Kirchenhistoriker drehen völlig durch: Muslime sind die Katholiken von gestern!

Klaus Lelek

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Islamischer Frauentag in Berlin (Foto: Durch Feel good studio/Shutterstock)

Wissenschaftler der Universität Münster sehen Parallelen bei muslimischen und katholischen „Parallelgesellschaften“ – Begriff taucht erst in den 90ziger Jahren auf!  

Historiker schaffen etwas, was selbst den heutigen Mathematikern unmöglich erscheint. Zwei Parallelen treffen sich – in der Unendlichkeit. Was bereits die alten Griechen als geometrisches, nicht lösbares Problem erkannten, ist für Thomas Großbölting und Daniel Gerster von der Universität Münster eine Fingerübung. Geschichte so zurecht biegen bis es ins Merkel-Mainstreamsystem passt. So sehen die beiden Historiker Parallelen zwischen der heutigen Ausgrenzung von Muslimen und früherer Diskriminierung von Katholiken. „Im 19. Jahrhundert habe man auch Katholiken vorgeworfen, sich abzuschotten und eine Parallelgesellschaft zu bilden“ heißt es in einer entsprechenden vom Domradio wiedergegebenen KNA-Meldung. Weiterhin behaupten die beiden Wissenschaftler, beim Vorwurf der Parallelgesellschaft habe es sich um einen „politischen Kampfbegriff der protestantischen Mehrheit gehandelt“. Diese Aussage ist fast schon eine dreiste Lüge, denn der Begriff „Parallelgesellschaft“ taucht erst mit Beginn der Islamisierung Europas in den 90ziger Jahren auf und hat laut WIKIPEDIA erst mit den Anschlägen vom 11.September und der Ermordung Theo van Goghs politische Brisanz erhalten und damit Einzug in den allgemeinen Wortschatz. In einem Duden aus dem Jahre 1996 sucht man das Wort vergebens. Noch abstruser wird es, wenn die „Geschichtsumschreiber“ ihre religiösen Parallelwelten mit einander vergleichen:   „Mit dem Begriff Parallelgesellschaft drückt die deutsche Mehrheitsgesellschaft seit Jahrzehnten die Fremdheit aus, die sie gegenüber Migranten empfindet, und auch ihre Vorstellungen von der richtigen Gesellschaft“, so Großbölting. So ähnle die Kritik an den Katholiken damals jener an den Muslimen heute.“

Wer solche Sätze von bestallten Professoren liest, erschaudert. Im aufgeklärten Preußen konnte unter Friedrich dem Großen „jeder nach seiner Fasson selig werden. Unter seinen Nachfolgern kämpften katholische Oberschlesier zusammen mit protestantischen Ostpreußen in den Befreiungskriegen. Katholische wie evangelische Abgeordnete forderten 1848 in der Paulskirche ein geeintes Deutschland!  Um die katholische Bevölkerung des Rheinlandes enger anzubinden, forcierte der spätere Kaiser Wilhelm den Weiterbau des Kölner Domes und unterstützte wie andere protestantische Fürsten den Wideraufbau der Bistümer nach der so genannten Säkularisation.

Eine ähnliche Kritik wie an den heutigen muslimischen Parallelgesellschaften hat es an Katholiken in Deutschland schon deshalb nicht gegeben, weil es bis 1918 mit Baden und Bayern einschließlich Pfalz zwei bedeutende Länder mit katholischer Bevölkerung und Adel gab. Hinzu kam Ende des 19. Jahrhunderts die enge Verbundenheit mit dem katholischen Habsburg, den man in „Nibelungentreue“ in den ersten Weltkrieg folgte. Einziges Geplänkel war der sogenannte „Kulturkampf“ zwischen Bismarck und dem Papst Pius IX, ausgelöst durch die Weigerung der katholischen Kirche die Preußische Zivilehe anzuerkennen. Ein Konflikt, der bereits Anfang des 19. Jahrhunderts mit der kurzzeitigen Verhaftung des Kölner Erzbischofs Droste zu Vischering begann. Niemals jedoch haben Katholische Männerhorden protestantische Frauen abgestochen, vergewaltigt oder erdrosselt. Es wurden auch keine protestantischen Kirchen abgefackelt, noch ist ein katholischer Kutscher mit Karacho in einen protestantischen Weihnachtsmarkt gefahren. Woher die westfälischen Wissenschaftler ihr Wissen über katholische Parallelwelten haben ist mir schleierhaft. Vermutlich direkt aus der muslimischen Parallelgesellschaft.

 

 

 

Muslime heute eine kleinere Minderheit

Auch diesen werfe man vor, sie könnten und wollten sich nicht integrieren. Allerdings seien die Muslime im Vergleich zu den Katholiken damals eine deutlich kleinere Minderheit. Zudem brächten Muslime ihre Einwanderungsgeschichte mit und sprächen Deutsch häufig nicht als Muttersprache.

Zum Thema „Katholiken damals – Muslime heute. Religiöse Parallelgesellschaften im Vergleich“ findet am 27. September ein interdisziplinäres Streitgespräch auf dem 52. Deutschen Historikertag in Münster statt. Zu dem Historikertag vom 25. bis 28. September in Münster werden 3.500 Experten erwartet. (KNA)

(KNA)

 

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