„Salam aleikum“ statt „Bonjour“: Wie sich die Stadt islamisierte, in der heute der IS-Anschlag geschah

Wer noch kein Moslem war, ist in Trappes oft zum Islam konvertiert. Foto: Shutterstock

Wegen des vom IS reklamierten Messeranschlags in Trappes machte die französische Stadt heute Schlagzeilen. Aber kaum einer weiß, dass sie komplett in die Hände des Islam gefallen ist. Dort sind inzwischen alle Fleischereien halal, und im einzigen Café sitzen wie im Orient nur noch Männer in traditionellen Gewändern. Die Scharia-Polizei hat das Sagen. Ein Hintergrund-Bericht.

Von den mehr als 30.000 Einwohnern dominieren heute die Moslems. Wer es noch nicht war, ist konvertiert – wie der einzig verbliebene Buchhändler der Stadt, die gut 30 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Paris entfernt liegt. Selbst Fußball-Europameister Nicolas Anelka, der aus Trappes stammt, ist zum Islam übergetreten und nennt sich nun Bilal Abdul Salam.

Kampflos den Moslems überlassen

Die einst französisch geprägte Kleinstadt gilt heute als Zentrum des Islamischen Staates in Europa. Allein 67 Einwohner haben sich der Terrororganisation angeschlossen. Ins Blickfeld ist die Stadt Anfang des Jahres durch ein Buch geraten, dass zwei Zeitungsjournalistinnen geschrieben haben. „Wir wollten ursprünglich eine Geschichte der Einwanderung erzählen“, sagt eine der Autorinnen, „aber wir haben eine Zweiklassengesellschaft vorgefunden.“

Trappes steht seitdem als französisches Symbol für Islamisierung und gescheiterte Integration – es dürfte eine Modellstadt für die nahe Zukunft sein. Die Kleinstadt könnte auch als Blaupause für Michel Houellebecqs Bestseller „Unterwerfung“ gedient haben. Denn ähnlich wie in dem Werk des bekannten Schriftstellers, überließen auch in Trappes linke Politiker „ihre Stadt kampflos den Islamisten“, wie die Welt im Februar schrieb. Der Bürgermeister nehme das Wort Dschihad nicht in den Mund, obwohl dieser längst stattfindet und aus seiner Stadt gelenkt wird.

Perfektes Klima für den IS

Trappes ist auch die einzige Stadt Frankreichs, in der nach dem Ende der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg ein jüdisches Gotteshaus brannte. Auch die französische Intifada, die wochenlangen Ausschreitungen in den Vororten, tobte hier am stärksten. In den Kriminalitätsstatistiken liegt Trappes fast überall vorn. Konflikte werden wie im Orient mit dem Messer geklärt. Die Polizei gilt als Feind und wird so behandelt.

In diesem Klima kann der IS gedeihen und wie am Donnerstag einen Anschlag begehen. Der Täter hatte zwei Frauen erstochen, angeblich seine Mutter und seine Schwester – jouwatch berichtete. Ob es sich um einen Ehrenmord handelt, weil die Verwandten nicht alle islamischen Regeln einhielten, ist noch nicht geklärt, aber möglich.

Das Sagen hat die Scharia-Polizei

Die Muslime haben sich die Stadt genommen, manche meinen „erobert“. Das Sagen hat eine „Scharia-Polizei“, die auf islamische Sitten achtet. Alle Fleischereien sind halal – das Schächten ist nicht nur erlaubt, sondern gängige Praxis. Alkohol wird praktisch nicht mehr verkauft. Wer es dennoch tut, riskiert einiges. Erst recht, wer ihn konsumiert. Das Stadtbild hat sich dem arabischer Städte angepasst. Der Einzelhandel ist fast ausschließlich in nordafrikanischer Hand, die Auslage sehen aus wie in den Herkunftsländern der Betreiber. Im Kaffeehaus sitzen ausschließlich Männer, meist in traditioneller Tracht und mit langen Bärten – eine Entwicklung, die allerdings auch schon in Berlin-Neukölln sichtbar ist.

Der Gruß in den Geschäften und auf der Straße hat sich von „Bonjour“ oder „Bonsoir“ in „Salam aleikum“ gewandelt. Frauen werden wie in islamischen Staaten behandelt; sie dürfen in der Öffentlichkeit nicht rauchen, und Badeanzüge im Schwimmbad sind auch verboten. Wie hoch inzwischen der Anteil der Moslems in der Stadt ist, wird verdunkelt, weil die französische Regierung sich generell weigert, darüber Statistiken zu führen.

Immer mehr „Flüchtlinge“ kommen

Der Buchhändler ist der Sohn eines Amerikaners und einer Französin. Er nennt sich heute „Ibrahim“, hat den muslimischen Glauben angenommen und kleidet sich wie die Männer im Kaffeehaus. Franzosen, die es sich leisten konnten, sind weggezogen. Hinzukommen stattdessen „Flüchtlinge“, die sich in der Stadt aufgrund des Ambientes wohfühlen. Trappes liegt bei der Aufnahme von Migranten in Frankreich weit vorn.

Es ist das Klima, in dem muslimische Anschläge gedeihen. Gut möglich, dass nach der IS-Attacke vom Mittwoch häufiger von Trappes zu lesen sein wird. (WS)

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