Stern-Interview: Sarrazin und der Scharfrichter der linken Inquisition

Hans S. Mundi

Ein Sternredakteur bereitet sich auf das Interview vor (Foto: Von photo acorn/Shutterstock)

Deutschlands linke Intellektuelle haben vollkommen den Verstand verloren. An die Stelle offener und demokratischer Diskursfähigkeit ist eine Eigenschaft getreten, welche die Alliierten nach 1945 überwiegend bei der deutschen Bevölkerung erschrocken feststellten: „Die Deutschen halten Fakten für eine Meinung“, das gaben US-Soldaten nach Gesprächen mit der Bevölkerung, die in unmittelbarer Nähe zu Konzentrationslagern wohnten, zu Protokoll. Dieser Ungeist schien lange in der Flasche zu sein – er ist wieder da. Hierbei fällt allerdings auf, dass die übelste Intoleranz offenbar immer aus den höchsten Kreisen der Eliten kommt. Fakten? Kommen Sie hier nicht mit Fakten, Sie Unmensch…!!!!

Der übelste Hetzer der DDR-Diktatur war der SED-Fernsehhassprediger Karl-Eduard von Schnitzler. Im Auftrag einer von Moskau gesteuerten linken Elite beschimpfte der Abkömmling aus höchstem Hochadel (!!!) jeden Abweichler und Kritiker von der „reinen Lehre“. Wer am „Realsozialismus“ und an der Weisheit der Regierenden zweifelte, der war Abschaum, der gehörte nicht dazu, mit dem durfte man alles machen – wie ein Blick in die Stasi-Verliese und zahllose Protokolle mit SED-Opfern nach der Wende bewiesen. Der verbale Radikalismus des feinen Herrn von und zu Schnitzler entsprach einem klaren Kalkül, linker Faschismus pur: „Ich wollte für Hygiene im Äther sorgen.“ Linker Adel von heute will nichts anderes, hochwohlgeborene Berufssöhne mit Namen wie Augstein wandeln verbalradikal inzwischen auf derselben brachialen Beglückungstour. Willst du nicht mein Bruder sein, schlag ich dir den Schädel ein. Links und „fortschrittlich“ so wie einst die Hexenjäger im blutroten Mittelallter.

Liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie im folgenden das Stakkato eines linken Journalisten lesen, dann denken Sie dabei an üble Halunken wie den adligen Karl-Eduard von Schnitzler, der im roten Kommunismus weit über dem einfachen Volk thronte. Arbeiterklasse? Soziale Gerechtigkeit? Gar Freiheit? Glauben Sie Linken NICHTS. Links ist ein Synonym für LÜGE geworden. Und für die ideologische Diktatur müssen die Gehirne gewaschen werden. Auch im folgenden Interview geht es um die Schnitzlersche „Hygiene“ in den Medien und in der Öffentlichkeit.

Thilo Sarrazin ist immer noch Mitglied der linksverlorenen SPD, das macht ihn gefährlich, das macht ihn zum Feind. Das muss bekämpft werden. Ein ehemaliger TAZ-Chefredakteur prügelt verbal auf den armen Sarrazin ein, welcher die Contenance bewahrt und den Rüpel im Dienste der linken Eliten konsequent entlarvt. Deshalb nun alle Fragen des Stern-Interviews OHNE Sarrazins Antworten! Ein einmaliges Dokument über den totalen Crash der deutschen Elite und ihrer Intellektuellen, die geistig und moralisch am Ende sind. Haarsträubende Aussagen wie etwa über eine Masseneinwanderung, die es nicht gibt, beweisen allerdings auch den skrupellosen Frontalangriff auf alle Kritiker. Nur noch linke Meinung und linkes Weltbild soll in Merkels neuer DDR erlaubt sein. Wahrheit ist das, was die Mächtigen so von sich geben. Fakten sind Meinung. Krieg ist Frieden. Karl-Eduard von Schnitzler und George Orwell treffen sich mit Arno Luik beim Stern zwecks öffentlicher Hinrichtung eines Islamkritikers. Applaus in Istanbul, Dubai und Teheran, herzliche Grüße von der Hamas und den Taliban. Die Internationale der Muslimbrüder wird Luik für dieses dreiste Stück Desinformation vermutlich eine Ehrenmitgliedschaft und zehn minderjährige Jungfrauen anbieten. Allahu akbar, Genossen….

STERN INTERVIEW MIT THILO SARRAZIN. DIE INQUISITION WIRD DURCH DEN LINKEN SCHARFRICHTER ARNO LUIK VERTRETEN. LUIK IST EHEMALIGER CHEFREDAKTEUR DER LINKSRADIKALEN TAZ.

Ein kleines Geschenk, Herr Sarrazin, habe ich Ihnen mitgebracht. „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing.

Weil ich hoffe, dass auch für Sie noch die Chance besteht, wegzukommen von diesem Hass auf das Fremde, auf Migranten, auf den Islam, den Koran. Das Büchlein eines alten Aufklärers als Anregung, dass mit ein wenig Toleranz die Welt besser dran wäre.

Ihre Bücher sprechen eine andere Sprache.

Ich würde sagen, Sie beuten Vorurteile aus, Sie bauen Vorurteile auf.

Ihr neues Buch, „Feindliche Übernahme“, ist der Beweis, ich fasse es kurz zusammen: Der Muslim ist gefährlich. Der Muslim ist rückständig. Der Muslim unterdrückt Frauen. Aber besonders gefährlich ist der junge Muslim. Er ist nicht nur gewalttätig, er produziert auch viel zu viele Kinder. Obendrein: Der Muslim ist wegen seines Glaubens demokratieunfähig, und er will die Weltherrschaft.

Entschuldigung, ja, Sie haben recht. Sie sagen in der Tat nicht „der Muslim“. Sie sagen stattdessen „die Muslime“ – so heißt auch ein Kapitel in Ihrem Buch.

Herausgekommen ist eine Kriegserklärung an den Islam und an Muslime.

Ein Buch, um die 1400 Jahre alt, zur Erklärung der heutigen Realität herzunehmen – das geht nicht.

Feindliche Übernahme. Durch Muslime. Heimtückisch. Gefährlich. So sehen Sie das.

Das ist ein Phantasma, dieses Gerede von der Masseneinwanderung: Es gibt keine.

Es ist doch irre, was Sie hier sagen.

Hinter jeder Zahl steht ein Mensch. Der kann sich entwickeln, verändern, sich aus bedrückenden Verhältnissen befreien – sich komplett anders verhalten, als Ihre Statistiken es vorhersehen.

Sie schreiben: „Die immer größer werdenden islamischen Communities beanspruchen in physischer und geistiger Hinsicht mehr und mehr öffentlichen Raum.“

Dieser Satz erinnert mich an etwas. Sein Subtext: Bald ist Deutschland wieder ein Volk ohne Raum.

Dann betonen Sie, dass der Islam gar nicht anders kann, als sich auszudehnen, er sei schließlich „tief geprägt vom Nomadentum seiner Entstehungszeit“.

Der auf dem rechtsradikalen Blog „Achse des Guten“ publiziert.

Ich weiß. Und das sagt viel über Sie.

Ich versuche mal, durch Ihre Brille zu schauen. Nicht nur der Islam ist sehr gefährlich, besonders gefährlich sind auch bestimmte Deutsche: „Für viele Linke und Liberale in den Gesellschaften des Westens“, schreiben Sie, „aber auch für viele Vertreter des Christentums besteht die Faszination der Einwanderung von Muslimen offenbar darin, dass die Sitten, Traditionen und die Machtverhältnisse der als glaubenslos und materialistisch empfundenen westlichen Gesellschaften infrage gestellt werden und die Legitimität des abendländischen Projekts samt Marktwirtschaft und Leistungsorientierung untergraben wird.“

Ein langer Satz, ein wirrer Satz, ein irrer Satz.

Er sagt: Linke, Liberale und auch Christen wollen sich freudig einem reaktionären Islam unterwerfen.

Das stimmt doch nicht.

Sie behaupten das einfach. Das ist auch die Arbeitsmethode in Ihrem Buch. Sie schießen 500 giftige Pfeile raus, und wenn man 450 abfängt, kommen immer noch 50 durch und wirken.

Mit all diesen Zahlen versuchen Sie den Eindruck zu erwecken: Was ich mache, ist objektiv, topkorrekt. Aber eben das ist es nicht. Da schreiben Sie zum Beispiel: „Auch in Berlin gibt es mitten in der Stadt von Muslimen betriebene Lokale, in denen Frauen der Zutritt untersagt ist, weil die Männer das so wollen.“

Sie berufen sich dabei auf einen Artikel aus dem „Berliner Kurier“. Man findet ihn im Netz nicht mehr.

Im stern-Pressearchiv finde ich ihn, da ist aber nur von einer Sportbar die Rede, Sie aber machen ganz en passant einen Plural daraus: Sie reden von Lokalen. Schlimmer noch: Die Zeitung hat ihre eigene Darstellung widerrufen, „es gab und gibt kein Zutrittsverbot“ für Frauen. Das unterschlagen Sie im Text. Nur im Anhang findet sich in einer kleinen Fußnote der merkwürdige Hinweis, der Ihre eigene These widerlegt: „Offenbar gab es kein formales Zutrittsverbot für Frauen.“

Das vermuten Sie einfach mal so.

Da widerruft eine Zeitung ihre Falschmeldung, aber Sie halten an der Fake News fest, weil Sie Ihnen ins Bild passt.

„Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entstellt“, sagte der Philosoph Georg Christoph Lichtenberg. Und genau das ist Ihre Vorgehensweise.

Aber wenn Sie keine passende Zahl finden, muss man, so O-Ton Sarrazin, „eine schöpfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch“.


Was Sie also als „Fakten“ bezeichnen, nenne ich ideologische Sprengköpfe.

Wo kommt diese Fähigkeit her?

Sie haben ja auch eine ganz große Aufgabe, nämlich, O-Ton Sarrazin, „die Welt ein Stück weit so zu gestalten, wie ich sie mir vorstelle“.

Und nun ballern Sie gegen jugendliche Muslime: Vor einem Jahr gab es eine Randale bei einem Stadtfest in Schorndorf, und für Sie …

Sie beziehen sich auf eine Meldung der „FAZ“, nach der es „zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen einer Gruppe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Polizei gekommen“ ist. Für Sie ist diese Meldung unter anderem der Beweis für die aggressive Gewalttätigkeit der jungen Muslime, die überall und jederzeit explodieren kann, für die sexuellen Übergriffe von Muslimen auf Frauen.

In Ihrem Buch schreiben Sie, dass der Schorndorfer Oberbürgermeister wohl bei der „FAZ“ interveniert habe.

Glauben Sie tatsächlich, dass der OB einer Kleinstadt bei der „FAZ“ anruft und sagt: Nehmt die Sache mit den Ausländern raus! Und dass die „FAZ“ dann brav spurt?

Interessant.

Das ist, wieder einmal, eine Vermutung.

Vielleicht aber hat Rüdiger Soldt von sich aus einen Sachverhalt einfach nur handwerklich richtiggestellt?

Nein, das haben Sie nicht. Fast alle Medien haben damals ihre übereilten Falschmeldungen richtiggestellt, die dpa hat sich sogar entschuldigt. Das erwähnen Sie nicht. Übrigens auch nicht den Polizeibericht. Die Polizei meldete: Ausgelöst wurde die Randale von einem 16-jährigen Deutschen, der einem Syrer eine Flasche an den Kopf warf.

Es war ein Deutscher, sagt die Polizei. Es waren auch nicht 1000 gewalttätige Migranten, die randalierten, sondern „ungefähr 100 Personen überwiegend mit Migrationshintergrund“, es gab auch keine bewaffneten Trupps, die durch die Stadt zogen. In gerade mal sechs Fällen ermittelte die Polizei wegen sexueller Belästigung. Schlimm genug das, aber gewiss kein Beweis für die prinzipielle Gewalttätigkeit von muslimischen Jugendlichen.

Nein, es ist dafür kein Beispiel. Sie haben nichts dagegen, wenn ich Sie einen Hassprediger nenne?

Das sehe ich anders.

Weil Sie offenbar nach dieser Devise leben: „Paragraf 1: Ich habe immer recht. Paragraf 2: Habe ich mal nicht recht, tritt Paragraf 1 in Kraft.“

Ah so. Aber in all Ihrem Eifer haben Sie Pech.

Die Industrie sehnt sich nach Arbeitskräften aus dem Ausland – nach Leuten, die Sie nicht hier haben wollen. Siemens-Chef Joe Kaeser warnt dabei indirekt vor Ihnen. Er benutzt ein Wort, das Sie geprägt haben: „Lieber Kopftuch-Mädel als Bund deutscher Mädel“, sagte er neulich.

Er warnte davor, dass Rassismus und Nationalismus wieder hoffähig würden. Deutschland lebe vom Export, von offenen Grenzen, Konzerne seien global aufgestellt mit Mitarbeitern und Kunden jeder Hautfarbe und Religion. Kaeser: „Es haben damals beim Nationalsozialismus zu viele Menschen geschwiegen, bis es zu spät war. Und das darf uns in Deutschland nicht wieder passieren.“

Herr Sarrazin, ich bewundere Sie. Sie können wirklich stolz auf sich sein.

Natürlich. Aber Sie, Genosse Sarrazin, haben mit Ihren Schriften Historisches geschaffen. Und das als Rentner! Sie haben einen Bazillus in die Welt gesetzt, der mithalf, Ihre Partei wie ein Primelchen eingehen zu lassen, der die einstmals so stolze Volkspartei SPD zu einem verängstigten Haufen machte, Sie haben mächtig dazu beigetragen, dass nun mit der AfD eine rechtsradikale Partei im Bundestag hetzen kann.

Sie haben die Stimmung, das Denken, das Reden, das Handeln im Land fundamental verändert.

Ich sage es ebenfalls andersrum: Sie haben dazu beigetragen, ein Klima zu schaffen, in dem in der anständigen Wochenzeitung „Zeit“ plötzlich ernsthaft darüber diskutiert wird, ob man Menschen retten darf, die im Mittelmeer ertrinken, ob daraus ein Pullfaktor für ungehemmte Migration entsteht oder ob man Flüchtlinge sterben lassen kann, bis die übrigen in Afrika begreifen, dass es keine gute Idee ist, sich auf den Weg nach Europa zu machen.

Schon klar. Sie sind ein kalter Mensch.

Seereise.

Die Menschen werden weiterhin kommen, weil sie Hunger haben, wegen der Dürre, wegen des Klimawandels, wegen der Kriege, wegen …

Was mich verstört: Sie betonen auf fast jeder Seite, wie gefährlich der Islam ist. Aber das Wort NSU, die furchtbare Mordserie, die diese rechtsterroristische Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund hier an Türken begangen hat, erwähnen Sie kein einziges Mal.

Sie reden von der Gefährlichkeit von Muslimen, doch diese schrecklichen Gewalttaten verübten Deutsche an Mitbürgern mit Migrationshintergrund.

Aber wie die türkische Gemeinde auf diese barbarischen Untaten reagiert hat, widerlegt eindrucksvoll Ihre These von der Gefährlichkeit der Muslime. Sie haben erduldet, wie die überlebenden Angehörigen von der Polizei erst selbst verdächtigt wurden, sie sind nicht ausgerastet, obwohl der Prozess sehr viele Fragen unbeantwortet ließ, sie haben hingenommen, dass die dubiose Rolle des Verfassungsschutzes nicht aufgeklärt wurde. Es gab keine Aufstände in der Sonnenallee, in Kreuzberg, Marxloh – keine Gewalttätigkeit von den angeblich so gewaltbereiten muslimischen Jugendlichen. Das widerlegt all Ihre Thesen.

Ich habe sie am Anfang kurz zusammengefasst.

Vielleicht wollen Sie es so sehen? Vielleicht will man hier selbst „Erfolgreiche“ und „Angepasste“ nicht integrieren? Vielleicht ist es, wie es der Fußballprofi Mesut Özil beschrieben hat: „Ich bin Deutscher, wenn wir gewinnen, und ein Immigrant, wenn wir verlieren.“

Wie bitte?

So simpel ist das?

 

 

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