Der neueste Schenkelklopfer: 71 Prozent finden, Flüchtlinge bereichern uns

Afrikanische Fachkraft (Bild: Screenshot)
Afrikanische Bereicherung (Bild: Screenshot)

BerlinLaut einem „Integrationsmonitor“ des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration – allein das Wort zieht einem die Schuhe aus – glaubt die „Mehrheit der Deutschen“, die aufgenommenen Flüchtlinge würden Deutschland kulturell bereichern. Diese Meldung geisterte durch eine Vielzahl staatlich gelenkter Mainstreammedien und hat unter anderem im Kommentarbereich der WELT zu großem Erstaunen unter den Lesern geführt.

Wer die Meldung von hinten liest, erspart sich so manches Kopfschütteln und vor allem Kopfrechnen. So wurden bei der in Berlin vorgestellten statistischen Erhebung 9300 Personen befragt. Davon nur 2700 Deutsche ohne Migrationshintergrund. Zuzüglich 1500 meist russische Spätaussiedler. Der Rest der Befragten waren EU-Zuwanderer, Türken, 1760 Zuwanderer mit Migrationshintergrund aus der „übrigen Welt“ und 370 Asylzuwanderer, die bereits seit 2014 in Deutschland leben. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

„Für einen von vielen beobachteten Rechtsruck bei den Einstellungen zur Migration liefert die Studie keine Belege. Das Zusammenleben in der zunehmend von Einwanderung geprägten Gesellschaft wird überwiegend positiv wahrgenommen – und die Zufriedenheit mit der Migrationsgesellschaft bleibt im Vergleich zur Vorgängerbefragung von 2015 stabil. Nur bei den Deutschen ohne Migrationshintergrund (die Minderheit der Befragten) hat sich das Integrationsklima demnach minimal verschlechtert.“

Dies gilt besonders für die „Herkunftsdeutschen“ !

Aus dieser ohnehin schon kleinen Gruppe haben die „Forscher“ nochmals eine Minderheit herausgefiltert: „Herkunftsdeutsche, die kaum oder gar nicht mit Angehörigen anderer Kulturen in Kontakt kommen, sehen das Integrationsgeschehen im Vergleich zu 2015 pessimistischer.“

Bei den Türkeistämmigen, gemeint sind wohl die Erdogan-Anhänger, sei der „Optimismus dagegen etwas gestiegen“. Das wundert nun wieder niemand, denn es läuft ja alles nach Plan.

Noch im Juni sollen laut einem Focus-Artikel 57 Prozent aller Deutschen Merkels Flüchtlingspolitik abgelehnt haben:

https://www.focus.de/politik/deutschland/asylstreit-umfrage-zeigt-die-mehrheit-der-deutschen-ist-gegen-merkels-fluechtlingspolitik_id_9109237.html

Drei Monate später kommt die seltsame Befragung zu dem erstaunlichen Ergebnis: „Dem Satz „Die aufgenommenen Flüchtlinge werden Deutschland kulturell langfristig bereichern,“ stimmten 71,5 Prozent der Deutschen ohne Migrationshintergrund „voll und ganz“ oder „eher“ zu.„

Der Rest des Welt-Artikels liest sich dementsprechend wie eine Satire, oder wie aus der DDR importiert: „Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Anette Widmann Mauz (CDU) sagte anlässlich der Vorstellung des Integrationsbarometers: „Das Integrationsbarometer zeigt weiter stabil hohe Werte an. Das ist ein gutes Zeichen. Die Einstellungen in der Bevölkerung sind besonders positiv, wo direkte Kontakte in der Nachbarschaft, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz bestehen.“ Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Zu einem ganz anderen Ergebnis als die Zeitung kommen die Leser. Bei einer ähnlichen Umfrage, ob die Integrationskraft des Landes erschöpft sei stimmten 86 Prozent mit einem eindeutigen JA. An der Abstimmung beteiligten sich bis zum Abend 70 000 Personen. Im Vergleich zu den 2700 Handverlesenen „Herkunftsdeutschen“. Die bis 20.30 Uhr eingegangenen fast 800 Kommentare reichen von „hat Mutti, die Umfrage in Auftrag gegeben?“ über „selten so gelacht“ bis hin zu „Diese Studie wurde im Willi Brand-Haus durchgeführt.“ Auch die WELT bekommt für die Veröffentlichung der haarsträubenden Erhebung ihr Fett weg: „Der schnell sich verschlechternde Ruf der Medien hat seine Ursachen. Und diese sind hausgemacht. Ich glaub diese Umfrage auch!“ (KL)

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