Nach Maaßen-Bashing: Aufstand der „Welt“-Leser gegen Chefredakteur Ulf Poschardt

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"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt hat bei seinen Lesern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Foto: Screenshot/Youtube

Mit seinem Leitartikel „Herr Maaßen, Sie sollten gehen!“ hat Welt-Chefredakteur seine Abonnenten gegen sich aufgebracht. Die Kommentare unter dem Text, in dem Ulf Poschardt den Verfassungsschutz-Chef als „eine durchschnittlich intrigante Figur“ betitelt, sind fast ausnahmslos vernichtend. Sie gipfeln in der Forderung: „Herr Poschardt sollte endlich gehen! Er hat aus der stolzen angesehenen „Welt“ ein Sprachrohr der linksgrünen Volksverdummer gemacht.“

Das ganze Fiasko, das der Chefredakteur angerichtet hat, ist daran zu erkennen, dass seit gestern Abend die obligatorische Abstimmung unter jedem Welt-Kommentar, ob man die Meinung des Autors teilt, eingefroren ist. Sie stand bei 58 Mal „Ja“ und bei 685 Mal „Nein“. Das bedeutet eine Ablehnung von 92,2 Prozent. Und an dem Voting können ausschließlich Abonnenten teilnehmen, weil der Text hinter der Bezahlschranke erschienen ist.

Poschardts Hauptvorwurf lautet, Hans-Georg Maaßen habe sich gegen die Kanzlerin gestellt – und das ginge nicht: „Die Aufgabe eines Spitzenbeamten ist es nicht, ein taumelndes Staatswesen zu erschüttern durch Obstruktion, Irritation oder Intrigantentum.“ Daher fordert er den Rücktritt des Verfassungsschutz-Präsidenten – auch wenn er Recht habe, denn: „Selbst wenn Maaßen legalistisch keine Fehler begangen haben sollte, ist seine kaum verhohlene Agenda wider die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin unangemessen.“

Berechtigte Kritik an der Kanzlerin soll also heute schon ein Rücktrittsgrund sein, empören sich viele „Welt“-Leser in den Kommentaren. „Dann können wir ja gleich die Diktatur wieder einführen“, schreibt einer.

Der Schlusssatz in Poschardts Leitartikel lautet: „Hans-Georg Maaßen hat als Spitzenbeamter geschworen, seine ‚Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen‘. Dazu gehört nicht, ein taumelndes Staatswesen bis ins Mark zu erschüttern durch Obstruktion, Irritation oder haltloses Intrigantentum. Er sollte gehen, freiwillig.“

Die Leser reagieren heftig. Viele fragen, was mit dem Amtseid der Kanzlerin sei. Die verletze diesen doch ständig. Da die Kommentare gefiltert, gelöscht und moderiert werden, kann davon ausgegangen werden, dass nur die harmlosesten es zur Veröffentlichung gebracht haben – aber auch die haben es in sich. Hier eine Auswahl:

„Herr Poschardt sollte endlich gehen! Er hat aus der stolzen angesehenen „Welt“ ein Sprachrohr der linksgrünen Volksverdummer gemacht.“

„Heuchlerischer geht es nicht mehr. Das ist schon schamlos.“

„Ich finde diese Forderung absolut unangemessen. Meinungsberichte im Auftrag des Regimes. Es ist so niederträchtig.“

„Das mit ‚intrigant‘ haben Sie doch wohl nicht im Ernst gemeint Herr Poschardt. Ich frage mich, in welchem Rechtsstaat wir leben. Da muss ein Herr Maaßen etwas beweisen, das er offensichtlich nicht gesehen hat. Unsere ehrenwerte Kanzlerin hat es zwar auch nicht gesehen, aber die muss nichts beweisen.“

„Wie man sich selbst so entlarven kann… vermutlich ist das nur möglich, wenn man eine gestörte Wahrnehmung hat.“

„Es gab einmal Zeiten, da hätte man Maaßen Zivilcourage bescheinigt. Jetzt fordert man von einem Beamten Loyalität zur Anführerin. Das kennen wir.“

„Antifa Zeckenbiss bekommt von Chefredakteur Ulf Poschardt mehr Glaubwürdigkeit zugebilligt als Maaßen. Wie weit ist es mittlerweile mit der Glaubwürdigkeit unserer angeblich seriösen Medien gekommen?“

„Herr Maaßen hat ja nicht nur Politiker bloßgestellt, sondern auch Medien, die daher ebenfalls Partei sind. Das erklärt die gemeinsame Wut auf Maaßen und hat mit objektiver Berichterstattung natürlich nichts zu tun.“

„Herr Ulf Poschardt, Sie sollten gehen!!!!“

„Nein, Herr Poschardt, der Kanzlerin und ihrem Regierungssprecher muss in Fällen, wo sie Fakten maßlos übertreiben und überzeichnen widersprochen werden. Und da sollten wir froh sein, wenn dies von höchster Stelle, dem Präsidenten des BfV wahrgenommen wird. Wenn der Bundeskanzlerin nicht mehr widersprochen werden darf, dann sollten wir uns die Kugel geben, aber nicht die von Ferrero, sondern die mit der Walter PP.“

„Die Berichterstattung in allen deutschen Medien heute ist spitze! Es hört sich ganz so an, als wäre es schon ein Staatsverbrechen, eine andere Meinung zu haben wie die große Sonnenkönigin. Klasse! Warum führen wir nicht gleich die Diktatur ein?“

„Nein, es geht nicht um die Falschmeldung durch Frau Merkel bzw. Herrn Seibert; nein, es geht nicht um die Totschläge Ausreisepflichtiger; nein, es geht nicht um den Extremismus (den es rechts, links und islamistisch gibt); es wird eine vollkommen absurde Jagd auf Herrn Maaßen seitens der Medien, der SPD, der Grünen, der Linken und bedauerlicherweise nun auch durch die FDP eröffnet. Es geht nicht mehr um die Probleme in diesem Land, sondern lediglich um Empörung der Empörung willen. Es macht einen fassungslos.“

„Wenn ein Spitzenbeamter wie der Präsident des Verfassungsschutzes deshalb aus seinem Amt entfernt werden sollte, weil er nichts anderes getan hat, als darauf hinzuweisen, dass ein Video von allzu zweifelhafter Herkunft aus dem Zusammenhang gerissen ist und weiter nichts beweist, als dass sich zwei Menschen bepöbeln und Hetzjagden daran nicht nachgewiesen werden können, dann ist das genau das Gleiche, was Erdogan in der der Türkei treibt. Missliebige Beamte werden entlassen, weil sie die Wahrheit sagen.“

„Ziel des Chefredakteurs scheint es zu sein, die ‚Welt‘ Stück für Stück nach links zu verschieben. Klar kann und sollte man seine Meinung vertreten, wenn aber die Leser (und damit auch die, welche die WELT letztlich finanzieren) in überwältigender Mehrheit die gegenteilige Meinung vertreten, sollte man sich fragen ob man beim Spiegel oder einer SPD Zeitung nicht besser aufgehoben ist.“

„Der Chefredakteur sollte bei Gelegenheit mal über den Beitrag der Medien reflektieren, die unisono alle das gleiche Video mit der Behauptung Hetzjagd versehen als solche dargestellt haben und jetzt nicht einsehen können und wollen, dass sie Mist gebaut haben.“

(WS)

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