Gesinnungsterror gegen das 700 Jahre alte Traditionshotel „Drei Mohren“

Von der Hotelfassade blicken die „Drei Mohren“ (Bild: Alois Wüst; CC BY-SA 3.0; siehe Link)
Von der Hotelfassade blicken die „Drei Mohren“ (Bild: Alois Wüst; CC BY-SA 3.0; siehe Link)

Bar jeder geschichtlichen Bildung bläst die „Amnesty International Jugendgruppe Augsburg“ gegen das Traditionshotel „Drei Mohren“. Rassistisch sei der Name, so die Tugendterroristen. Deshalb müsse er geändert werden. Vorschläge, die jede historische Brücke zerschlagen sollen, gibt es bereits. Einer davon: „Drei Möhren“.

Das traditionsreiche Hotel „Drei Mohren“ liegt an der ehemaligen Prachtmeile, der Maximilianstraße – mitten in der Augsburger Innenstadt. 1344 eröffnete hier das erste Wirtshaus, die ersten Übernachtungsgäste soll es 1495 gegeben haben. Im Jahr 1511 erwarb ein Augsburger Patrizier das Haus, das neben dem städtischen Areal der Fugger lag. 1575 kauften es die Fugger, um es als Gästehaus zu verwenden. 18 Kaiser und 38 Könige übernachteten im Hotel „Drei Mohren“, weswegen es als Fürstenherberge galt. Auch Johann Wolfgang von Goethe und Wolfgang Amadeus Mozart, schliefen ebenfalls in der Fuggerstadt. Das erste Haus am Platz, das Hotel „Drei Mohren“, soll seinen Namen laut folgender Legende erhalten haben:

Um das Jahr 1495 trug es sich zu, dass auch dunkelhäutige Reisende im Bild der Stadt zu sehen waren. Abessinische Mönche, vier an der Zahl, wurden damals längere Zeit vom Gastwirt Minner beherbergt. Der kalte Winter habe sie aber zu einem übereilten Rückmarsch nach dem wärmeren Süden bewogen, wobei einer von ihnen schon auf dem Hochfeld ums Leben gekommen sei. Der Gastwirt Minner habe die drei Überlebenden wieder in sein Haus geholt und half ihnen über den Winter. Vor ihrer Abreise im nächsten Frühjahr habe er ihr Bildnis auf eine Tafel malen lassen, die er dann als Gasthausschild aufhängen ließ.

Amnesty International Kindergarten beim Gesinnungsterror

Nun ist das Hotel „Drei Mohren“ wieder einmal ins Blickfeld von Gesinnungswächtern gerückt. Die angebliche Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) fordert in einer Online-Petition die Umbenennung, weil das Wort „Mohr“ rassistisch sei. Dem linken Zeitgeist geschuldet und bar jeglichen geschichtlichen Wissens versuchen die „Amnesty International Jugendgruppe Augsburg“ und die etwas größeren Konformisten von der „Amnesty International Hochschulgruppe Augsburg“ dem Traditionshotel seinen Namen und somit seine Wurzeln zu nehmen.

Im typisch linken Duktus schreibt die AI: „Wir verlangen die Umbenennung des Hotels „Steigenberger Hotel Drei Mohren Augsburg“! Ein Vorschlag unsererseits für das Hotel wäre, ausschließlich den Namen „Steigenberger“ zu verwenden oder ein Zeichen zu setzen, indem sich die Geschäftsleitung bewusst für den Namen „Drei Möhren“ entscheidet. Wir wollen der Geschäftsführung zeigen, dass die Mehrheit der Augsburger*innen Rassismus in jeglicher Form ablehnt.“

Abgesehen davon, dass es im schwäbischen Augsburg dann schon „Drei gelbe Rüben“ heißen müsste, wird der Gesinnungsterror nicht von vielen geteilt. Gerade einmal 289 Gesellschaftsklempner haben die Petition unterschrieben (Stand: 14.8.2018). In den sozialen Netzwerken erntet die Aktion zudem ihren redlich erworbenen Spott:

„Verlangt ihr jetzt auch, dass man nicht mehr Führerschein sagen darf sondern nur noch Fahrerlaubnis? Ach ja, Jägerschnitzel und Zigeunerschnitzel sind auch diskriminierend. Wie lächerlich ihr euch macht… Respektvollen Umgang wollt ihr? Dann verhaltet euch selbst mal etwas respektvoll gegenüber Menschen, die eurer Meinung nach den falschen Hotelnamen haben. Das habt ihr gar nicht zu entscheiden“.

„Also dabei jetzt einfach mal pauschal Rassismus zu unterstellen, ist schon mehr als dreist und dumm. Der Name kommt von einem Augsburger, der 1495 drei dunkelhäutigen Mönchen Obdach geboten hat. Das nennt sich Gastfreundschaft und nicht Rassismus. Habt ihr zumindest mal mit Herrn Gandenheimer gesprochen?“

„Endlich mal jemand der richtig aufräumt.. ich zähl auf euch 😁 👍🏻 Ihr solltet euch auch dringend drum kümmern, dass Schnäpse nicht mehr ‚Kurze‘ genannt werden! Und wenn ihr schon dabei seid: Minibar auch! Ist total diskriminierend gegenüber Kleinwüchsigen!😉 Und vergesst die Stadtwerke nicht, die sollen die Schwarzfahren-Schilder ändern!“

Ich nehme das Ganze mal als Satire wahr.“

Ein Hotel-Sprecher sagte gegenüber RTL, dass „Drei Mohren“ stehe für Weltoffenheit. Der Name sei nicht rassistisch gemeint und gehe auf die weiter oben im Text erwähnte Legende zurück. (SB)

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