So kann’s gehen: Eintracht sperrt die AfD aus – Marseille sperrt Eintracht-Fans aus!

Foto: Durch Francesco Carucci/Shutterstock
Die linken Fans der Eintracht hatten in Marseille Stadtverbot. Foto: Shutterstock

Laut Eintracht-Frankfurt Präsident Peter Fischer ist sein Fußballverein ein Hort hehrer Werte, in dem kein Platz für „Ausgrenzung und Menschenverachtung“ ist. In der südfranzösischen Millionenmetropole Marseilles scheint man anderer Meinung zu sein. Dort hat die zuständige Präfektur sämtliche Fans des Klubs im Vorfeld des Europacup-Spiels bei Olympique Marseille am Donnerstag (18.55 Uhr) aus dem Stadtgebiet verbannt. Das berichtet hessenschau.de

Das Aufenthaltsverbot gelte von 8 bis 24 Uhr – also bereits zehn Stunden vor dem Anpfiff. Betroffen ist laut französischer Behörden jeder „der sich darauf beruft, Fan von Eintracht Frankfurt zu sein bzw. sich als solcher durch sein Verhalten zu erkennen gibt“. Bei Verstößen drohen Haft- und empfindliche Geldstrafen. Die Amtsbezirke in Frankreich haben das Recht Aufenthaltsverbote für bestimmte Gruppen zu erlassen, wenn eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht. Das Europacupspiel zwischen der Eintracht und Olympique gelte demnach als „Hochrisikospiel“. Die Frankfurter Fans gelten als links und gewalttätig.

Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann sieht in dem Erlass „einen völlig unangemessen und rechtsstaatlich hochgradig bedenklichen, wenn nicht unzulässigen Eingriff in die Rechte eines jeden einzelnen“. Damit würden seiner Meinung nach, sämtliche Frankfurter Anhänger unter „Generalverdacht gestellt“.

Ähnliches kann man freilich auch der Führungsspitze von Eintracht Frankfurt insbesondere Peter Fischer ins Logbuch schreiben. Der hatte bei seiner Wiederwahl Anfang des Jahres alle AfD Mitglieder unter den Generalverdacht gestellt „Antisemiten“ zu sein und AfD-Wählern sogar empfohlen, den Verein zu verlassen. Zuvor hatte er die Partei als „braune Brut“ beschimpft.

Politisch Andersdenkende auszusperren oder zu verbannen hat über den Traditionsverein hinaus inzwischen in Frankfurt fast schon den Status eines Gewohnheitsrechtes erreicht. Während des OB-Wahlkampfes bekam der unabhängige Kandidat Volker Stein wegen seiner Forderung, kriminelle Asylbewerber abzuschieben von seiner Heimatkirche ein Hausverbot erteilt. AfD-Chef Alexander Gauland wurde bei der „Pokalfeier von Eintracht Frankfurt“ im Mai von der grünen Politikerin Daniela Capelluti „erfolgreich aus der Altstadt vertrieben“. Bekleidet mit einem roten Eintracht-Schal tönte die Grünen-Geschäftsführerin laut Focus: „Dieser Arsch darf heute nicht dabei sein!“

Nun werden Fans, die schon des Öfteren durch Krawalle, Schlägereien und Pyro-Orgien und sogar durch einen Mordaufruf – Lilien jagen – aufgefallen sind, aus einer französischen Stadt verbannt. Sie dürfen am Donnerstag nicht dabei sein. Wie heißt es in dem bekannten Kinderreim: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!“ (KL)

Loading...