt wird, nicht mehr vollständig schwarz sein, sondern sich bei seiner Ankunft am 5. Dezember durch den Schornstein Gesicht und Hände mit Ruß beschmiert haben, teilte der Sender mit. Auch die Frisur soll nicht mehr der übliche Afrolook sein, sondern variieren. Seit Jahren streitet sich politisch korrekte Niederländer mit traditionsbewussten, die ihren ursprünglichen Nikolaus-Helfer Zwarte Piet so behalten wollen, wie sie ihn seit Kindertagen kennen.
Die Figur erschien erstmals in einem 1850 erschienenen Buch des Amsterdamer Schullehrers Jan Schenkman. Traditionell soll Zwarte Piet schwarz sein, weil er ein Mohr aus Spanien ist. Seine Darsteller tragen entsprechendes schwarzes Make-up,  farbenfrohe Renaissancekleidung, eine lockige Perücke, roten Lippenstift und Ohrringe.

NTR respektiere Tradition sowie Wandel, aber es sei seine Pflicht, die Veränderungen in der Gesellschaft zu reflektieren, erklärte der Sender laut MailOnline.

Auch im schwedischen Malmö steht zur Weihnachtszeit ein radikaler Wechsel an. Zum Lichterfest, das am 13. Dezember gefeiert wird, könne die Lucia in diesem Jahr ein Mädchen, ein Junge oder irgendein anderes Geschlecht sein. Das gab die zuständige Projektleiterin für die Lucia-Zeremonie bekannt, berichtet The Local. 

„Wir haben entschieden, keine Vorgaben an das Geschlecht zu haben“, so Viveca Byhr Lindén. „Früher haben wir immer eine Frau gesucht, aber wir haben beschlossen, das in diesem Jahr nicht zu tun. Das liegt daran, dass wir uns jetzt bewusst sind, dass sich Menschen nicht immer mit einem Geschlecht identifizieren.“
Vorbei ist es mit der hellhäutigen, blonden Jungfer mit der schönen Stimme – was die Schweden in diesem Jahr erwartet ist eine echte Weihnachtsüberraschung. Ausgewählt wird auf Grund „guter Taten“, die der/die/das Lucia in diesem Jahr begangen habe.

„Wir wollen keine Bilder von den Leuten sehen, die sich bewerben und es ist uns egal, ob du singen kannst“, erklärt Viveca Byhr Lindén. Man wolle nicht an der traditionellen Lucia „hängenbleiben.“ Die ersten Vorstellungsgespräche werden in der kommenden Woche beginnen. Der/die/das Gewinner wird am 30. November bekannt gegeben.

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