AfD-Chef Gauland will „friedliche Revolution“ für Deutschland

Alexander Gauland nimmt kein Blatt mehr vor den Mund. Foto: dts-Nachrichtenagentur

Eine „friedliche Revolution“ will AfD-Chef Alexander Gauland in Gang setzen. Die Anlehnung an den Begriff, der das SED-Regime zum Einsturz brachte, scheint berechtigt – erinnern doch die Bilder der großen AfD-Demonstrationen mit den vielen Deutschland-Fahnen an die Proteste, die die DDR zum Einsturz brachten. Gauland sagt auch, was er von einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz halte. Sie werde der AfD noch mehr Stimmen bringen.

Die neue „friedliche Revolution“ müsse sich gegen das aktuelle „politische System“ richten. „Das ist aber kein Umsturz der grundgesetzlich garantierten Ordnung“, sagte Gauland der heutigen Ausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Es gehe bei der von ihm angestrebten „Revolution“ um alle Personen, die das „System Merkel“ stützten.

Der AfD-Chef betonte, dass er das nicht nur gegen die Union meine: „Das sind auch Leute aus anderen Parteien und leider auch aus den Medien. Die möchte ich aus der Verantwortung vertreiben.“

Auf die Frage, ob es ihm zu denken gebe, wenn der Verfassungsschutz seine Partei beobachten wolle, sagte der 77-Jährige: „Das gibt mir zu denken. Aber nicht in dem Sinne, in dem Sie sich das vorstellen. Sondern in dem Sinne, dass wir offensichtlich für die Konkurrenten so gefährlich geworden sind, dass diese jetzt zu administrativen Mitteln greifen.“

Die „FAZ“ bezeichnet dies sofort als „Verschwörungstheorie“, die „gefährlich“ sei. Schließlich schütze der Verfassungsschutz die Verfassung. Gauland entgegnet: „Wenn ich mir den dissonanten Chor der Politiker anschaue, die ununterbrochen die Verfassungsschutzbehörden auffordern, uns zu beobachten, dann fehlt mir der Glaube, dass dieser erste Versuch einer Beobachtung überhaupt nichts mit der Konkurrenzsituation zu tun hat.“

Die Entscheidung der Verfassungsschutzbehörden, die AfD-Parteijugend in Niedersachsen und Bremen wegen extremistischer Umtriebe zu beobachten, bezeichnete Gauland als parteipolitisch motiviert. Gleichzeitig kritisierte er die Ankündigung seiner Parteijugend, die beobachteten Landesverbände aufzulösen. „Ich habe es immer für falsch gehalten, Teile der Partei auszugrenzen. Das tue ich auch in diesem Fall.“

Die AfD werde die Beobachtungsgründe prüfen und juristisch anfechten. Er habe vor einer Beobachtung der Gesamtpartei „überhaupt keine Angst“, sagte Gauland, jede Beobachtung werde der AfD nur noch mehr Stimmen bringen. (dts/WS)

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