Chemnitz: AfD ruft zu würdevollem Schweigemarsch ohne politische Botschaften auf

Björn Höcke (AfD) (Bild: Björn Höcke)
Ruft mit anderen AfD-Landesvorsitzenden zum Schweigemarsch auf: Thürigens Partei-Chef Björn Höcke (Bild: Björn Höcke)

Für diesen Sonnabend, 17 Uhr rufen die AfD-Landesvorsitzenden von Brandenburg, Sachsen und Thüringen zu einem Schweigemarsch in Chemnitz auf. Das Mitführen politischer Transparente und das Tragen von Kleidungsstücken mit Meinungsaufdruck ist verboten. Ebenso wenig darf während der Demonstration gegessen, getrunken und geraucht werden. Die Teilnehmer sollen „gedeckte, am besten schwarze Kleidung“ anziehen: „Lediglich schwarz-rot-goldene Fahnen und die weiße Rose als Zeichen der Trauer sind gestattet.“

In ihrem Aufruf formulieren die AfD-Landeschefs Björn Höcke, Andreas Kalbitz und Jörg Urban: „Was empfinden wir, wenn wir hören, daß ein junger Mensch mit fünf Messerstichen brutal ermordet wurde? Wir spüren Mitleid mit dem Opfer, weil ein Leben nicht vollendet werden konnte und trauern mit den Angehörigen.“

Über das Todesopfer Daniel Hillig schreiben die Politiker, „dass dieser Mensch noch leben könnte.“ Er sei „das nächste, vermeidbare Opfer einer verantwortungslosen Regierungspolitik ist, die den vielfachen Tod von Einheimischen eiskalt in Kauf nimmt“. Diese Politik verfolge „geradezu fanatisch eine Migrationsagenda gegen das geltende Recht und die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung“. Gleichzeitig bestreite, verheimlich oder verharmlost sie „alle hässlichen Begleiterscheinungen der illegalen Masseneinwanderung“.

Dadurch mischten sich „in unsere Trauer Wut und Empörung. Sie zielen auf diejenigen, die das zu verantworten haben.“ Höcke, Kalbitz und Urban: „Und trotzdem wollen wir zur Besonnenheit mahnen und unsere Wut zu einem deutlich sichtbaren Zeichen bündeln – gegen den politischen Wahnsinn der Regierenden.“

Eingeladen seien „all diejenigen, die noch über ein natürliches menschliches Empfinden und einen gesunden Menschenverstand verfügen“. Man wolle „gemeinsam um Daniel H. und alle Toten der Zwangsmultikulturalisierung Deutschlands trauern – still, ernst und friedlich“.

Um das würdevolle Bild einer trauernden Gemeinschaft „nicht durch Disziplinlosigkeit“ zu stören, bitten die AfD-Landesvorsitzen auf den „Konsum von Nahrungsmitteln und Getränken während des Schweigemarsches“ und das Rauchen zu unterlassen. Auch sei „jede Art von Meinungsaufdruck auf Kleidungsstücken untersagt (das gilt auch für politische Botschaften der AfD), ebenso das Mitführen von Plakaten und anderer Werbung“. Nur Deutschland-Fahnen und die weiße Rose „als Zeichen der Trauer sind gestattet“.

Friedlich und pietätvoll wollen sie als „freie Bürger“ ihre Trauer „um die Toten und Opfer der illegalen Migrationspolitik zum Ausdruck bringen“. Extremisten und Gewalttäter wollen sie „nicht in unseren Reihen“.  Die Medien hätten versucht, „aus Chemnitz, der Stadt der Opfer, eine Stadt der Täter zu machen. Das ist gründlich misslungen, zu offenkundig sind die Fakten. Sie werden aber nichts unversucht lassen, um den friedlichen Protest zu diskreditieren.“ Daher der Appell an die Teilnehmer: „Liefern Sie den Pressevertretern nicht die Bilder, auf die sie warten. Es ist darüber hinaus leider nicht auszuschließen, daß in unseren Trauerzug Provokateure eingeschleust werden – von wem auch immer. Bleiben Sie wachsam, melden Sie den Ordnern Provokationen und filmen Sie wenn möglich Störaktion, um Beweismaterial für eine anschließende Strafverfolgung zu sammeln.“

Die Politiker bitten um zahlreiches Erscheinen: „Es geht um das Gedenken an die Toten. Es geht um unser Land. Wir vergessen nicht.“ (WS)

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