Afrikanische Spanien-Flüchtlinge kommen zu Zehntausenden nach Deutschland

Afrikanische Einwanderer rennen aus ihrem Schlauchboot an die spanischen Strände. Screenshot: Youtube

Sie kommen fast alle zu uns: Die Masseneinwanderung von Afrikanern nach Spanien bedeutet nicht, dass sie dort bleiben – sie ziehen weiter nach Deutschland. Spanien stellt ihnen dafür sogar Bustickets aus. In die Bundesrepublik kamen bis Juli 66 Prozent mehr „Flüchtlinge“ als nach Spanien, Italien, Griechenland, Malta und Zypern zusammen.

Auch wenn derzeit alle auf die Bilder von aus Schlauchbooten an die Strände stürmenden Einwanderern schauen, bleibt die Belastung für Spanien relativ gering. „Wir befürchten, dass sich viele Migranten auf den Weg nach Frankreich, die Beneluxländer und Deutschland machen könnten“, sagte selbst der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Helmut Teichmann, der Bild am Sonntag.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: 23.048 illegale Einreisen nach Spanien verzeichnete die Migrationsorganisation der Vereinten Nationen (IOM) bis Juli – eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings: Nach Deutschland kamen im selben Zeitraum 96.644 Einwanderer, also mehr als vier Mal so viele.

Deutlich fällt auch der Vergleich Deutschlands mit allen Ankunftsstaaten Spanien, Italien, Griechenland, Malta und Zypern aus. Dort landeten bis Juli insgesamt 58.158 illegale Migranten an den Küsten – in Deutschland waren es in den ersten sieben Monaten fast 40.000 mehr – umgerechnet sind das 66 Prozent.

Wie stark die Einwanderung in die Bundesrepublik fast unbemerkt weitergeht, zeigt auch die Zahl für Juli: Ausländer stellten laut Innenministerium 13.194 Erstanträge auf Asyl – damit liegt der Monat genau im Durchschnitt. Doch kaum einer bekommt etwas mit: Die meisten kommen unkontrolliert über die Westgrenze. Bilder von Flüchtlingsströmen wie 2015 über die Balkanroute werden nicht gezeigt.

An den Grenzen zu Frankreich, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz finden auch keine deutschen Kontrollen statt – die gibt es nur an der Grenze zu Österreich. Und wer aufgegriffen wird, den fahren die Grenzschützer direkt in eine Erstaufnahme-Einrichtung. Alle andere melden sich von allein bei der Polizei, sagen „Asyl“ und erhalten die gewünschte Rundum-Versorgung.

Bilaterale Abkommen mit den Ländern, in denen die Einwanderer europäischen Boden betreten, gibt es nicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte diese nach dem Flüchtlingsgipfel und dem Streit mit ihrem Innenminister Horst Seehofer zwar angekündigt, aber da tut sich gar nichts. Ein völliges Versagen der Bundesregierung.

Die Verhandlungen darüber hatte die Regierungschefin an Seehofer delegiert. Er konnte bisher noch mit keinem der drei wichtigsten Staaten – Spanien, Italien, Griechenland – Vollzug melden. Und Angela Merkel hält sich raus. Die Flüchtlinge strömen derweil Monat für Monat zu Zehntausenden ins Land. Das spanische Rote Kreuz, das im Staatsauftrag die Erstbetreuung übernimmt, händigt den Neuankömmlingen in südspanischen Küstenstädten sogar Bustickets Richtung Norden aus, berichtet die Welt. (WS)

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