Erdogan bei Moschee-Eröffnung: Ich bin der Präsident von Özil und Gündogan

Erdogan während seiner Özil-Rede vor der Kölner Moschee. Foto: Screenshot

Recep Tayyip Erdogan heizt die Nationalmannschafts-Affäre um Mesut Özil und Ilkay Gündogan weiter an. Bei der Eröffnung der Zentralmoschee in Köln bezeichnete der Türkei-Präsident sich als „ihr Präsident“. Er könne es nur schwer ertragen, dass die beiden „ausgestoßen wurden“. Wahr ist: Beide durften trotz des Bekenntnisses zu einem fremden Land zur Weltmeisterschaft mitreisen, wurden mitnichten verstoßen, sondern schieden mit der Nationalelf kläglich in der Vorrunde aus.

Özil erklärte danach via Twitter seinen Rücktritt, beschimpfte die Deutschen als Rassisten, und verweigert bis hezute jedes Gespräch mit Bundestrainer Joachim Löw. Gündogan dagegen kickt weiter für Deutschland. Er erklärte sich zwar der Öffentlichkeit, distanzierte sich aber nicht wirklich von der Aktion – auch nicht davon, dass er Erdogan ein Trikot mit der Widmung „mein Präsident“ geschenkt hatte.

Erdogan gibt das Kompliment nun zurück, sagt er sei „ihr Präsident“ – womit die Sache eigentlich klar ist: Gündogan ist kein Deutscher, sondern Türke. Ob der Spieler von Manchester City über Erdogans Worte wirklich glücklich ist, bleibt dahingestellt – wurde er doch von den deutschen Fans schon vorher bei jeder Ballberührung gnadenlos ausgepfiffen.

Wörtlich sagte Erdogan unter freiem Himmel vor hunderten Muslimen in Köln: „Mesut Özil, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, und Ilkay Gündogan wurden aus der Gemeinschaft verstoßen, weil er mit mir ein Foto in England gemacht hat. Ich konnte es als ihr Präsident schwer ertragen, dass diese jungen Leute, die es bis in die Nationalmannschaft geschafft hatten, ausgestoßen wurden.“ (WS)

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