ADAC will nicht mehr „deutsch“ sein – schmeißt aber 60.000 Deutsche im Ausland raus

Diese ADAC-Kampagne bringt viele Mitglieder auf die Palme. Foto: Screenshot

Der Werbeslogan hat für einen Shitstom beim ADAC gesorgt: „Wir sind nicht Deutsch“. Jetzt hagelt es Austritte. Außerdem wird bekannt, dass der Automobilclub 60.000 Mitglieder rauswerfen wird, die ihren Wohnsitz im Ausland haben. Dabei wollte der ADAC mit seiner 1,5 Millionen Euro teuren Werbekampagne zeigen, wie international er ist. International ja – aber bitte keine Deutschen im Ausland.

Im Juni erst hatte der Verein bestätigt, dass er sich „verstärkt auf das Deutschlandgeschäft fokussieren“ möchte. 60.000 Kunden, die im Ausland wohnen, würden deshalb demnächst gekündigt. Zukünftig könnten auch keine im Ausland lebenden Personen mehr eine Mitgliedschaft beantragen. Und nicht einmal ein Vierteljahr später plakatiert der ADAC: „Wir sind nicht Deutsch. Wir sind überall. Wir machen an Grenzen nicht halt.“

Die Anspielungen auf die Flüchtlingspolitik, die die Klub-Führung offenbar gut findet, und die Distanzierung vom Wort „Deutsch“ war jetzt vielen der 9,1 Mitglieder zu viel. Sie kündigten in einer Zeit, in der jedes Erwähnen von Flüchtlingskriminalität zum Stigma „Neonazi“ führt, ihre Treue zum Verband. Auf der Twitter-Seite veröffentlichten einige sogar ihre ADAC-Mitgliedskarten und kündigten an, sofort auszutreten. Die Betreuer des Accounts sahen sich genötigt, dazu aufzufordern, die Fotos mit den Ausweisen zu löschen, weil damit der Datenschutz ausgehebelt werde. Der ADAC verlinkte stattdessen auf die Seite, wo man seinen Austritt offiziell erklären kann.

Als dann noch ein Nutzer in Erinnerung rief, dass der Klub gerade angekündigt hatte, zehntausenden Mitgliedern von sich aus zu kündigen, weil diese nicht mehr in Deutschland wohnten, war die Empörung über so viel Bigotterie perfekt. Zahllose Twitterer kündigen nun ebenfalls an, ihre Mitgliedschaft zu beenden. Andere machten darauf aufmerksam, dass viele Haftpflichtversicherungen einen Schutzbrief anbieten, der sogar günstiger sei als beim ADAC. Daher brauche man den Verein, der für viele seit Erwerb des Führerscheins zum Autofahrerleben gehört, gar nicht mehr.

Von der Rausschmiss-Welle im Ausland lebender Mitglieder sind alle Versicherungsarten betroffen: Rechtsschutz- Reiserücktritt-, Haftpflichtversicherungen usw. Wie diese Vereinspolitik mit der Kampagne „Wir sind nicht Deutsch“ zusammenpasst, konnte der Verein bisher nicht plausibel erklären. (WS)

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