Proteste im Iran: Stürzt das Regime?

Marilla Slominski

screenshot Twitter

Vor wenigen Tagen hat US-Präsident Trump „schmerzhafte“ Sanktionen gegen den Iran erlassen. Das hat die Proteste, die seit Ende Dezember im Iran aufflackern, erneut befeuert. 100.000 Iraner sollen landesweit demonstrieren und ihre Wut richtet sich weniger gegen den US-Präsidenten – sie wollen einen Regime-Wechsel in ihrer Heimat. 

Teheran, Isfahan, Shiraz, Arak, Karaj oder Eshterhard, sind nur die Namen einiger Städte, in denen Proteste stattfinden. Nach einem Fußballspiel in Teheran sollen tausende Zuschauer das Stadion verlassen und gerufen habe: „Tod dem Diktator, Tod für Khamenei, Tod für Rouhani, das islamische Regime muss weg“.

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Auf einem Twitter-Foto sind brennende Autoreifen auf einer Straße zu sehen: „Seit drei Tagen protestieren die Menschen für Freiheit, Menschenrechte und einen Regimewechsel. Unglücklicherweise gibt es keine Unterstützung von den Ländern, die von sich behauptende Verfechter der Menschenrechte zu sein. Diese Doppelmoral muss aufhören“., heißt es in dem Tweet.

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Viele der Videos, die in den sozialen Netzwerken zu sehen sind, scheinen einen echten Richtungswechsel zu belegen. Die schwarzgewandeten islamischen Moralwächter werden auf einmal zu den Gejagten. Menschen greifen sofort ein, wenn eine unverschleierte Frau in Bedrängnis gerät und verteidigen sie. Junge Menschen sprühen im Schutz der Nacht  mit Farbe „Tod Khamenei“ an die Hauswand.

Hunderte Busse können nicht mehr fahren, weil das Benzin fehlt, Menschen können nicht mehr zur Arbeit. Und sie sind wütend, dass ihre Regierung Terrorgruppen finanziert, statt ihren eigenen Bürgern zu helfen: „Guckt euch unsere Situation an. Wir warten hier seit 24 Stunden“, so ein Busfahrer. „Wie kann das Regime es wagen, der Hisbollah und Palästina Geld zuschicken, während der Iran in Schwierigkeiten ist. Das Ziel der Revolution war nicht, dreckige Hisbollah-Führer wie Hassan Nasrallah zu unterstützen und wir werden hier unterdrückt. Es reicht.“ „Das teuflische Ayatholla-Regime muss gehen…Wir haben 39 Jahre lang die Menschenrechte in unserem Land getötet…“ meint ein anderer Twitter-User.

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Besonders furchtlos in diesen Zeiten sind die iranischen Frauen. Immer lauter wird ihr Protest gegen den Hijab. Werden sie von der Polizei oder islamgläubigen Frauen wegen fehlender Verschleierung ermahnt, Schreien sie zurück „Kein Kopftuch zu tragen ist kein Verbrechen!“

Diese junge Frau ist nach Meinung einer Vollverschleierten nicht ausreichen bedeckt. Sie denkt garnicht daran, nachzugeben und bekommt sofort Unterstützung von anderen Fahrgästen.


Und auch diese mutige Iranerin nimmt kein Blatt mehr vor den Mund: „Wir ertragen dies Tyrannei seit 40 Jahren.Genug ist genug. Die islamische Republik plündert die Ressourcen des Landes. Wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen. Lasst uns zusammenhalten und unser Land wieder aufbauen.Habt keine Angst. Wenn wir zusammenhalten, kann uns keine Macht weder aus dem Ausland noch hier schlagen. Wir sind Iraner. Was kümmert uns Syrien, der Libanon, der Irak oder Palästina. Warum soll unser Öl unsere Elektrizität, unsere Ressourcen, unser Wasser aus dem Kaspischen Meer woanders hinfließen. Hört auf zu schweigen. Meine Bitte an euch ist, schließt euch uns endlich an…“

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