Wieweit sind die Gutmenschen gute Menschen?

Andreas Unterberger

Foto: Collage
Foto: Collage

Viele kirchliche oder sozialistische Gruppen engagieren sich lautstark für Migranten. Hinter vielen dieser Initiativen steht oft bewusster oder unbewusster Hass auf die abendländische Zivilisation, die sie deshalb ja schon lange von innen bekämpfen (durch Bekämpfung der ökonomischen Stabilität; durch Überschuldung und hemmungsloses Gelddrucken; durch schwule Umerziehung der Schulkinder; durch Zerstörung eines leistungsorientierten Schulsystems; durch Attacken auf die Familien usw.). Und jetzt haben sie in der Völkerwanderung ein noch viel effizienteres Instrument entdeckt, die europäische Identität gleichsam von außen zu attackieren. Manche dieser Initiativen engagieren sich aber auch aus durchaus ehrlicher Menschlichkeit und Anteilnahme an konkreten Personen. Das darf und soll man nicht einfach vom Tisch wischen.

Von Dr. Andreas Unterberger

Diesen Initiativen sollte man ehrlich sich zu realisieren ermöglichen. Konkretes menschliches Engagement ist an sich immer etwas Wertvolles. Nur darf man es diesen Gruppen keinesfalls mehr durchgehen lassen, wenn sie in alter sozialistischer Manier oft bloß Öffentlichkeitsarbeit betreiben und fast ständig nur fordern, was der Staat, was die Allgemeinheit für die Migranten tun solle. Engagement ist vielmehr nur dann ehrlich, wenn es ein persönliches ist. Wenn es nicht dauernd sagt: „Die anderen sollen“.

Man sollte für solche ehrlich gemeinten Initiativen jenes Modell auch innerhalb eines Staates übernehmen, das Sebastian Kurz für den Umgang der Staaten mit Migranten in den geplanten Aufnahmezentren an den Außengrenzen der EU vorgeschlagen hat. Kurz lehnt es ab, dass einzelne EU-Mitgliedsstaaten zur Übernahme von Migranten gezwungen werden; er schlug statt dessen vor, dass jedes Land freiwillig so viele Menschen übernehmen solle, wie es wolle, wie es verkrafte.

Das würde auf Ebene der EU-Staaten die gegenwärtigen Formen des Zwanges durch freiwillige Humanität ersetzen. Zwang bedeutet ja etwa eine von der EU-Kommission erzwungene Umverteilung der „Flüchtlinge“ auf die Mitgliedstaaten oder die von linksorientierten europäischen Gerichten erzwungene Aufnahme von letztlich unbegrenzt vielen illegal Hereingedrungenen durch die Staaten. Erzwungene Humanität ist aber gar keine. Und die EU-Kommissare und Richter zwingen ja nur andere zur Humanität, sind daher erst recht nicht selbst human (ganz abgesehen von den für Europa devastierenden Folgen ihre Gutmenschentums).

Ähnlich könnte und sollte man auch innerstaatlich vorgehen: Wenn sich jemand wirklich für einen Migranten engagieren will, dann soll er das auch können. Dann ist es aber eigentlich auch logisch zwingend, dass er auch komplett und dauerhaft für dessen Betreuung, Verhalten und Kosten die Verantwortung übernehmen muss. Wenn Bischöfe, pensionierte Raiffeisen-Manager, Caritas-Funktionäre oder sozialistische Aktivisten sich für jemanden einsetzen, dann sollen sie bitte auch – und zwar ganz persönlich – die volle und langfristige Haftung für diesen Migranten übernehmen.

Das wäre die einzig sinnvolle Perspektive einer Aufnahme illegaler Migranten. Das würde dann echte Bindungen herstellen. Nur die Herstellung ganz persönlicher Verantwortung könnte zu echter Integration führen. Nur sie wäre auch die einzige wirklich christliche Haltung. Nur sie würde dann aber eben auch die ewigen Rufe beenden: „Die anderen sollen! Der Staat soll! Die anderen Staaten sollen!“

Und selbstverständlich dürfen für diesen einzig ethisch richtigen Weg der Aufnahme sogenannter oder wirklicher Flüchtlinge nicht gleichsam durch die Hintertür staatliche Gelder fließen. Die Flüchtlingsaufnehmer müssten vielmehr verpflichtet sein, ihre eigenen guten Werke auch durch eigenes Geld zu finanzieren, beziehungsweise durch Gelder, die sie bei anderen gesammelt haben.

Der Staat hingegen sollte sich erstens bewusst sein, dass der Großteil seiner Bürger die Völkerwanderung ablehnt. Zweitens sollte er die ja letztlich mit Gewalt eingetriebenen Steuern (und Schulden auf den Schultern unserer erst recht nie gefragten Kinder) nur jenseits aller Pressure Groups ausgeben, auch wenn diese noch so oft von Humanität oder Christlichkeit reden. Der Staat sollte drittens jedenfalls nicht nur sparsam, sondern auch effizient vorgehen. Das heißt etwa konkret:

  • Kriegsflüchtlinge sind nur in unmittelbarer Nachbarschaft des Konflikts mit staatlichen Mitteln etwa aus Österreich zu versorgen. Denn wenn man sie nach Österreich oder Deutschland holte oder ließe, um sie hier zu betreuen, so kommt das rund 20 Mal teurer. Dann kann man mit der gleichen Menge an Geld logischerweise nur einem Zwanzigstel der Menschen helfen.
  • Hilfe für Drittweltländer sollte abgesehen von Katastrophensituationen nicht in Geld, sondern nur durch konkrete Sachleistungen fließen dürfen. Also etwa durch Schulen und Lehrwerkstätten, durch Infrastrukturausbau, durch Hilfsaktionen für die besonders benachteiligten Frauen.
  • Aber noch viel wichtiger ist die Ermöglichung von Investitionen in jenen Ländern und die Schaffung eines freien, barrierenlosen Handels, der dann auch den Export der in der Dritten Welt erzeugten Produkte ermöglicht.

Es wäre durchaus spannend, wie viele „Refugees Welcome!“-Rufer noch zu hören sein werden, wenn Humanität wieder mit ganz persönlichem Tun und persönlicher Verantwortung verknüpft ist. Oder ob die dann alle plötzlich verschwunden sein werden, wenn sie statt Gutmensch-Rhetorik konkrete Taten eines guten Menschen setzen müssten.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...