Spanischer Außenminister: „Europa braucht neues Blut“

Marilla Slominski

Josep Borrell

Der sozialistische Aussenminister Spaniens hat kein Problem mit den illegalen Einwanderern, die nun an den Küsten seines Landes anlanden. Er freut sich über das „neue Blut“, dass die alternde europäische Bevölkerung aufmischt.

„Die demografische Entwicklung in Europa zeigt, dass wir, wenn wir nicht allmählich zu einem alternden Kontinent werden wollen, neues Blut brauchen und es nicht so aussieht, als würde dieses neue Blut aus unserer Fähigkeit zur Fortpflanzung kommen“, so Josep Borrell vor einer Woche laut france24.

Mit in diesem Jahr bisher fast 28.000 Einwanderern aus Afrika hat Spanien sich zum neuen Hotspot entwickelt. Auch das ist für den 71-Jährigen Sozialisten kein Problem. Er zeigt, wie gut er rechnen kann, indem er die Zahl erst einmal um ein paar Tausend nach unten reduziert. Bei 20.000 Migranten könne von einer Masseneinwanderung keine Rede sein, schließlich habe das Land 40 Millionen Einwohner, erklärt er seinen spanischen Mitbürgern.

Nur Tage zuvor hatten 602 Afrikaner es geschafft, die Grenzanlagen der spanischen Enklave Ceuta in Marokko zu stürmen. Mit selbstgebauten Flammenwerfern, ihren Exkrementen und Steinen hatten sie die Polizisten angegriffen. Nun versucht der Sozialist Joseph Borell mit seiner Zahlenspielerei in gewohnter Manier die Wogen der Empörung wieder zu glätten und einen Aufstieg der „Rechtspopulisten“ in Spanien zu verhindern.

Eine Sorge, die auch in Brüssel im Raum steht. „Im Moment können wir es uns nicht leisten, auch noch Spanien zu verlieren“, so ein hochrangiger Bürokrat gegen über der spanischen Zeitung El País angesichts des europaweiten Aufstiegs der konservativen Bewegungen.

Aussenminister Joseph Borell muss sich auch angesichts der Wanderbewegung in Richtung Deutschland keinen großen Kopf machen. Trotzdem ruft er schon mal zur „Solidarität“ auf und wenn andere Länder sich seinem Appell nicht anschließen, müsste eben eine „Koalition von Ländern um Deutschland, Frankreich und Spanien vorangehen“, berichtet Focus. 

„Für mich hat die Bundeskanzlerin schlichtweg die Ehre Europas gerettet“, lobt der spanische Aussenminister Angela Merkels Politik der offenen Grenzen seit 2015.
Und er hat auch noch weitere Zukunftsvisionen. Er möchte Anreize für die Herkunftsländer von illegalen Einwanderern schaffen um diese wieder zurückzunehmen. Man könnte doch für jeden Illegalen, der erfolgreich abgeschoben wird, einen Legalen aufnehmen und ihn einen Beruf lernen lassen. Wenn der die Ausbildung beendet habe, könne er dann schlauer in sein Heimatland zurückkehren.

Die Nettokosten eines Auszubildenden betragen laut Deutsche Handwerkszeitung pro Jahr 5.400 Euro. Das ein Betrieb freiwillig jemanden ausbildet, der dann wieder das Land verlässt, erscheint unwahrscheinlich. Und so ist zu erwarten, dass der gebeutelte Steuerzahler für die Idee des spanischen Aussenministers ein weiteres Mal die Taschen öffnen muss.

Auch die Frage warum Afrikaner, die wegen Armut und wirtschaftlicher Misere in ihren Heimatländern, genau in diese als Klempner, Mechatroniker oder Friseure wieder freiwillig zurückgehen sollten, beantwortet der katalanische PSC-Politiker Joseph Borell nicht.

Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt in Subsahara-Afrika bei ca. 1.540 Euro. Ägypter und Marokkaner verdienen rund 2500 Euro pro Jahr. Da dürfte selbst einem ausgebildeter Afrikaner die Entscheidung zwischen Heimat und Europa nicht schwer fallen.

 

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