Zwei Monate vor der Landtagswahl: Ex-CSU-Ortschef tritt in die AfD ein

Horst Seehofer (Bild: shutterstock.com/Durch photocosmos1)
Der Sargnagel der CSU: Horst Seehofer, genannt "Drehhofer". (Bild: shutterstock.com/Durch photocosmos1)

In der CSU habe er keine Antworten mehr auf seine Fragen erhalten, sagt deren ehemaliger Ortsvorsitzender Joachim Bursian. Zu Themen wie Flüchtlingsproblematik, Kriminalität und ganz aktuell Kindergeld fühle er sich der AfD näher. Damit begründet der Mistelgauer Gemeinderat zwei Monate vor der Landtagswahl seinen Übertritt in die neue Partei. Mindestens bis zur Kommunalwahl 2020 werde der 51-Jährige sein Mandat behalten.

Bursian besitzt eine gewisse lokalpolitische Prominenz: Von 2001 bis 2016 war er Vorsitzender des Mistelgauer CSU-Ortsverbandes. Der Gemeinderat hat nun eine Fördermitgliedschaft in der AfD beantragt. Dem müsse der AfD-Kreisvorstand Bayreuth noch zustimmen, sagte deren Vorsitzender Christian Erdelen dem Nordbayerischen Kurier. Das sei jedoch eine reine Formalie. Über eine Vollmitgliedschaft werde nach einem entsprechenden Antrag in einem Jahr entschieden.

Als Gemeinderat werde er wie bisher versuchen, mit Argumenten zu überzeugen. Die der CSU findet Bursian jedoch nicht mehr stichhaltig. Dort gebe es keine Lösungsansätze für die vielen Probleme Deutschlands.

Bursian war bereits im Februar aus der CSU ausgetreten. Sein Nachfolger als CSU-Vorsitzender, Heinrich Richter, wurde vom Eintritt Bursians in die AfD überrascht. Er werde mit ihm reden und dabei die Frage klären, ob dieser in der Fraktion bleiben könne, sagte er dem Kurier.

Was er an der AfD auch schätze, seien die offenen Türen, sagte Bursian: „In der CSU blieben die Türen verschlossen, bei der AfD kann jeder dazu kommen und mitreden.“ Die gute Stimmenzahl der AfD bei der Bundestagswahl im Raum Mistelgau zeige ihm, so der Ex-CSU-Mann, dass er nicht der einzige AfD-Sympathisant sei. Vielleicht könne man das Potenzial in einem Ortsverband bündeln. (WS)

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