Sechs Vorstrafen, Asyl abgelehnt: Warum war der Chemnitz-Killer frei, warum noch in Deutschland?

Die Menschen trauern und stellen Fragen. Foto: Henryk Stoeckl

Sechs Verurteilungen in den vergangenen zwei Jahren – dennoch lief der irakische Flüchtling Yousif A. frei herum. Nur deswegen konnte er gemeinsam mit dem syrischen Schutzsuchenden Alaa S. den 35-jährigen Daniel H. auf dem Stadtfest von Chemnitz erstechen und zwei weitere Deutsche schwer verletzen. Außerdem war sein Asylantrag abgelehnt, er wurde aber dennoch geduldet. Im Massaker von Chemnitz zeigt sich – wieder einmal – ein Staatsversagen erster Güte.

Das Vorstrafenregister des Irakers liest sich so bunt, wie es sich für eine bunte Republik gehört. Es ist fast alles dabei: Von gefährlicher Körperverletzung über Betrug, Sachbeschädigung, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und zwei Mal Drogenbesitz. Jetzt kommt Totschlag hinzu. Zumindest sitzt er deswegen in U-Haft. Inzwischen haben Chemnitzer Bürger den Leitenden Oberstaatsanwalt wegen Strafvereitelung im Amt angezeigt. Sie sind der Meinung, der Vorwurf müsste aufgrund der vielen Messerstiche auf „Mord“ und nicht nur „Totschlag“ lauten

Der 22-Jährige war ganz offenbar eine tickende Zeitbombe, der Polizei und Justiz als gewalttätig bekannt. Dennoch blieb er auf freien Fuß. Vor einem Jahr wurde er wegen der gefährlichen Körperverletzung verurteilt. Die Strafe lautete: Acht Monate – auf Bewährung, berichtet Bild hinter der Bezahlschranke. Als freier Mann verließ Yousif A. das Gericht und muss den Eindruck gehabt haben: In diesem Deutschland kannst Du alles machen.

13 Monate später ging er einen Schritt weiter und stach gemeinsam mit seinem syrischen Kumpel, dem 23-jährigen Alaa S., mit seinem Messer so oft auf Daniel H. ein, bis dieser tot war. Zwei weitere Opfer kamen nur knapp mit dem Leben davon.

Die Fragen, die die Medien jetzt stellen müssten, lauten: Wie kann es sein, dass ein solcher Mann nicht ins Gefängnis kommt? Warum wird ein Schwerkrimineller trotz abgelehnten Asylantrags nicht abgeschoben? Warum durfte er überhaupt einreisen? Hatte er einen Pass? Welche Verantwortung trägt die Bundeskanzlerin mit ihrer Flüchtlingspolitik?

Aber stattdessen prügeln Journalisten und Regierung verbal auf jene Menschen ein, diese Frage stellen. (WS)

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