Mehrheit der Eingebürgerten behält alte Staatsangehörigkeit

Foto: Reisepass (über dts Nachrichtenagentur)

Wiesbaden  – Sechs von zehn Eingebürgerten behalten inzwischen ihre alte Staatsbürgerschaft. 61,4 Prozent der im Jahr 2017 eingebürgerten Ausländer (68.918 von 112.211 Personen) blieben weiterhin Bürger ihrer Herkunftsstaaten, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf das Statistische Bundesamt. Noch nie war der Anteil der Eingebürgerten mit Beibehaltung der alten Staatsangehörigkeit so hoch.

Er steigt seit 2013 jährlich an. Das liegt zum einen an den Ausnahmeregeln für EU-Bürger. 99 Prozent der fast 39.000 Eingebürgerten aus Staaten der Europäischen Union behielten ihren alten Pass.

Zum anderen spielen Herkunftsländer von Flüchtlingen eine wachsende Rolle bei den Einbürgerungen. Viele dieser Nationalitäten behalten zu 100 Prozent ihre alte Staatsangehörigkeit. Von den 2017 eingebürgerten Iranern (2.689), Syrern (2.479), Afghanen (2.400), Marokkanern (2.390), Tunesien (1.125), Algeriern (462), Libanesen (1.294) und Nigerianern (954) legte dem Statistischen Bundesamt zufolge kein einziger seinen alten Pass ab, schreibt die Zeitung.

Bei den meisten anderen wichtigen Herkunftsländern von Flüchtlingen sind die Quoten ebenfalls hoch, wie etwa beim Irak (87,8 Prozent von 3.480 Eingebürgerten). Hauptgrund für diese Entwicklung ist, dass die Bundesrepublik bei der Einbürgerung anerkannter Flüchtlinge auf das Ablegen der bisherigen Staatsangehörigkeit verzichtet. Das deutsche Staatsangehörigkeitsrechts will die Entstehung von Mehrstaatigkeit eigentlich vermeiden und nur in Ausnahmefällen zulassen.

Noch bei der großen Reform des Staatsangehörigkeitsrechts 1999 wurde in der Gesetzesbegründung betont, „der Grundsatz der Vermeidung von Mehrstaatigkeit bei der Einbürgerung“ werde „beachtet“. Und weiter: „Insbesondere unter Ordnungsgesichtspunkten besteht ein staatliches Interesse, die Fälle mehrfacher Staatsangehörigkeit einzuschränken“. (dts)

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7 Kommentare

  1. Man sollte – der guten Ordnung halber – klarstellen, dass der „deutsche Pass“ ja GERADE NICHT (!!) die deutsche „Staatsangehörigkeit“ dokumentiert, bestätigt und/ oder begründet, sondern – bestenfalls – eine lächerliche VERMUTUNG (was auch immer das letztlich heißen soll ———> Volksverarschung wohl !) DAFÜR.

    Wieso also sollen Doppelstaatler IHREN ECHTEN (!!) Pass, der eine ECHTE Staatsangehrigkeit DOKUMENTIERT, gegen eine lächerliche „Vermutung“ eintauschen ?;-)

    Was soll man denn mit dem „Fetzen“, der sich „deutscher Pass“ nennt, außer Sozialleistungen kassieren und – ggf. „konsularische Betreuung“ erhalten, wenn man im türkischen Knast sitzt, also quasi „yücelisiert“ wurde……;-)

  2. Schlimm, wenn diese Doppelstaatler im Bundestag sitzen und die deutsche Politik mitbestimmen. Bei manchen muss man sich wirklich ernsthaft fragen, welche Interessen die eigentlich vertreten. Das frag ich mich z.B. ständig bei unseren Deutsch-Türkischen Abgeordneten.

    • …meine Abgeordneten sind das nicht,denn ich habe sie nicht gewählt. Deutschland ist inzwischen überall unterwandert,egal wo man hinschaut. Leider ist das so gewollt.

  3. „Das deutsche Staatsangehörigkeitsrechts will die Entstehung von Mehrstaatigkeit eigentlich vermeiden und nur in Ausnahmefällen zulassen.“

    Soso. Aber trotzdem beugt sich Deutschland der EU (alle EU-Buerger duerfen ihren Pass behalten) und natuerlich vor Moslems und Mohren, um die ‚Integration zu foerdern‘, versteht sich…

    Dumm aus der Waesche gucken natuerlich Weisse aus nicht EU-Laendern UND VOR ALLEM BIO-Deutsche. Denn wenn ein Bio-Deutscher auswandert und im Nicht-EU-Ausland die Staatsbuergerschaft annehmen will (um z.B. waehlen oder andere Rechte wahrnehmen zu duerfen), verliert er die deutsche Staatsbuergerschaft. Man kann zwar beim Bundesverwaltungsamt eine ‚Beibehaltungsgenehmigung‘ beantragen, die ist aber nur sehr schwer zu bekommen und der Antragsteller wird von oben bis unten durchleuchtet und muss alles detailiert begruenden – von wegen ‚Pass verloren‘ oder ‚mehrere Identitaeten‘. Schon Schei**se, wenn man Deutscher ist….

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