„CDU unwählbar“: Christen kritisieren die Spitzenkandidatur einer Muslima in Hamburg

Aygül Özkan soll für die CDU Erste Bürgermeisterin von Hamburg werden. Screenshot: Youtube

Gegen die Spitzenkandidatur der Muslima Aygül Özkan für die Hamburger CDU regt sich Widerstand bei christlichen Gruppen. Die offizielle Kirche dagegen bejubelt den Plan, dass der Stadtstaat bald von einer türkischstämmigen Frau islamischen Glaubens regiert werden könnte.

Kritik kommt von der „Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis“, die zur EKD gehört. Die Kandidatur belege, „wie es um die CDU im Allgemeinen und die CDU in Hamburg im Besonderen steht“, sagte deren Vorsitzender, Ulrich Rüß. Das „C“ im Parteinahmen, so der Pfarrer im Ruhestand, stehe für „religiöse Beliebigkeit, für Teilbereiche christlicher Ethik, losgelöst von Christus und dem christlichen Glauben.“ Der Islam, „welcher Prägung auch immer“, habe ein anderes Menschen- und ein anderes Gottesbild als das Christentum, stellte Rüß fest.

„Steilvorlage für die AfD“

Er wirft der CDU vor, ihre Identität und Geschichte zu verleugnen. Sie passe sich an, „nur um Stimmen zu fangen“. Die Kandidatur der Muslima Aygül Özkan mache deutlich, wie weit der Einfluss des Islam in der deutschen Gesellschaft angekommen sei. Für Konservative und bekennende Christen sei eine solche CDU kaum wählbar. Mit dieser Bürgermeister-Kandidatin liefere die CDU Hamburg „eine Steilvorlage für die AfD“, sagte Rüß.

Die Distanzierung der Nordkirche folgte auf dem Fuß. Es handele sich dabei um „eine Splittergruppe“, die „in den Diskussionsprozessen innerhalb der Nordkirche und auch in den Kirchengemeinden so gut wie keine Rolle spielt“, sagte Nordkirchen-Sprecher Stefan Döbler laut Welt: „Diese hier geäußerte Einzelmeinung deckt sich nicht mit der Position der Nordkirche.“

Aygül Özkan hat sich wiederholt zu ihrem muslimischen Glauben bekannt, eine Kampagne gegen christliche Kreuze in öffentlichen Gebäuden gestartet. Von 2010 bis 2013 war sie Sozialministerin in Niedersachsen, als erste muslimische Landesministerin Deutschlands. Nun soll sie bei der Bürgerschaftswahl 2020 als CDU-Kandidatin das Hamburger Rathaus als Erste Bürgermeisterin erobern. (WS)

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