Salvini: „Merkel hat Risiko sozialer Konflikte durch Migration unterschätzt“

Matteo Salvini (Bild: shutterstock.com/Von faber1893)
Matteo Salvini (Bild: shutterstock.com/Von faber1893)

Italien- Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach Ansicht des italienischen Innenministers Matteo Salvini die sozialen Folgen der Migrationskrise jahrelang unterschätzt. „Der Aufstieg der AfD ist eine klare Reaktion darauf“.

„Gewalt erzeugt neue Gewalt, aber die deutsche Regierung hat das Problem über Jahre unterschätzt“. Diese Ansicht vertritt Italiens Innenminister Matteo Salvini (Lega) in einem Interview mit der Deutschen Welle (DW). “

Sie haben gesehen, was in Chemnitz gerade mit den Rechten und der AfD passiert. Wie ist Ihre Position zu den Vorkommnissen dort?“, so die Frage des öffentlich-rechtliche Auslandssender. Salvini zeigt sich überzeugt, dass Merkel in den letzten Jahren das Risiko sozialer Konflikte unterschätzt hat, als sie behauptet hat, es wäre Platz für Hunderttausende dieser Leute in Deutschland.

„Ich kann mich daran erinnern, was in jener Silvesternacht in Köln und auch an anderen Orten passiert ist. Trotzdem gilt, dass Gewalt nie eine Lösung sein kann. Gewalt erzeugt neue Gewalt, aber die deutsche Regierung hat das Problem über Jahre unterschätzt. Der Aufstieg der „Alternative für Deutschland“ ist eine klare Reaktion darauf. Das ist die Antwort, die viele unzufriedende Deutsche versuchen zu geben.“

Den eingeschlagenen Kurs seiner Regierung in der Flüchtlingspolitik bekräftigte der  stellvertretender Ministerpräsident Italiens mit dem Hinweis, dass er weiterhin alle Ankünfte unterbinde werde. Letztes Jahr seien im Zeitraum bis August 100.000 Menschen über diesen Weg in Europa angekommen und die EU habe wenig bis nichts unternommen. Dieses Jahr habe man bislang 20.000 Ankünfte und die EU tut immer noch wenig. „Also, ich bin immer noch für Dialog mit der EU, aber seit dem letzten Vorfall sind wir auch mit Nicht-EU-Staaten wie Albanien, Serbien oder Montenegro im Gespräch“. (SB)

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