Change.org weigert sich „Terre des Femmes“-Petiton für Kopftuchverbot zu verbreiten

Mädchen unter dem islamischen Kopftuch (Foto:Durch Bosnian/shutterstock)
Mädchen unter dem islamischen Kopftuch (Foto:Durch Bosnian/shutterstock)

Für Terre des Femmes verletzt das muslimische Kinderkopftuch die Rechte der Mädchen und wollte dafür auf der weltweit agierenden Internetplattform change.org eine Petition starten. Die Plattform, die mit dem Slogan „Offene Plattform, Nutzer bestimmen die Inhalte“ wirbt, verweigert die Anti-Kopftuch-Petition.

Terre des Femmes fordert, das sogenannte islamische Kinderkopftuch im öffentlichen Raum, vor allem in Betreuungs- und Ausbildungsinstitutionen, für alle minderjährigen Mädchen gesetzlich zu verbieten. Die Verschleierung vorpubertärer Mädchen sei ein modernes Phänomen des islamischen Fundamentalismus und ein Verbot schränke die Religionsfreiheit nicht ein. Die Organisation sieht das Kopftuch als eine Kinderrechtsverletzung, da es die körperliche und psychische Gesundheit sowie die sexuelle Selbstbestimmung der Mädchen beeinträchtige.

Terre des Femmes entschied bereits im Mai 2017, sich für das Verbot einzusetzen. Die Petition „Den Kopf frei haben“ wurde im Juni dieses Jahres gestartet und hat laut der  Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes, Christa Stolle bisher aber weniger als 10000 Unterstützer. Dies liege auch daran, dass sich die Plattform Change.org weigere, die Petition zu verbreiten, da sie Angst hätte, zu viele Rechte auf ihre Seite zu ziehen, so die fadenscheinige Begründung laut dem Tagesspiegel.

Die Unterschriftenliste sollte ursprünglich im Oktober an das Bundesjustizministerium übergeben werden. Dieser Termin sei jetzt verworfen worden, da nicht mehr damit gerechnet werde, in kurzer Zeit die angestrebten 100000 Unterschriften zu sammeln. Zu bekannten Unterzeichnern zählen die Schauspielern Sibel Kekilli, Alice Schwarzer oder die Rechtsanwältin Seyran Ates. (SB)

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