Le Pen soll wegen Veröffentlichung von IS-Gräuelfotos zum Psychiater

Marine Le Pen( Foto: Durch Frederic Legrand - COMEO/Shutterstock)
Marine Le Pen( Foto: Durch Frederic Legrand - COMEO/Shutterstock)

Frankreich – Marine Le Pen soll zum Psychiater. Und das, weil sie Ende 2015 drei Gräuelfotos von dem IS, auf denen die Ermordung von IS-Geiseln zu sehen sind, auf Twitter veröffentlichte Verbrechen im Internet verbreitet haben soll. Nun muss wohl eine Psychiaterin Le Pens Zurechnungsfähigkeit einschätzen. 

Marine Le Pen, Chefin der Partei Rassemblement National (Nationale Sammlungsbewegung, die frühere Front National) betont, sie habe nach den Anschlägen in Paris mit 130 Toten vom November 2015 den „Horror des IS anprangern“ wollen.

Die französische Justiz hatte ein Ermittlungsverfahren gegen Le Pen eingeleitet und das Parlament hatte die Immunität Le Pens bereits im November 2017 aufgehoben. Nun soll die Chefin der Partei Rassemblement National (Nationale Sammlungsbewegung, die frühere Front National) auf ihre Zurechnungsfähigkeit hin untersucht werden. Grund: Der Politikerin wird vorgeworfen, Ende 2015 auf Twitter drei Fotos verbreitet zu haben, auf denen die Ermordung von IS-Geiseln zu sehen ist. Die Bilder zeigten unter anderem einen Mann, der bei lebendigem Leib in einem Käfig verbrannt wurde.

Die Psychiaterin soll laut übereinstimmender Medienberichte einschätzen, ob Le Pen zurechnungsfähig war, als sie im Dezember 2015 die Fotos der muslimischen Dschihadistenmiliz auf Twitter geteilt hatte. Die Untersuchung soll zudem feststellen, ob „der geistige Zustand der Betroffenen die öffentliche Ordnung oder die Sicherheit von Personen bedroht“. Le Pen drohen wegen der  Veröffentlichung bis zu drei Jahre Haft und 75.000 Euro Geldstrafe wegen „Verbreitung von Gewaltbildern“.

Le Pen veröffentlichte am Donnerstag auf Twitter das Gerichtsschreiben, in dem eine Expertise durch eine Psychiaterin „innerhalb kürzester Zeit“ angefordert wird.

„Ich dachte, ich hätte alles gesehen, aber: Nein!“, so Le Pen. Sie habe den Horror des IS anprangern wollen als sie nach den Anschlägen in Paris mit 130 Toten vom November 2015 die Fotos teilte. Nun werde sie „vom ‚Justiz‘-Ministerium“ zu einer Untersuchung beordert. „Wie weit wollen sie noch gehen?“ Es sei einfach haarsträubend. Sie werde behandelt wie eine Pädophile oder sexuell Gestörte.  (SB)

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