Berlin: Clankrieg nimmt Fahrt auf!

screenshot YouTube
screenshot YouTube

Berlin- Acht Schüsse peitschten über das Tempelhofer Feld im Stadtteil Neukölln. Blut überströmt liegt Berlins bekanntester Intensivtäter Nidal R. am Boden. Hunderte Clanmitglieder versuchen später die Benjamin-Franklin-Klinik zu stürmen, bedrängen die Sanitäter. Das, was am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein wie Szenen aus einem Mafia-Film anmutete und vom Focus als „Öffentliche Hinrichtung“ beschrieben wird, ist inzwischen in Berlin knallharte Realität.

(screenshot YouTube)
Auf offener Straße erschossen – Berlins bekanntester Krimineller Nidal R. (screenshot YouTube)

Als „Politisches Kopfkino“ dagegen kann man die Reaktion der Berliner Politiker bezeichnen, die laut Bericht des Nachrichtenmagazins zwei Tage nach der Tat „rätseln, wie sich die zunehmende Gewalt zwischen Mitgliedern arabischer Großfamilien eindämmen lässt.“ Wer rätselt hat bekanntlich keine Lösungen anzubieten und so klingen die Lösungsvorschläge zu einem seit Jahren bestehenden Problem nach einem zahnlosen Papiertiger.

So fordert der stellvertretende Bürgermeister von Neukölln Falko Liecke (CDU) „ein Stadtweites Clan-Konzept, mit dem die Strukturen krimineller Großfamilien geschwächt werden sollen.“ Ähnlich äußert sich sein Kollege, der SPD-Bezirksbürgermeister Martin Hikel. Für ihn hat der Vorfall „eine neue Qualität“.

„Hinrichtung“ von Nidal R. hat Vorgeschichte

Allein die Vorgeschichte des Mordes spricht eher von „altbewährter Qualität“. Bereits vor einer Woche wurden zwei Freunde Nidals vor einem Wettbüro niedergeschossen. Er selbst kam ungeschoren davon. Wenige Tage später stürmten dreißig Männer ein Lokal, in dem sich Nidal R. aufhielt. Erneut entkam er seinen Angreifern und lieferte sich mit ihnen eine Verfolgungsjagt quer durch Berlin. Nur zwei Tage später trafen ihn inmitten hunderter Menschen die tödlichen Kugeln.

Dazu Hikel: „Die Stimmung in Neu-Köln ist angespannt“. Von einem Clan-Krieg will er aber nicht sprechen. Dennoch sorgt er sich um die „Sicherheit der Bürger Neuköllns und ganz Berlins“ Besonders die „Querschläger“ machen ihm Sorgen. Die könnten Unbeteiligte treffen. Der SPD-Politiker erwartet, dass „Die Staatsmacht an einem Strang zieht“. Dann kommen die üblichen Forderungen nach mehr Personal bei Polizei und Staatsanwaltschaft. „Wir dürfen diese öffentlichen Austragungen von Streitigkeiten nicht tolerieren“ so der Bezirksbürgermeister. Auch der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin Martin Steltner hält sich beim Thema „Clankrieg“ bedeckt. Es gäbe „gewisse Ermittlungsansätze“ aber „dass Clan-Streitigkeiten hinter der Tat stecken, sei reine Spekulation“. Andere Stimmen kommen von der Berliner Polizei. Sie fürchtet, dass sich Nidals Familie an den Tätern rächen könnte. Das will man mit allen Mitteln verhindern. Gleichzeitig beobachte man eine „Tendenz zur Bewaffnung“ bei den arabischen Großfamilien.

Alter Wein aus alten Schläuchen

In die bereits seit den 90ziger Jahren wirkungslose und verstaubte Wühlkiste linker Kuschelpädagogik greift der stellvertretende Bürgermeister Neu-Köllns Liecke im Rahmen seines „Anti-Clans-Konzeptes“. So soll in Zusammenarbeit mit Richtern, Polizei und Schulen der Informationsaustausch verbessert und das Abrutschen der Jugendlichen in die Kriminalität verhindert werden. Hikel glaubt die Strukturen krimineller Clans dadurch zu schwächen, in dem man Kindern die Möglichkeit gibt aus den kriminellen Strukturen auszubrechen. Eine Kopfgeburt, die sich vor allem in Jugendzentren immer wieder als Flop herausgestellt hat. Nur ganz wenigen gelang es, sich aus ihrer von Familie und Religion bestimmten Parallelgesellschaft zu befreien. Die Saat, die in Berlin-Neukölln, Bonn-Tannenbusch, Duisburg Marxloh und sonst wo aufgeht, wurde vor Jahrzehnten ausgestreut. Um so unverständlicher sind die hilflosen und sogar überraschten Reaktionen auf die zunehmende Gewalt. (KL)

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...