„Tagesthemen“ hetzen: Maaßen „zündelt“ und habe „nicht mehr alle Tassen im Schrank“

Völlig sinnlos: Frau erklärt "Maaßen" - Foto: Screenshot

In der Machart einer üblen Propagandasendung haben die „Tagesthemen“ gestern ihre Kanzlerin gegen die Aussagen des Verfassungsschutz-Präsidenten in Schutz genommen. Gleichzeitig kippten sie kübelweise Beleidigungen über Hans-Georg Maaßen aus, der „nicht mehr alle Tassen im Schrank“ habe und „Wasser auf die Mühlen rechter Verschwörungstheoretiker“ gebe. Die sogenannten Berichte und Kommentare gipfelten in der Forderung, er solle „schleunigst zurücktreten“.

Ohne auch nur den Anschein von Objektivität erwecken zu wollen, ist diese Sendung ein Beispiel dafür, wie Journalisten Hetze betreiben. Die „Tagesthemen“ beginnen mit einem riesigen Bild Maaßens, das seine rechte Gesichtshälfte verschattet. Hier soll der Zuschauer sofort den Eindruck bekommen, dieser Mann kommt aus dem Halbdunkel. Neben dem Bild steht Moderatorin Caren Miosga und sagt mit empörtem Tonfall, Maaßen, „zweifelt mal eben in der Bild-Zeitung an, ob es überhaupt Hetzjagden gegeben habe.“ Dass er nicht der erste ist, sondern nach dem Generalstaatsanwalt und dem Ministerpräsidenten Sachsens bereits der Dritte – erfährt der Gebührenzahler nicht. Auch nicht, dass sie nicht zweifelten, sondern es schlicht bestritten.

Miosga sagt dann, der Verfassungsschutzpräsident habe „keine Zeugen benannt“. Aber die reden natürlich in den „Tagesthemen“. Dann präsentiert die ARD zwei afghanische Flüchtlinge, denen sie ein Video von der „Antifa Zeckenbiss“ vorführt. Auf dem Video ist praktisch nichts zu sehen, außer dass in völliger Unschärfe ein Mann einem anderen hinterherläuft. Dann meint die Reporterin, darauf seien die beiden zu erkennen – eine Behauptung, die man aufgrund der Bildqualität weder bestätigen noch verneinen kann: „Dort sind zwei Männer zu sehen, die den beiden ähnlich sehen und angefeindet werden.“ Dann folgt der O-Ton eines Afghanen im gebrochenen Deutsch: „Er hat einfach zu uns so gekommen und: Habt Ihr Problem oder so. Geh weg von Deutschland und geh raus und dann mit uns geschlagen.“ Interessanter Weise steht im „Tagesthemen“-Untertitel: „Der Mann hat uns geschlagen.“ Ein ziemlicher Unterschied, ob ein Mann schlägt oder man sich geschlagen hat. Aber nicht für die „Tagesthemen“, die das Originalzitat einfach fälschen.

Dann kommt wieder Miosga, die ihre Empörung kaum noch im Zaum halten kann: „Maaßen spricht tatsächlich von Mord, obwohl die Staatsanwaltschaft wegen Totschlags ermittelt.“ Kein Wort darüber, dass es mehr als verwunderlich ist, dass bei einem Messer-Massaker, bei dem ein Mensch stirbt und zwei schwer verletzt werden, nur wegen Totschlags ermittelt wird – nein, der Vorwurf wird umgedreht und das Wort „Mord“ als Beleg für Maaßens angebliche Hetze benutzt.

Jetzt erklärt Miosga ihren Zuschauern, was Maaßen darf und was nicht: „Mal abgesehen, dass es nicht die Aufgabe eines Verfassungsschutzpräsidenten ist, Vermutungen in die Welt zu setzen, stellt sich die Frage, warum der Mann in einer ohnehin aufgeheizten Stimmung noch zusätzlich zündelt.“ Ja, da ist es wieder das Verb, das in Deutschland nur den Nazis zugeschrieben wird: zündeln.

Glaubte man bis dahin, jetzt aber genug indoktriniert worden zu sein, kommt „Panorama“-Chef Georg Restle als Kommentator und hetzt weiter gegen Maaßen: „Mal ganz ehrlich: Hat der Mann noch alle Tassen im Schrank?“ Der Verfassungsschutzpräsident spricht natürlich nicht, in den Worten Restles „fabuliert“ er. Und zwar von „gezielter Falschinformation, die vom Mord ablenken sollen“. Und auch er muss das offenbar stärkste Argument gegen den Verfassungsschutz-Präsidenten noch einmal vorkramen“ „Er redet von Mord statt von Totschlag, ohne dafür irgendeinen Beweis vorzulegen.“

Dann gibt Restle zu, wie sehr er nicht nur seine Kanzlerin, sondern auch sich persönlich angegriffen fühlt und interpretiert Maaßens Worte so: „Alles Lügen der verhassten Medien.“ Der Kommentator bleibt bei der von der Kanzlerin und den Staatsmedien verbreiteten Version von „Hetzjagden“ und spricht von einer „Demonstration, in der Führungskader der AfD den Schulterschluss zelebrierten mit Rechtsextremisten, gewaltbereiten Nazis und Hooligans“. Maaßen gebe „Wasser auf die Mühlen rechter Verschwörungstheoretiker“. Dann formuliert er die Forderung an Maaßen: „Sie treten schleunigst zurück!“

 

Miosga mit ihrer strahlenden Heldin: Merkel

Dass die „Tagesthemen“ als einzigen Beweis ein zwei-sekündiges Video vorlegen, auf dem vor lauter Unschärfe praktisch nichts zu erkennen ist, scheint ihm nicht peinlich zu sein. Das Thema Maaßen ist damit abgehakt. Jetzt kann die Sendung wieder ihre Heldin feiern. An derselben Stelle, an der eben noch das entstellte Foto von Maaßen zu sehen war, folgt direkt im Anschluss an Restles Hetz-Kommentar ein Bild von einer strahlenden Bundeskanzlerin, die im Begriff ist, Frankreichs Präsidenten Macron in den Arm zu fallen. Wie hinreißend aber auch. (WS)

 

Hier können Sie sich die „Tagesthemen“ von gestern anschauen:

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