Messerstiche, Faustschläge, Beschimpfungen: Rettungsstellen-Mitarbeiter klagen an

Foto: Durch Han maomin/Shutterstock
Gewalt gegen Krankenhaus-Mitarbeiter gehört zur Tagesordnung. (Foto: Durch Han maomin/Shutterstock)

Inzwischen herrschen in Rettungsstellen der Kliniken Zustände wie in islamischen Bürgerkriegs-Ländern. Messer-Attacken, Beschimpfungen, Drohungen und Gewalt sind an der Tagesordnung. In einem Brandbrief berichten Mitarbeiter einer Berliner Notaufnahme, was sie jeden Tag erleben müssen. Darunter ist einer, dem selbst in Oberkörper und Arm gestochen wurde.

Die Mediziner des Urban-Krankenhauses in Berlin-Kreuzberg schildern in dem Schreiben eine Vielzahl gewalttätiger Übergriffe und Bedrohungen. Beschimpfungen wie „Nazi“ und „Fickt euch“ seien „für uns an der Tagesordnung“, heißt es in dem Brief an den Betriebsrat des Krankenhauses, den die „BZ“ jetzt veröffentlicht hat.

Verbreitet seien Drohungen wie „Ich steche dich ab“, „Ich mache dich fertig“ oder „Ich warte auf dich, bis du Schluss hast“, berichten die Mitarbeiter. Diese Worte „führen doch häufiger zu einem Gefühl der Unsicherheit“, schreiben sie. Gewalttätige Patienten führten Messer mit sich.

Einer der Rettungsstellen-Mitarbeiter berichtet, wie ein Patient nach zweieinhalb Stunden Wartezeit ein Messer in seinen Körper rammte. An Arm und Oberkörper wurde er verletzt: „Ich habe körperliche und psychische Schäden zurückbehalten“, schreibt der Mann.

Eine andere Medizinerin berichtet, wie sie einem Patienten Blut abnehmen wollte. Weil der Patient benommen wirkte, beruhigten sie ihn, als er die Augen aufschlug. Ohne Vorwarnung habe er einer Kollegin die Faust ins Gesicht geschlagen. Die Frau ist seit sechs Monaten arbeitsunfähig war und befindet sich in einer Therapie.

Schwere Vorwürfe erheben die Mitarbeiter nicht nur gegen die gewalttätige Klientel, sondern auch gegen die Klinikleitung. Obwohl sie bereits einen Brief mit ähnlichem Inhalt verfasst hätten, sei nichts geschehen. Die Rettungsstellenkräfte fordern einen Notfallknopf zur Alarmierung der Polizei. Zudem müsse eine Rund-um-die-Uhr-Security eingerichtet werden. Derzeit sei der Wachschutz nur von 16 bis 4 Uhr morgens vor Ort. (WS)

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