Europäer wollen US-Sanktionen gegen Iran umgehen

Foto: Durch Allexxandar/Shutterstock
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Brüssel – Mit Islamisten und Terroristen macht man hier in diesen Breitengraden eben gerne Geschäfte: In Europa arbeiten zahlreiche Akteure aus Politik und Wirtschaft an einem Modell, um die neuen US-Sanktionen gegen den Iran zu umgehen. Laut eines Berichts des „Handelsblatts“ (Freitagausgabe) sieht der Plan vor, dass der Handel mit de Iran in Zukunft weitgehend als Tauschgeschäft ohne direkte Finanzströme ablaufen soll. Denn internationale Banken, die in den USA aktiv sind, werden aus Angst vor Strafen bald keine Transaktionen mit Teheran vornehmen.

Die Sanktionen sollen im November in Kraft treten. Vor allem Deutschland, Frankreich und Großbritannien arbeiten in Brüssel an einer Lösung, wie sie trotzdem Geschäfte mit Iran machen können. Dazu wollen die Europäer eine Zweckgesellschaft, auf Englisch SPV abgekürzt, gründen, um „grenzüberschreitende Zahlungen von und nach Iran zu bündeln und zu reduzieren“, wie es in einem Papier der EU-Kommission heißt.

„Ein solches SPV könnte dadurch die Rolle der Geschäftsbanken im Zahlungsverkehrssystem vermeiden oder stark einschränken und den Zahlungsverkehr mit dem Iran vor Sanktionen der USA schützen.“ Die Zweckgesellschaft ist eine Art Clearingstelle: Für Öllieferungen würde der Iran eine Gutschrift erhalten, mit der er Importe aus Europa bezahlen könnte. Noch laufen Diskussionen über Details, etwa Sitz und Finanzierung der Gesellschaft. (Quelle: dts)

Offen ist auch, ob sich alle EU-Staaten beteiligen. Dass es grundsätzlich auf solch ein Modell hinauslaufe, sei aber klar, hieß es in EU-Kreisen. In Berlin sieht man das laut des Zeitungsberichts auch als Test.

Ähnlich könnte man verfahren, falls die USA ihre Sanktionen gegen Russland verschärfen, schreibt das „Handelsblatt“. Washington zielt vermehrt auf europäische Firmen, die sich an russischen Projekten wie der Ostseepipeline Nord Stream 2 beteiligen.

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8 Kommentare

  1. Dieser Vortrag Von D. Ganser ist die beste Erklärung der Gründe für die Sanktionen:
    Bitte einmal komplett auf YT ansehen um zu verstehen, was wirklich abgeht! Titel:
    NATO-Osterweiterung und Putsch der USA in der Ukraine 2014 – Dr. Daniele Ganser in Leipzig 21.8.2018

  2. Will man den Kampfstier aus Amiland, wieder wütend machen?
    Vielleicht mag man es gern, wenn ER, wild mit dem Rohrstock fuchtelnd, durch die EU-Arena hastet.

  3. Die Deutschen, Franzosen und Engländer sollen sich diese Zusammenarbeit mit dem Iran sehr wohl überlegen.
    !, Wird Ihnen Trump genau erklären was dies für Folgen für sie haben wird und wird ihnen Gnadenlos auf die Finger klopfen
    2. Werden sich die Iranischen Oppositionellen sehr genau an die Länder und Leute erinnern, welche mit den Mullahs Geschäfte gemacht haben.
    3. Wird es die Mullahs m.E. keine zwei/drei Jahre mehr geben, da ihnen das eigene, betrogene Volk den Garaus machen wird. Dass sie dabei, es gibt genug Länder die die Nase von den Mullahs voll haben, Unterstützung – von wem auch immer – bekommen, ist Sonnenklar. Deshalb stehen jetzt schon auf der Verliererstraße.
    4. Die bereits bestehende Wasserknappheit wird den Mullahs ebenfalls das Genick brechen.
    Die Zahlen sind dramatisch: Drei Viertel des Iran gelten als komplett trockene Regionen, 97 Prozent des Oberflächenwassers sind bereits versiegt. Hinzu kommen Landabsenkungen und Erdbeben, die das Land zusätzlich belasten.
    Der Israelische President Benjamin Netanyahu hat dem Iran, selbstverständlich unter verschiedenen Bedingungen, angeboten dem Iran bei seinem Wasserproblem zu helfen.
    Das Glas Wasser das Netanyahu dabei trank, sollte den Mullahs zu denken geben..

    • zu 1: natürlich wird Trump mit allen Mitteln das zu verhindern wissen
      zu 3: wo gehen dann die Mullahs alle hin?
      zu 5: vielleicht bauen dann die Russen eine Wasser-Pipeline in den Iran? Netanyahu ist an einem Überleben des jetzigen Iran’s natürlich nicht interessiert.

  4. Ein hochinteressantesThema! Bei WIKI (Tauschhandel) gibt es dazu einige staatliche Beispiele von früher.
    Man stelle sich vor, die Bürger eines Landes würden vieles steuerfrei tauschen – die Politiker würden sich die Haare raufen – oder ganz schnell eine offizielle Tauschsteuer einführen.
    Interessant dazu ist die Mini-Diskussion auf einem Recht-Portal (Tauschen, fallen Steuern an?).

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