Empathielose SPD Konstanz – ,,Rentner als Verkehrskadetten einsetzen, denn die leben nicht mehr so lang“

Bild: (Durch Pressmaster/Shutterstock)
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Konstanz – Vorschlag eines SPD Pensionärs: Der frühere Amtsleiter im Konstanzer Rathaus und SPD-Stadtrat Johannes Kumm findet, dass das Engagement als Verkehrskadett für Schüler zu gefährlich ist. Lieber sollten ihn Menschen mit geringerer Lebenserwartung machen.

Jugendliche stehen auf den Kreuzungen der Stadt und lenken an Tagen mit hohem Verkehraufkommen die Besucherströme in einigermaßen geregelte Bahnen: Während das Engagement der jungen Verkehrskadetten überwiegend als Beitrag zur Lösung eines Problems wahrgenommen wird, macht Johannes Kumm Architekt, Stadtrat der SPD, einen ungewöhnlichen Vorschlag. Statt junge Leute mitten in Abgase, Lärm und Feinstaub zu stellen, regt er an, Rentner als Kadetten einzusetzen.

Rentner haben „nicht mehr die Lebenserwartung wie Jugendliche“

Die Begründung, die er dafür in der Sondersitzung des Gemeinderats jetzt lieferte, überraschte nicht nur deshalb, weil Kumm selten das Wort ergreift. Sondern mehr noch wegen der Begründung, so der AfD-Kreisverband in Konstanz. Man solle, so Kumm, auf ältere Personen setzen, „die nicht mehr die Lebenserwartung haben wie Jugendliche“.

Im Ratssaal sorgte der Vorschlag von Johannes Kumm, der als pensionierter Leiter des damaligen städtischen Hochbau- und Liegenschaftsamts 2012 in Pension ging, für Erstaunen. „Wir können so etwas nicht verantworten“, sagte er über den von der Stadt über die Marketing und Tourismus GmbH gesteuerten Kadetten-Einsatz. Und wiederholte seine Forderung, lieber Rentner als Schüler an die Kreuzung zu stellen, mit der neuerlichen Begründung: „Die leben nicht mehr so lang.“

Verkehrsplaner entgegnet kühl: Jeder kann bei Kadetten Mitglied werden

Stephan Fischer, Verkehrsplaner im Rathaus, rief den Stadtrat indirekt dazu auf, schon mal mit gutem Beispiel voranzugehen. Ohne auf die Frage einzugehen, inwieweit das als Ehrenamt geltende Engagement bei den Verkehrskadetten mit den Arbeitsschutzbestimmungen für Minderjährige zu vereinen ist, hielt er fest: „Die Verkehrskadetten sind ein Verein, jeder kann da Mitglied werden.“

Zumal die Kadetten offenbar ohnehin Verstärkung brauchen: Die zusätzlichen Lotsen, die an den Parkhäusern seit diesem Jahr erfolgreich Rückstaus auf den Altstadtring verhindern, könnten nur durch das Engagement von Kadetten aus Schaffhausen und St. Gallen gewonnen werden. Bis 2021/2022 stehen mit Sicherheit noch Kadetten an Kreuzungen. (SB)

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