„Zeit“ & „F.A.Z“: Die Bordkapelle des sinkenden Schiffs

Max Erdinger

Die Medienkritik: ZEIT (Foto: Collage)

Die Ereignisse überschlagen sich. Der sächsische Generalstaatsanwalt verneint Menschenjagden in Chemnitz. Auch der sächsische Ministerpräsident sagt, daß es keine gegeben habe. Die Kanzlerin bockt noch. Sie will partout, daß es welche gegeben haben soll. Manuela Schwesig hat auf ihrer Facebook-Seite fast nur Contra bekommen. Martin Dulig und sein alter Küchentisch bilden ein Dialogformat. Die ARD-Tagesthemen müssen sich entschuldigen. Die kulturmarxistische Titanic säuft in den Umfragen ab und die Bordkapelle spielt tapfer weiter. Szenen des Untergangs.

Wer es mit der tragischen Seefahrt nicht so hat und deshalb andere Bilder bevorzugt: Der linksintellektuelle Volkssturm formiert sich und kämpft vereinzelt bereits gegen den Verlust seiner Illusionen. In der „Zeit“ startet Johanna Pink einen Verzweiflungsangriff auf Thilo Sarrazin wegen dessen aktuellen Buchs über den Islam – und in der F.A.Z. versucht sich Andreas Kilb an der Demontage Oswald Spenglers. Die Eine hält Nebensächlichkeiten für relevant und der Andere unterteilt den Buchmarkt in gefährliche und ungefährliche Bücher, anstatt in lesenswerte und nicht lesenswerte.

Allein die Titelzeile von Frau Pinks Rezension in der „Zeit“ ist ein Schmankerl. Sie fragt: „Ist diese Religion gefährlich?„, um fortzufahren wie folgt: „Thilo Sarrazin hat ein Buch über den Islam geschrieben: Unter dem Titel „Feindliche Übernahme“ führt er die Probleme der Integration auf den muslimischen Glauben zurück.

Auf dumme Fragen antwortet man am besten mit ein paar klugen Gegenfragen. So zum Beispiel: Liiiebe Frau Pink! Sollte die Frage, ob der Islam gefährlich ist, nicht eigentlich geklärt worden sein, bevor man Millionen Islamgläubiger ins Land geholt hat? Finden Sie nicht, daß das bei mittlerweile etwa 4 Mio. Moslems im Land eine etwas verspätete Frage ist? Und wenn es schon unbestreitbare Integrationsprobleme gibt mit den Islamgläubigen – und zwar fast ausschließlich mit ihnen – , könnte es dann vielleicht sein, daß die Wasserleiche ertrunken ist? Und wenn nicht: Ist es dann vielleicht denkbar, daß das Problem mit dem ollen Hitler gar nicht darin zu sehen wäre, daß er ein Nazi gewesen ist? Und könnte es sein, daß Sie noch nie etwas darüber gelesen haben, warum der Islam gefährlich ist? Kennen Sie Atatürk? Kennen Sie die Daten der Weltgesundheitsbehörde zu Analphabetismus und Durchschnitts-IQ in der islamischen Welt? Wissen Sie, in welchem Kulturkreis es die meisten Inzuchtgeschädigten gibt? Wissen Sie, welcher Religion weit über 90 Prozent aller Terroristen weltweit angehören? Wollen Sie wirklich immer noch jetzt erst wissen, ob der Islam eine gefährliche Religion ist?

Frau Pink konstatiert: „Seit bald zehn Jahren wird in Deutschland auf allen Kanälen über „den Islam“ diskutiert. Verhindert er Integration? Unterdrückt er Frauen? Gefährdet er unsere Sicherheit? Befördert wurden diese nicht enden wollenden Diskussionen unter anderem durch Thilo Sarrazins 2010 erschienenen Bestseller Deutschland schafft sich ab, in dem der Autor allerlei Befunde zu Migration, Geburtenraten und Intelligenzquotienten zum Szenario einer existenziellen Bedrohung verdichtete.

Aha, die existenzielle Bedrohung ist nur ein Szenario. Verdichtet wurde es zu einem solchen von einem Buchautor anhand von „allerlei“ Befunden, nicht etwa von den Moslems selbst. Man muß wohl Frau sein und Pink heißen, um den Sachverhalt so darzustellen. Übrigens, Frau Pink: Daß diese Diskussionen nicht enden wollen, liegt daran, daß die Dummheit derjenigen, die allerlei Befunde partout nicht wahrhaben wollen, ebenfalls endlos ist.

Zwar spielten Muslime und, natürlich, Kopftuch tragende Musliminnen in diesem Bedrohungsszenario bereits eine tragende Rolle, aber auf die eigentlich religiösen Grundlagen des Islams ging Sarrazin in diesem Buch noch nicht ein. Es war vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis er das nachholen würde. Schließlich kommt schon seit Jahren kaum eine Islamdebatte ohne einen Experten aus, der „den Koran gelesen“ hat und daher ganz genau weiß, wie es sich mit dem Islam verhält. In dieses Muster reiht sich nun auch Thilo Sarrazin ein. In einer überwältigenden Vortäuschung von Sachlichkeit präsentiert er die Begründung dafür, warum das in Deutschland schafft sich ab geschilderte Schreckgespenst auf nichts anderes als den Islam zurückgehe.

Sehen Sie, Frau Pink, das ist wie mit Hitlers „Mein Kampf“. Dieses Buch ist schon stilistisch ein derartiger Langweiler, daß es die wenigsten unter den Millionen von anständigen Nazikritikern hierzulande je gelesen haben. Sie, Frau Pink, wären allerdings die Letzte, die mit der Begründung jemandem seine ablehnende Haltung dem Nationalsozialismus gegenüber vorwerfen würde, daß er das Buch „Mein Kampf“ nicht gelesen hat. Nicht auszudenken, der anständige Nazikritiker hätte es gelesen! Sie würden ihm vorwerfen, seine ablehnende Haltung sei deswegen so, weil er es gelesen hat.

Das sieht ganz danach aus, als würden Sie jeden für alles kritisieren, ganz egal, ob er etwas gelesen hat oder nicht. Und zwar nur deswegen, weil Ihnen die Schlüsse nicht gefallen, zu denen er kommt, nachdem er das Hauptwerk zum Thema gelesen hat. Ich verrate Ihnen mal was: Das ist eine überwältigende Vortäuschung von Intelligenz Ihrerseits. Dies wiederum auf die Metaebene transponiert, bedeutet es eine überwältigende Vortäuschung von intellektueller Überlegenheit Thilo Sarrazin gegenüber. Das haben Sie zwar rhetorisch ganz geschickt gemacht, aber hier geht es nicht darum, ob Sie rhetorisch geschickt sind, sondern darum, ob Sarrazin recht hat.

Er (Sarrazin, Anm.d.Verf.) hat erkannt, dass der Koran kein Mathematikbuch ist. So gerüstet, schickt er sich an zu erklären, warum Musliminnen und Muslime gar nicht anders können, als Scharen von Kindern in die Welt zu setzen, mit Verachtung auf Ungläubige herabzusehen sowie Bildung und Kultur weit von sich zu weisen. Zur Untermauerung solcher stetig wiederholter Kernaussagen führt er eine Anhäufung von Zitaten, historischen, politischen und demographischen Informationen an. Ob all diese Informationen exakt zutreffen oder nur ungefähr oder nur, wenn man sie aus dem Kontext reißt, oder vielleicht gar nicht, scheint dabei nachrangig zu sein. Dass es von Fehlern wimmelt, von denen die Angabe, der Koran habe 113 – statt 114 – Suren einer der peinlicheren ist, ist offenbar weder ihm noch seinem Verlag aufgefallen; ( … ) Denn Sarrazin geht es nicht um ein Verständnis der islamischen Geschichte, es geht um europäische Selbstvergewisserung. Europa ist für ihn der wesenhaft moderne Gegenpol zu einem ebenso wesenhaft rückschrittlichen Islam.“

Sehen Sie, Frau Pink, ich wusste bis gerade eben nicht, wieviele Suren der Koran hat. Weil ich Ihnen aber keinesfalls einfach so glaube, habe ich kurz bei Google nachgesehen. Sie haben recht: Es sind 114. Gedauert hat diese kleine Recherche ungefähr 5 Sekunden. Jetzt einmal scharf nachgedacht: Wenn Sarrazin die exakte Zahl der Suren im Koran (er lag nur um eine daneben!) für wesentlich gehalten hätte hinsichtlich des Themas „Feindliche Übernahme“, – meinen Sie nicht, daß er diese 5 Sekunden Recherche investiert hätte? Halten Sie die Anzahl der Suren für wesentlich? – Ja, schon. Aber warum? Weil sich die falsche Zahl eignet, um Sarrazin einfach so ans Bein zu pinkeln, ohne ihn hinsichtlich seiner Aussagen zum Wirken des Islam in einer westlichen Gesellschaft angreifen zu müssen, was ja sein eigentliches Thema gewesen wäre.

Frau Pink von der „Zeit“ tummelt sich in ihrer Rezension von Thilo Sarrazins aktuellem Buch noch auf allerlei anderen Nebenkriegsschauplätzen, um sich der essentiellen Aussage des Buches nicht nähern zu müssen. Einer der schönsten dieser Nebenkriegsschauplätze ist die Alhambra in Granada. Weil Sarrazin in seinem Buch behauptet hat, es habe sich nie eine selbstständige islamische Baukultur entwickelt. Und tatsächlich ist es ja auch nicht die Alhambra, die uns feindlich übernimmt, den Fortschritt behindert und eine gefährliche Religion sein könnte oder nicht. Die Alhambra ist ein beeindruckendes maurisches Bauwerk – und die Europäer habe sie von den Moslems feindlich übernommen, weil die Moslems sie im Mittelalter an einer ganz schön falschen Stelle errichtet haben. Es scheint der Frau Pink nicht aufgefallen zu sein, daß es für die Beantwortung der Frage, ob der Islam im Jahre 2018 eine gefährliche Religion ist, keine Rolle spielt, daß die Alhambra aus dem Mittelalter eine eigenständige islamische Baukultur repräsentiert.

Übrigens: Die weltgrößte Turmuhr gibt es ausgerechnet in Mekka. Ein wahres Meisterwerk. Nur aus dem islamischen Kulturkreis kommt sie leider, leider nicht. Sie stammt von dem deutschen Mittelständler Perrot aus Calw. Wie´s wohl kommt?

Jedenfalls hat die Frau Pink in der „Zeit“ alles gegeben, was sie hatte, um Thilo Sarrazins neues Buch schlechtzuschreiben. Der „Zeit“-Leser wird es goutieren und fest daran glauben, daß Sarrazin damit widerlegt sei. Na ja, der Volkssturm warf ebenfalls Handgranaten, um die Rote Armee aufzuhalten.

Nun aber zu Andreas Kilb in der F.A.Z. und seinem Versuch, Oswald Spengler als Ignoranten zu outen. Vor ziemlich genau hundert Jahren kam Spenglers berühmtestes Werk heraus. „Untergang des Abendlandes“ heißt es – und der Buchtitel wurde zum geflügelten Wort. Kilb behauptet, es handle sich um ein „nicht ganz ungefährliches Buch„, was er vom Koran vermutlich nicht behaupten würde. Daß es hingegen schon fast so gefährlich sei wie „Mein Kampf“, wäre eine Aussage, auf die sich Kilb eventuell einlassen würde. Da bin ich mir sicher. Herr Kilb passt, was die gemeinsamen Absichten angeht, sehr gut zu Frau Pink. Bei Andreas Kilb muß man sich sogar fragen, was er daraus schlußfolgert, daß Spengler ein „nicht ganz ungefährliches Buch“ geschrieben hat. Soll man es auf den Index setzen? Oder verbrennen, vielleicht? Begreift sich Kilb als den „paternalistischen Gedankenschützer“ des ach so mündigen Lesers? Jedenfalls sollten sämtliche Alarmglocken schrillen, wenn jemand einen hundert Jahre alten Bestseller als „nicht ganz ungefährliches Buch“ bezeichnet. Ist Kilb der deutsche Bücher-TÜV?

Spenglers „schillerndes Opus„, schreibt Kilb, „scheint aktueller denn je. Das hat mit dem zentralen Begriff zu tun, um den Spenglers Denken kreist: „Kultur“. Bei Spengler ist alles Kultur, die Musik Bachs ebenso wie die Kreiseltheorie von Euler, der Marienglaube und die doppelte Buchführung, die Kathedrale und die Kabinettkriege, Golgatha und Waterloo. Und weil alles Kultur ist und eben nicht Politik, Technik, Ware, Werkzeug, Wissen, ist auch nichts verhandelbar, weder in den Kulturen selbst noch zwischen ihnen. Keine der sieben Hochkulturen, die Spengler seit Anbeginn der Zeiten aufblühen und vergehen sieht – eine achte, die „russische“, dämmert unscharf am Horizont herauf –, hat je die andere verstanden, weil jede nur aus ihrem eigenen Gesichtskreis, ihrer je eigenen „Seele“ heraus in die Welt schaut.“

Damit hat er Spengler durchaus richtig verstanden. Ich wüsste nicht, was es daran auszusetzen gibt, außer, daß Spengler ganz offensichtlich kein Freund der multikulturellen Gesellschaft gewesen ist. Das nämlich muß man heute monieren, wenn man bei der F.A.Z. oder sonst einem der ehemaligen Leitmedien beschäftigt bleiben will. Nur: Was man heute muß, wenn man ein Kilb ist, hat überhaupt nichts mit der Frage zu tun, ob Spengler recht hatte.

Denn bei Spengler, und das macht sein Denken für heutige Kulturchauvinisten interessant, gibt es keine Menschheit im eigentlichen Sinn.

„Wer Menschheit sagt, will betrügen“. Das wusste nicht nur Owald Spengler, sondern auch Carl Schmitt. Und der gilt als Klassiker des politischen Denkens.

Doch, doch, es gibt schon eine Menschheit. Innerhalb dieser Menschheit gibt es aber ganz gewaltige Unterschiede – und die wiederum sind allesamt kultureller Natur. Daß die Kilbs unserer Zeit die Unterschiede zwischen Eskimos, Oberbayern, Buschmännern, Unterfranken, Bretonen und Aborigines am liebsten ignorieren, indem sie pauschal nur noch von „die Menschen“ – und in dem Zusammenhang am liebsten auch nur noch von „die Menschheit“ reden – , ändert daran überhaupt nichts.

Es ist nur so: Man muß schon Kulturchauvinist sein, um die eigene Kultur erhalten zu wollen. Warum würde man sie erhalten wollen, wenn man sie nicht für die beste hielte? Nehmen wir z.B. die Korjaken auf der Halbinsel Kamtschatka. Auf Kamtschatka gibt es viele Vulkane – und die Korjaken glauben, daß man sie durch Trommeln, Singen, ums Feuer herumtanzen und Holzpuppenschnitzen besänftigen muß. Das ist eine schöne Kultur. Und zwar auf Kamtschatka.

Es beißt aber die Maus keinen Faden ab: Musik und Tanz kann man studieren. Es gibt in unserem Kulturkreis objektive Maßstäbe für „gute Musiker“ und „gute Tänzer“. Auch einen guten Schlagzeuger kann man leicht erkennen. Und so leid es mir tut: Von den Korjaken trommelt keiner so gut wie Billy Cobham, ihre Holzpuppen schauen nicht aus, als stammten sie von Tilman Riemenschneider, sondern so, als hätte sie Michel aus Lönneberga in seinem Arrestschuppen geschnitzt – und die Tänzer sind von einem Rudolf Chametowitsch Nurejew ebenfalls meilenweit entfernt. Mit ihrer Volkskunst würden die Korjaken hierzulande keinen Blumentopf gewinnen, außer vielleicht auf einem Grünen-Parteitag. Deshalb ist es wundervoll, wenn die Korjaken dort die Könige sind, wo sie eben die Könige sind: Bei sich zuhause. König zu sein ist klasse und macht das Leben schön. Ich mag die Korjaken und freue mich, wenn sie glücklich sind. Weil ich ein menschlicher Mensch dieser Menschheit bin – und kein unmenschlicher Leutezusammenpanscher, der sich für den Heiland jedweder Vielfalt hält.

Es gibt nur Kulturgruppen, die in geographischen Räumen wie dem Niltal, der Inselwelt des Mittelmeers oder den Ebenen Westeuropas wurzeln und ihre Ausdrucksformen entwickeln, ihre Götter, ihre Künste, ihre Herrschaftsformen. Auch die Wissenschaften, die sie betreiben, und die Gesetze, die sie sich geben, sind Teil ihres „Stils“ und daher nur für sie brauchbar.

Daß der Oswald Spengler aber auch so dermaßen recht hatte, – das packt ein zeitgeistiger Kilb einfach nicht. Dabei könnte er es mit Händen greifen! Ganz Afrika ist ein einziger Beleg für die Richtigkeit von Spenglers Thesen. In Afrika gibt es Abermillionen von „die Menschen“, die mit unseren europäischen Wertvorstellungen nicht das geringste anfangen können. Weder sind sie an wirtschaftlicher Effizienz interessiert, noch an einem Staat, noch an Pünktlichkeit, noch an Verläßlichkeit, noch an Zukunftsplanung oder Karlheinz Stockhausen – und zu Zeiten, als Europäer bereits ins Restaurant gingen zum Essen, haben sie ihren „Nächsten“ noch über dem offenen Feuer gegrillt. Die Leute in Afrika haben eine wundervolle Kultur, gar keine Frage. Aber sie ist bloß in Afrika wundervoll. Meinen Autoschlüssel würde ich dort nicht so ohne weiteres hergeben. In Monaco hingegen …

Am schärfsten und vergeblichsten hat Robert Musil gegen Spenglers kulturrelativistische Vereinnahmung wissenschaftlicher Erkenntnis Einspruch erhoben.“

Was hat er denn gesagt, der Musil?

Geblieben ist Musils ätzende Satire auf Spenglers historische Analogien: „Es gibt zitronengelbe Falter, es gibt zitronengelbe Chinesen; in gewissem Sinn kann man also sagen: Falter ist der mitteleuropäische geflügelte Zwergchinese. Falter wie Chinesen sind bekannt als Sinnbilder der Wollust… Dass der Falter Flügel hat und der Chinese keine, ist nur ein Oberflächenphänomen.

So, Kilb, jetzt aber mal ganz genau: Gibt es zitronengelbe Chinesen? – Gelbe gibt es. Zitronengelbe gibt es nicht, sondern höchstens Bautzner Senfgelbe, mehr beige als gelb. Den Zitronenfalter gibt es allerdings. Deswegen ist der Robert Musil ein ganz linker Hund gewesen, als er die Gleichsetzung von Zitronenfalter und Chinese gemacht hat. Zwei verschiedene Gelb! Aber das ist ja genau das Probem mit euch Humanitätsfaslern: Unterschiede, die euch nicht passen, werden einfach geleugnet oder nivelliert. Musil hat hier keine „ätzende Satire“ auf Spengler hinterlassen, sondern bloß absichtsvoll blödes Geschwätz.

Wer existierende Unterschiede leugnet, ist einfach ein Depp und kein Humanist, Kilb.

Übrigens: Weil Spengler, sehr realistisch, den Kampf für den Naturzustand der Kulturen hält, – wenn  sie sich nicht gerade in einer glückliche Phase befinden, in welcher ihnen andere Kulturen gleichgültig sind -, ist eigene Minderbewaffnung eine Gefahr für den Frieden. Wer in Frieden leben will, muß dafür sorgen, daß sich niemand traut, ihn anzugreifen. Deswegen sind die Kilbs, die Merkels, die Bedford-Strohms und die von der Leyens dieser völlig verblödeten Republik eine Gefahr für den Frieden in unserer Kultur, die bekanntlich alles umfasst, weil alles kulturell bedingt ist. Selbst im antiken Rom wusste man schon: „Si vis pacem para bellum“ (Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor). Und das war lange vor Spengler.

Aber wie stand es 2000 Jahre später in der strunzdummen „Zeit„? – So: „Wir sollten das als eine Stilfigur verstehen, als ein Paradoxon.“  Die haben dort schon 1981 nicht mehr zwischen Angriff und Verteidigung unterschieden. Alles bloß noch Krieg. Deswegen „paradox“. „Der Krieg“ und „die Menschen“. Ich kann keinem Menschen sagen, wie sehr ich mich darauf freue, die Herrschaft der völlig verblödeten Nivellierer und Egalitaristen mit ihrem saudummen Humanitätsgefasel kollabieren zu sehen. Die Chemnitzer und die Dresdner haben mir die Zuversicht zurückgebracht. Hoch leben die Sachsen!

 

 

 

 

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