Italien dreht den Mainstream-Medien den Geldhahn zu

Marilla Slominski

Symbolfoto: Von Stefano Guidi/shutterstock
Symbolfoto: Von Stefano Guidi/shutterstock

Die italienische Fünf-Sterne-Regierungspartei hat angekündigt, die öffentlichen Gelder für Mainstream-Medien einstellen zu wollen. Die „leichte Fahrt“ für den ehemaligen Ministerpräsidenten und Medienbaron Silvio Berlusconi „sei vorbei“, so der Fünf-Sterne-Politiker Vito Crimi. 

„Wir sind nicht gegen die Zeitungen“, sagte Crimi und fügte hinzu: „Wir wollen nur die öffentlichen Gelder für die Veröffentlichung stoppen, nicht den Pluralismus zu beseitigen“, berichtet Il GiornaleLaut Crimi haben italienische Verleger seit 2003 rund 3 Milliarden Euro Steuergelder erhalten und dem Bürger dafür nur wenig zurückgegeben.

Unterstützung bekommt er von Fünf-Sterne-Wirtschaftsminister Luigi Di Maio, der die Mainstream-Medien in der vergangen Woche scharf anging: „Ich lese keine italienischen Zeitungen mehr. Sie machen nur Propaganda“, so Di Maio. Er lese ausgesuchte Artikel, ausländische Presse, verschiedene Blogger und Dossiers, um sich über Probleme zu informieren, die seine Arbeit betreffen. Er beziehe inzwischen seine ganzen Informationen über die sozialen Netzwerke. Das was er an Kommentaren auf Facebook und Internet lese, sei „mehr wert, als alle Leitartikel des Tages“, findet der 32-jährige italienische Minister.

„Früher haben die Zeitungen das ganze öffentliche Meinungsspektrum abgedeckt. Sie hatten ein Gefühl für die Stimmung auf der Straße und in den Bars. Das ist ihnen völlig abhanden gekommen und deshalb verlieren sie auch immer mehr an Auflage“, so Di Maio laut Breitbart.

Das Vertrauen in die Mainstream-Medien ist in den vergangenen Jahren auch in Italien im Sinkflug. In einer diesjährigen Umfrage gaben nur noch 45 Prozent der Italiener an, den Maintram-Medien zu vertrauen.

 

 

 

 

 

 

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