SPD: „Pöbel-Ralle“ geht – Muslima soll seine Nachfolgerin werden

Ralf Stegner (SPD) (Bild: shutterstock.com/Durch photocosmos1)
Der rote Rambo Ralf Stegner gibt den SPD-Landesvorsitz ab. Foto: Shutterstock

Es ist zehn Jahre her, dass Forsa-Chef und SPD-Genosse Manfred Güllner eine Aussage über Ralf Stegner traf, die zutreffender kaum sein konnte: „Der wird, mit Verlaub, von den Menschen als Kotzbrocken wahrgenommen. Wo immer er auftritt, stabilisiert er dieses Bild.“ Heute nun hat „Pöbel-Ralle“ – ein weiteres Synonym für den „Kotzbrocken“ aus dem Norden, seinen Rücktritt vom schleswig-holsteinischen Landesvorsitz der SPD zum 30. März 2019 angekündigt.

Es klingt ein bisschen so, als sei ihm klar, dass er in der ohnehin schon nicht gerade beliebten Politikerkaste zu den unpopulärsten gehört. Er wolle dazu beitragen, dass die SPD sich „aus den deprimierenden schlechten Umfragewerten endlich“ herauskämpfe. Doch die einen bekamen zunächst einen Schreck und glaubten, der „Kotzbrocken der Nation“ strebe nach noch höheren Aufgaben und wolle so das Umfragetief der Sozialdemokraten beenden.

Gemeint ist aber wohl, dass er mit seinem Rücktritt noch größeren Schaden von seiner Partei abwenden will. Irgendjemand muss ihm geflüstert haben, dass er nicht unbedingt zu den Sympathieträgern gehört. Die Junge Freiheit schrieb bereits 2016: „Will die SPD zuverlässig Wahlen verlieren, muss sie nur ihren Parteivize Ralf Stegner in möglichst viele Fernseh-Gesprächsrunden entsenden.“

Tatsächlich herrscht in kaum einer Einschätzung über einen Politiker so viel Einigkeit, wie in der Ablehnung Stegners. Selbst Parteimitglieder kommen ins Schwitzen, wenn sie „Pöbel-Ralle“ am Kneipentisch gegenüber ihren parteilosen Kumpels verteidigen müssen.

Mit seinem unglaublichen Gespür für unsensible Aussagen endete einst sogar sein Auftritt beim Jahreskongress der Philologen in Schleswig-Holstein in einem Eklat. Als Gastredner eingeladen pöbelte er gegen das Motto der Veranstaltung: „Flaggschiff Gymnasium im Fadenkreuz der Küstenkoalition“.

Den Angriff auf seine SPD-geführte Regierung wollte er nicht stehen lassen und holte die ganz große Keule raus – die von ihm in allen Lebenslagen so gern gebrauchte Nazikeule: „Mein Leitbild ist eher Willy Brandt und nicht Karl Dönitz.“ Das erwähnte Flaggschiff brachte er mit dem Großadmiral im Zweiten Weltkrieg und Nachfolger Adolf Hitlers in Zusammenhang. Was dann geschah, schafft wohl nur Stegner: Seine Gastgeber zogen gegen ihn vor Gericht – und einigten sich dann in einem Vergleich. „Ich habe keinen Nazi-Vergleich angestellt“, sagte Stegner danach konsterniert.

Stegner ist seit dem 24. März 2007 Landesvorsitzender der SPD Schleswig-Holstein. Seit 2008 ist er zudem Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und seit 2014 einer der fünf stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD.

Die Nachfolge in Schleswig-Holstein soll nun aller Voraussicht nach die gläubige Muslima Serpil Midyatli übernehmen. Sie hatte bereits angekündigt, 2019 für den Landesvorsitz kandidieren zu wollen. Da stand Stegners Rückzug noch nicht fest. Offensichtlich rechnete er sich beim sich immer mehr verstärkenden Trend zum Islam in seiner Partei kaum eine Chance aus gegen die Frau mit Migrationshintergrund. (WS)

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