In Köthen „umstritten“: Kein Herzschlag mehr, wenn man totgeprügelt wurde?

Max Erdinger

Wenn das Herz versagt, nachdem man verprügelt wurde (Foto: Von maradon 333/Shutterstock)
Schlagzeilen gibt es, da kann man nur noch staunen. Die sind inzwischen wahnhaft. In Köthen wird ein 22-jähriger Deutscher von zwei Afghanen totgeprügelt – und in der Presse heißt es, er sei an einem schwachen Herz verstorben. Die Überschriften werden von Tag zu Tag grotesker und schändlicher.
Die hier ist aus der Welt: „22-Jähriger in Köthen starb an akutem Herzversagen“. Im Text heißt es weiter: „Der in Köthen in Sachsen-Anhalt ums Leben gekommene 22-Jährige ist nach Angaben der Ermittler an akutem Herzversagen gestorben. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis stehe dieses Herzversagen nicht im direkten Zusammenhang mit den erlittenen Verletzungen des jungen Mannes, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Dessau-Roßlau am Sonntagabend mit.“ Die Polizei gebedas Alter der beiden festgenommenen Afghanen mit 18 und 20 Jahren an. Das Opfer stamme aus Deutschland. „Gegen den 18 Jahre alten Verdächtigen werde jetzt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt, gegen den 20-Jährigen wegen des Anfangsverdachts der Körperverletzung mit Todesfolge.“
Wenn man mit 300 Sachen frontal gegen die Schutzhülle eines stillgelegten Kernkraftwerks fährt, woran stirbt man dann? – Genau, an Herzversagen. Herzversagen infolge spontaner Airbag-Unterfunktion, um genau zu sein.
Was schreibt die BILD? – „Er trat immer wieder gegen seinen Kopf“ – weiter: „Hier wurde Markus B. (22) in der Nacht zum Sonntag schwer zusammengeschlagen. So schwer, dass sein Herz versagte und er starb. Zuvor hatte er sich in eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Afghanen um eine Deutsche (18) eingemischt.
Markus B. (22) wurde also so schwer zusammengeschlagen, daß sein Herz versagte. Prügelexperten vermuten nun, daß es an Markus B.´s Herzen gelegen haben muß, nicht ausschließlich an den Prügeln. Wahrscheinlich hätten ihn die Afghanen nicht totgeprügelt, wenn sie gewußt hätten, daß Markus B. ein Herz hat, das zu schlagen aufhört, wenn man es  totprügelt.
Wie liest sich das in der ZEIT? – „Nach Informationen der ZEIT gerieten Samstagabend drei Afghanen in Streit mit einer jungen, deutschen, schwangeren Frau um die Frage, wer der Vater ihres Kindes ist. Einer der Afghanen entfernte sich, dafür kamen zwei Deutsche hinzu. Offenbar kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Afghanen und den beiden Deutschen. Am Ende lag einer der Deutschen tot am Boden. Der hinzugerufene Notarzt soll ein Hämatom am Kopf festgestellt haben. Das Opfer könnte an einer Hirnblutung gestorben sein, hieß es. Möglich sei auch, dass er an einer Herzschwäche gelitten habe. Noch für den Sonntagnachmittag wurde eine Obduktion angeordnet. Bereits in den frühen Abendstunden soll es gesicherte Erkenntnisse über die Ursache des Todes geben. Der Bruder des Getöteten soll ein vorbestrafter Rechtsextremist aus Köthen sein. Von den beiden tatverdächtigen Afghanen steht offenbar einer unter subsidiärem Schutz, der andere sollte im April 2018 abgeschoben werden. Dazu war es nicht gekommen, weil kein Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft erzielt werden konnte: Offenbar waren gegen ihn laufende Verfahren wegen Körperverletzung anhängig.
Was, bitteschön, soll der Informationsgehalt sein von: „Der Bruder des Getöteten soll ein vorbestrafter Rechtsextremist aus Köthen sein“? – Daß die Sippenhaft wieder eingeführt worden ist? Wie sieht es mit dem Onkel des Stiefbruders von Markus B. (22) aus? Könnte das rein theoretisch nicht dieser ZEIT-Journalist ohne Vorstrafen selbst sein? Wenn ja, dann würde ich mir die Schuldzuweisung an das Opfer eher von dort holen.
Aber trotzdem: Wie’s wohl kommt, daß ein wegen Körperverletzung bereits Angeklagter, der seit fünf Monaten hätte abgeschoben werden müssen, auf freiem Fuße einen jungen Deutschen tötet? Hat Frau Bundesjustizministerin Barley nicht ausdrücklich angeordnet, daß keinesfalls der Eindruck entstehen darf, als gebe es rechtsfreie Räume in Deutschland? – Doch, hat sie. Warum hört eigentlich niemand auf die gute Frau? Straftaten sind bei uns verboten!
Wie bitte? Sie meinen, es habe ja gar keine schwere Straftat gegeben, sondern ein Herzversagen – und dafür könnten doch die Afghanen nichts? So ein bißchen Prügel muß ein anständiger Qualitätsdeutscher einfach aushalten, ohne gleich den Geist aufzugeben?
Wieviel schmierige Realitätsverleugnung ist in dieser aalglatten Presselandschaft eigentlich möglich geworden? Und warum?
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