Trotz Enteignung: Südafrikanische Farmer müssen Kredite weiter abbezahlen

Marilla Slominski

Foto:Von MD_Photography/shutterstock
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Südafrikanischen Farmer, deren Land ohne Entschädigung von der Regierung beschlagnahmt wird, müssen nach Auskunft einer großen Bank, trotzdem weiter ihre Kredite abbezahlen, auch wenn sie keine Eigentümer mehr sind.

Die Nedbank bestätigte die Echtheit einer E-mail, die in den sozialen Netzwerken geteilt worden war und für entsprechende Aufregung unter den Farmern gesorgt hatte.

„Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Vertrag über Wohnungsbaudarlehen einer vertraglichen Vereinbarung unterliegt und die Anleihezahlungen so lange fällig und zahlbar sind, bis die Anleihe unabhängig von jeglicher Form der Landenteignung vollständig bezahlt wird – mit oder ohne Entschädigung. Wir möchten Sie ermutigen, die Anleihezahlungen bis zu dem Zeitpunkt fortzusetzen, zu dem eine Entscheidung getroffen wird,“ heißt es laut thesouthafrican in der E-mail.

Der African National Congress (ANC) unter Präsident Cyril Ramaphosa hatte im Februar 2018 einen Antrag auf Enteignung von Land ohne Entschädigung angenommen, der ursprünglich von Julius Malema – dem heutigen Leiter der Economic Freedom Fighters (EFF), einem radikalen schwarzen Nationalisten und Marxisten, eingebracht worden war.

US-Präsident Donald Trump hatte im August bekannt gegeben, gegen diese Politik vorzugehen, die auf die Enteignung der weißen Minderheit des Landes ausgerichtet ist.“Ich habe den Außenminister [Mike Pompeo] gebeten, die Beschlagnahmungen und Enteignungen von Land und Farmen in Südafrika genau zu beobachten und auch die große Anzahl der Morde an weißen Farmern zu untersuchen“, so Trump auf Twitter. Er verwies auf Statistiken, die von Bürgerrechtsgruppen wie dem AfriForum zusammengestellt wurden und ein unverhältnismäßig hohes Maß an Angriffen, die oft von extremer Brutalität gekennzeichnet sind, belegen, so Breitbart.

screenshot Twitter
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Welche verheerenden Folgen die Landenteignung haben kann, zeigt das Beispiel von Simbabwe. Die Enteignungen in den 2000er Jahren hatten für das Land fatale Folgen und stürzten es in bittere Armut und Hunger. Die Wirtschaft brach komplett zusammen, die Inflation stieg in ungeahnte Höhen. „Den Menschen, die jetzt auf den Farmen lebten, fehlte das Know-how, das Land zu bewirtschaften“, sagt die 75-jährige Judy Clark, die zusammen mit ihrem Mann einen der größten Landwirtschaftsbetriebe des Landes aufbaute. Sie bauten Weizen, Mais, Sojabohnen und Gemüse für den Export an und beschäftigten zeitweise mehr als 1000 Arbeiter.

Simbabwe galt lange Zeit als „Brotkorb“ Afrikas und war über Jahrzehnte Selbstversorger. Nach der Enteignung der weißen Farmer durch Robert Mugabe mussten in Folge fast alle landwirtschaftlichen Produkte importiert werden. Heute wird nur noch zehn Prozent der Nutzfläche bewirtschaftet, berichtet kurier.at.

Der südafrikanische Rassist Julius Malema heizt die Stimmung gegen die weiße Bevölkerungsminderheit weiter an. „Ich habe noch nie eine weiße Person geschlagen, ich habe nie zu einem Gemetzel an ihnen aufgerufen. Ich habe nie dazu aufgerufen, sie zu töten, zumindest bis jetzt nicht. Für die   Zukunft kann ich nicht garantieren“, so der EFF-Führer in einem Interview mit TRTWorld im Juni.

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