Isabelle (28): Mysteriöser Todesfall beim Asylbewerberheim – Was vertuschen die Behörden?

Foto: Kandel ist überall

Es ist der 12.Juni 2016, im TV läuft das Europa­meister­schaftsspiel Deutschland-Ukraine. Da klingelt die Polizei bei Karl Heinz Hulin (60) und seiner Frau Claudia Kellenberger. „Sie meinten, ich solle meine Frau ruhig schlafen lassen“, erinnert sich der Bahnmitarbeiter. Dann wird es wohl nichts Schlimmes sein, denkt er. Es ist etwas Schlimmes…

Von Linda Amon

„Wir haben eine Frauenleiche gefunden“, sagen die Polizisten. „Mit 80prozentiger Wahrscheinlichkeit ist es ihre Tochter, aber wir brauchen noch einen DNA-Abgleich…“ Die Beamten sprechen von einem Unfall oder einem Tötungsdelikt – ein Albtraum beginnt!

Isabelle Kellenberger ist 28 und mit sich und ihrem Leben im Reinen: Die begeisterte Schwimmerin hat einen Job im Strandbad in Nussdorf am Bodensee, ist seit einem halben Jahr mit ihrer großen Liebe Michael (32, Name geändert) aus München zusam­men, hat einen liebevollen Kontakt zu den Eltern und zu ihrer jüngeren Schwester Franziska (24, Name geändert). Vor kurzem haben ihr die Eltern eine Eigentumswohnung in Überlingen gekauft. Die will sie jetzt vermieten, denn es steht ein Umzug zu Michael an.

Dann verschwindet Isabelle – und keiner scheint sie gesehen zu haben. Am Donnerstag, den 2. Juni, ist sie nachmittags mit Freunden verabredet. Um acht Uhr geht sie nach Hause. In der Nacht telefoniert sie noch mit ihrem Freund. Es geht um ihren Umzug, die Jobsuche – es gibt so viel zu besprechen. Irgendwann in der Nacht zwischen drei und vier gibt es den letzten Kontakt zu Michael. Danach nichts mehr!

Zwei Tage später meldet er sich bei den Eltern – seit Freitag ist Isabelles Telefon ausgeschaltet, WhatsApp-Nachrichten gehen nicht mehr durch.

„Wir haben uns erst keine Gedanken gemacht“, erinnert sich Karl Heinz Hulin. „Es war schlechtes Wetter, im Freibad brauchte man sie nicht.“ Und Isabelle fuhr öfter mal zu Freunden in der Schweiz…

Trotzdem sehen sie in der Wohnung der Tochter nach – die Jalousien sind geschlossen. „Wir waren zunächst nicht beunruhigt, dachten Isabelle hätte dort, wo sie war, kein Handy-Netz.“ Erst am Samstag untersuchen die Eltern –gemeinsam mit Tochter Franziska – die Wohnung genauer. Und stellen fest: Isabelles Rucksack ist da, ebenso ihre Schmink­sachen. Waschmaschine und Spülmaschine waren offenbar in Benutzung, die Balkontür in der Erdgeschoß-Wohnung ist gekippt. Das hätte Isabelle nie gemacht, alles spricht gegen eine spontane Reise.

Jetzt macht sich die Familie ernsthaft Sorgen, geht zur Polizei und erstattet eine Vermisstenanzeige.

„Die Beamten waren sehr freundlich, haben sich viel Zeit genommen“, wundert sich Vater Karl Heinz. Was sie nicht sagen: Man hat bereits am Vortag eine unidentifizierte Frauenleiche im Bodensee gefunden… Das erfährt er erst am Sonntagabend, als die Polizei während des Länderspiels bei ihm klingelt.

Einen Tag später beginnen die Ermittlungen. Doch die sind schnell wieder zu Ende. Denn obwohl der Obduktionsbericht von einem „ungeklärten Todesfall“ spricht, ist die Sache für den Kommissar aus Friedrichshafen schnell erledigt: Selbstmord!

Selbstmord?

Karl Heinz Hulin und seine Frau verstehen die Welt nicht mehr. Isabelle war Rettungsschwimmerin und Deutsche Meisterin im Brustschwimmen – und so jemand soll sich im 30 Zentimeter seichten Uferwasser des Bodensees ertränkt haben? Nur mit Unterwäsche bekleidet, weitere Kleidung sowie Handy, Ausweis und Schlüssel sind – und bleiben bis heute – unauffindbar. Der Fundort liegt sechs Kilometer von ihrer Wohnung entfernt, aber Isabelle hatte kein Auto.

Und als ob das an Widersprüchlichkeiten noch nicht ausreicht, präsentiert man den fassungslosen Eltern noch ein absurdes Motiv für den vermeintlichen Selbstmord: Isabella hatte eine unklare Berufssituation und eine unglückliche Beziehung. Außerdem war sie Sternzeichen Waage – und die neigen laut den Ermittlungs­behörden offenbar stärker zum Suizid.

„Das hat mir der Kommissar tatsächlich so gesagt“, erklärt Karl-Heinz Hulin.

Das Ehepaar schaltet einen Anwalt ein, der Akteneinsicht beantragt. Und erfährt: Isabelle hatte Verletzungen im Gesicht, einen Nasenbeinbruch, Blutungen im Stirn- und Schläfenbe­reich, sowie Einblutungen am Hals – aber KEIN Wasser in der Lunge. Man hat Abstriche genommen, um eine eventuelle sexuelle Straftat ermitteln zu können. Doch die wurden nicht ausgewertet – weil es ja „Selbstmord“ war… Und natürlich hat man auch die Medien nicht informiert und um Hilfe bei der Suche nach Zeugen gebeten.

Selbstmord im See ohne Wasser in der Lunge? Die Antwort auf diese elementare Frage bleiben die Ermittlungsbehörden den Eltern bis heute schuldig.

„Es hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen“, erinnert sich der Vater. „Man hofft, es wird besser. Aber heute, nach zwei Jahren, stelle ich fest: Es wird immer schlimmer!“ Vor allem, dass es keine Aufklärung gibt, dass die Behörden jegliche Unterstützung verweigern, macht Hulin und seiner Frau zu schaffen. „Aber wir werden nicht ruhen, bis wir wissen, was mit Isabelle wirklich passiert ist!“

In der Nähe des Fundorts gab es damals ein Asylbewerberheim. Auch Isabelle hatte Kontakt zu den jungen Männern, traf sie in der Kneipe, wo sie nach Feierabend gern mal auf ein Bier vorbei ging. „Ein Afrikaner hat sie auch mal gestalkt“, erinnert sich Karl Heinz Hulin. „Ihr Chef musste ihn vertreiben.“

Trotzdem hält er es eher für unwahrscheinlich, dass ein Asylbewerber seine Tochter getötet hat – allein schon wegen der räumlichen Entfernung. Doch offenbar scheint die Polizei das für möglich zu halten – denn was gäbe es sonst für einen Grund, Isabelles gewaltsamen Tod zu vertuschen?

Das fragt sich auch Dr. Christina Baum, Abgeordnete in Baden-Württemberg und Mitglied in der Bürgerbewegung „Kandel ist überall“. Sie will jetzt eine Anfrage im Landtag stellen. „Die Ermittlungen müssen wieder aufgenommen werden!“

Dies ist eine Pressemitteilung von Kandel ist überall

 

 

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