Hat Gauland die eigene Fraktion beschnüffeln lassen?

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Das AfD-Mitglied, das unbekannte Wesen Foto: Durch BeeBright/Shutterstock

Berlin  – In der Debatte um Kontakte zwischen Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen und der AfD-Spitze hat der Parteivorsitzende Alexander Gauland ein eigenes Gespräch öffentlich gemacht. „Ja, ich habe ein Gespräch mit Herrn Maaßen geführt“, sagte Gauland den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). „Es gab den Verdacht, dass wir in der Fraktion einen Einflussagenten Moskaus hätten. Das wollte ich klären. Herr Maaßen hat mir nach einer gewissen Prüfung gesagt, dass da nichts dran ist.“ Auf die Nachfrage, ob er sich auch Tipps geholt habe, wie die AfD einer Beobachtung entgehen könne, sagte Gauland: „Um Gottes Willen! Es wäre mir peinlich, mit Herrn Maaßen so etwas zu besprechen.“

Gauland sagte, er schätze Maaßen „als objektiven Spitzenbeamten“. Behauptungen, er habe der früheren AfD-Vorsitzenden Frauke Petry irgendwelche Ratschläge gegeben, halte er für frei erfunden. Im Bundesvorstand habe Petry „mal so getan, als ob sie sich mit Maaßen getroffen hat“, berichtete Gauland.

„Ich weiß es nicht. Vielleicht war es nur ein Telefongespräch.“ Die frühere AfD-Funktionärin Franziska Schreiber behauptet in einem Buch, Maaßen habe Petry Tipps gegeben, wie die AfD einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz entgehen könne.

Petry dementierte das Treffen und angebliche Ratschläge. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz wies Meldungen zurück, Maaßen habe der AfD gezielt entsprechende Tipps gegeben. Die Amtsleitung führe aber regelmäßig Gespräche auch mit Abgeordneten. Gauland bestritt, dass es Rechtsextreme in der AfD gebe. „Wir sind anarchisch, demokratisch und halten am Grundgesetz fest“, sagte er. „Mit Führerprinzip und Nationalsozialismus haben wir nichts zu tun.“

Und hier scheint auch jemand gelogen zu haben:

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) hat die damalige AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry nach Angaben des Bundesinnenministeriums vor drei Jahren zwei Mal zu Gesprächen getroffen. Das berichtet die „Welt“ (Samstagausgabe). „Herr Dr. Maaßen hat gegenüber dem zuständigen Staatssekretär des BMI erläutert, dass er sich vor etwa drei Jahren mit Frau Dr. Petry getroffen hat“, teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums demnach mit.

Weiter heißt es, Maaßen habe seit seinem Amtsantritt im August 2012 etwa „196 Gespräche mit Politikern der CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP und AfD geführt“. Es sei inhaltlich dabei „um Fragen der Gefährdungseinschätzung“ und um „einen allgemeinen Austausch“ gegangen. In den Gesprächen mit Frauke Petry habe Maaßen „keine Empfehlungen oder Ratschläge hinsichtlich des Umgangs mit Personen oder Strömungen der AfD gegeben“.

Am Donnerstag hatte die „Welt“ berichtet, dass der Verfassungsschutzpräsident bereits in der vergangenen Woche gegenüber dem zuständigen Staatssekretär im Bundesinnenministerium die Treffen mit der damaligen AfD-Parteichefin Petry eingeräumt hat. Die Buchautorin und AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber behauptet, Frauke Petry habe ihr gegenüber erklärt, Maaßen habe ihr zu einem Parteiausschlussverfahren gegen den Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke geraten. Ansonsten drohe eine Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz.

Petry hat diese Darstellung bislang dementiert. (Quelle: dts)

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21 Kommentare

  1. Nö, „„Mit Führerprinzip und ..“ so haben auch heutige „Rechtsextremisten“ nichts zu tun. Sie haben aber extrem Recht.

  2. etwas ist faul im Staate Dänemark(AfD)

    Ihr lieben Leser, merkt Ihr nicht, das hier einiges so nicht stimmt.
    1. „Ja, ich habe ein Gespräch mit Herrn Maaßen geführt“,
    Warum, auf wessen Veranlassung?
    2. schätze Maaßen „als objektiven Spitzenbeamten“
    Ach ja? Auf Grund welcher Erkenntnisse???
    Nach einem Gespräch? Der „Spitzenbeamten-Kenner“ Gauland.
    3. „Es gab den Verdacht, dass wir in der Fraktion einen Einflussagenten Moskaus
    hätten. Das wollte ich klären. Herr Maaßen hat mir nach einer gewissen
    Prüfung gesagt, dass da nichts dran ist.“
    Etwas „dümmeres“ fällt dem Juristen Herrn Gauland nicht ein?
    „Herr Maaßen hat mir nach einer gewissen Prüfung gesagt,…“
    Wie läuft diese „gewisse Prüfung“ ab?
    Maaßens Antwort aus dem „Stegreif“?
    Maaßen wusste schon vorher was Herr Gauland wollte?
    4. „Um Gottes Willen! Es wäre mir peinlich, mit Herrn Maaßen so etwas zu besprechen.“
    Na so etwas! Worüber dann?
    5. „Weiter heißt es, Maaßen habe seit seinem Amtsantritt im August 2012 etwa „196
    Gespräche mit Politikern der CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP und AfD geführt“.
    Es sei inhaltlich dabei „um Fragen der Gefährdungseinschätzung“ und um „einen
    allgemeinen Austausch“ gegangen.“
    Das sind ca. 33 Gespräche im Jahr und ca. 2,5 pro Monat.

  3. Ich mache mir keine Illusionen darüber, ob die AfD eine „saubere“ Partei ist. Dazu gibt es zu viele Geheimdienste umherum und Wallraffer, die von innen her positiv oder negativ Einfluss nehmen können/wollen. Ich sehe nur, dass es in der AfD, woanders leider nicht, Leute gibt, die sich mutig öffentlich gegen eine menschenverachtende ideologie stellen. Dafür habe ich größte Hochachtung.

  4. Ein ganz normaler Vorgang, sind solche Gespräche. Die LinksFASCHISTEN pimpern sich wieder auf………
    Nix neues an der Front.

  5. Ich halte mich lieber an Fakten. Petry brauchte sich nie mit Maaßen zu treffen. Vor drei Jahren hatte die sich kurz nacheinander mit Nethanyahu und Obama getroffen. Beide Treffen sollen in ihrem Urlaub rein zufällig zu Stande gekommen sein, was auch nur der glaubt, der auch an den Osterhasen glaubt. Für mich war das damals ein Signal, wer die „Chefs“ der AfD sind. Bei Gauland stört mich, dass er der Merkel zweimal den Axxxx gerettet hat. Immer wenn die an der Wand stand, hat er einen herausgehauen und sie war aus der Schusslinie. Zuletzt war dies während der BAMF-Affaire der Fall. Er hätte wissen müssen, dass seine „Fliegenschiss“-Äußerung ein großes Geschrei nach sich ziehen wird und somit war Merkel wieder aus der Schusslinie. Im übrigen glaube ich nicht, dass irgend eine Partei auf dem Wahlzettel steht, welche nicht der CIA untergeordnet ist und von dort Weisungen erhält.

  6. „Es gab den Verdacht, dass wir in der Fraktion einen Einflussagenten Moskaus hätten.“

    Zählen die zahllosen Mitglieder der Lobby-Organisationen wie der „Atlantikbrücke“ zu „Einflussagenten Washingtons“?

  7. ….man kann so viel Negatives über die AfD sagen und schreiben…..wie man will.
    Ich wähle AfD….und lass mir das nicht vermiesen! 🙂

  8. „Gauland bestritt, dass es Rechtsextreme in der AfD gebe.“

    Achherjeh, da springt wieder einer übers rechte Stöckchen, um sich dann auch gleich in den Folgesätzen selbst zu widersprechen:

    „„Wir sind anarchisch, demokratisch und halten am Grundgesetz fest“,
    sagte er. „Mit Führerprinzip und Nationalsozialismus haben wir nichts zu
    tun.“

    Gauland, WAS bedeutet „Rechtsextrem“? Lass dir das mal von wirklich Rechten erklären. Führerprinzip und Nationalsozialismus haben mit „Rechts“ NICHTS zu tun. Rechts bedeutet: Für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

    Es zeigt sich immer wieder, Gauland ist in seiner derzeitgen Position eine Fehlbesetzung. Dazu kommt noch sein Fable für Fettnäpfchen: „Boateng“, „Vogelschiss“ und „Stolz von Wehrmachtssoldaten“.

  9. Gauland „Wir sind anarchisch…“ Hat er etwa „archaisch“ gemeint? Der Duden sagt zu „anarchsich“: gesetzlos, ohne eine gesetzliche Ordnung, chaotisch.
    Wenn Herr gauland das nicht richtig hinbekommt, sollte er den Hut nehmen…

  10. Jetzt ist bereits der miteinander Reden ein Staatsverbrechen? Man muss sich einmal ansehen mit wem die SPDler schon alles „geredet“ haben und mit wem Merkel und ihre Marionetten alles schon gredet haben.

  11. Ja, ich habe mich auch schon öfters im Leben mit dem Feind eines Freundes getroffen.

    Ach Gott ist das entsetzlich, nein, was es alles gibt.

  12. Mich stört diese reißerische Schlagzeile, die eine bestimmte Handlung unterstellt, was vom Inhalt des Artikels in keiner Weise gestützt wird!

  13. Ja wie schlimm ist das denn „„Es gab den Verdacht, dass wir in der Fraktion einen Einflussagenten Moskaus hätten.“ Jetzt haben Sie in der Partei jemanden, der Freundschaftsfahrten nach Russland organisierte…. UND DAS IST GUT SO !!!

  14. Und in den anderen Parteien sitzen alles Engel….Scheiß drauf, wichtig ist Schaden abzuwenden, egal mit welchen Mitteln…Die Angst vor der AfD scheint Einige richtig böse zu erwischen, gut so !

  15. …jeder Partei hatte in den Anfängen U-Boote…deshalb nenne ich das nicht “ beschnüffeln “ , sondern Schaden von der Partei abzuwenden …

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