Hässliches Entlein

Wolfgang Schäuble (Bild: Pressefoto)
Wolfgang Schäuble (Bild: Pressefoto)

Was sagte jener Johannes Kahrs von der SPD neulich im Bundestag? „Sie sind hässlich!“ Und sein nicht so ganz gerade gewachsener Kollege Martin Schulz, abgestrafter Ex- Kanzlerkandidat, meinte sogar: „Sie gehören auf den Misthaufen der Geschichte!“ Dann wurden die Mitglieder der AfD-Fraktion im deutschen Bundestag noch „unappettitlich“ genannt und als „rechtsradikal“, als „Nazis“ bezeichnet.

Von Schlaglicht

Der Bundestagspräsident hatte für diese eigentümlichen Worte keine Rüge parat. Der Mann im Rollstuhl guckte nur verkniffen, Wolfgang Schäuble (CDU), leidgeprüft, neben ihr das bittere Gesicht einer Ostdeutschen, die sich vor 30 Jahren kaum hätte vorstellen können, wie sehr sich am Klassenfeind noch rächen wird.

Hier wird eine Partei, gewählt vom Volk, gedemütigt. Sicher ist der Streit ein Wesensmerkmal der Demokratie. Streit in klaren Grenzen. In Diffamierung und Gejohle ist nicht unweit von diesem Ort schon einmal die deutsche Demokratie zu Grabe getragen worden. Unsachlich, laut und von Fackelträgern abends gefeiert. Das waren keine Patrioten, die erst Bücher verbrannten, dann Menschen. Das waren genau genommen auch keine Faschisten. Es waren Nationalsozialisten. Faschisten hießen sie in Italien. Und sie nannten Juden hackennasig, unwert, hässlich. Das war ihr Markenzeichen. Klingt ähnlich.

Ob man nun hässlich ist oder sich, wie Martin Schulz für schön hält, das ist wohl eine Frage der Interpretation. Keine Frage der Interpretation, sondern mehr eine für Herrn Schäuble ist es, die Strafbarkeit mancher unsachlicher Äußerungen zu prüfen. Die Diffamierung und Gleichsetzung einer in unserer Demokratie gewählten Partei mit Naziunholden, die Europa in Brand setzten, ist ungeheuerlich. Besonders, wenn gerade mal wieder Wahlen anstehen, wie etwa in Bayern. Dann darf man sich auch nicht mehr wundern, wenn die Akzeptanz gegenüber der ein gefühltes Jahrhundert regierenden, in den bayerischen Städten nahezu verschwunden CSU auf überschaubare 35,8 Prozent sinkt, sie zu einem Wurmfortsatz ihres eigenen Hochmuts wird und aus einem hässlichen Entlein auf einmal wie im Märchen ein schöner Schwan wird. In jedem Märchen steckt ein wahrer Kern, Herr Schäuble.

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