„Umvolkung“ – Verschwörungstheorie oder tatsächlicher Plan?

von A.R. Göhring und B. Hoe

© jouwatch

Der Spiegel-Kolumnist Sascha Lobo veröffentlichte neulich eine Liste „rechtspopulistischen“ Vokabulars, in dem das Pirinçci-Zitat der „Umvolkung“ als typisch rechte Verschwörungstheorie bezeichnet wird. Hat Lobo Recht, gibt es gar keine Pläne zum gesellschaftlichen Umbau, oder steckt doch etwas dahinter?

Um die Antwort vorwegzunehmen: jein. Das „Bevölkern“ des jeweiligen Herrschaftsgebietes ist in Europa und Asien (und wahrscheinlich auch sonst überall) eine beileibe nicht seltene Maßnahme von Fürsten aller Art. Das seltsame deutsche Wort „Bevölkerung“ kommt sogar daher. Besonders gerne haben die brandenburgisch-preußischen Kurfürsten und Könige vom Bevölkern Gebrauch gemacht. Das Holländerviertel in Potsdam ist backsteinernes Zeugnis der Ansiedlung von niederländischen Fachkräften durch den Soldatenkönig. Gleich daneben steht die Kirche der katholischen Gemeinde Peter & Paul, die auf belgische Büchsenmacher zurückgeht. Und noch einmal hundert Meter weiter steht eine französisch-protestantische Kirche für die Hugenotten wie Thilo Sarrazin.

Auch weiter entfernte Monarchen beherrschten das Neu-Bevölkern ganzer Landstriche sehr gut. So rief der Schah von Persien vor Jahrhunderten christliche Armenier nach Iran, die seine Wirtschaft stärken sollten. Die Nachfahren dieser Immigranten leiden heute natürlich unter dem islamischen Mullah-Regime, das sie wie Bürger dritter Klasse behandelt. Generell kann man sagen, dass das Be-völkern häufig zum Nachteil der Immigranten oder deren Nachfahren und zum Vorteil der Herrscher und der Indigenen ablief. Die Banaterschwaben, Siebenbürgersachsen und Wolgadeutschen konnten ein Lied davon singen.

Die NS-Bevölkerungsplaner im Zweiten Weltkrieg sprachen insofern nicht von „Bevölkern“, sondern von „Umvolken“ der besetzten osteuropäischen Gebiete, weil die einheimische Bevölkerung durch „arische“ Siedler ersetzt werden oder diesen als Sklaven dienen sollte. In Anlehnung an dies unmenschliche Vorhaben der Nazis übernahm der Autor Akif Pirinçci den Ausdruck „Umvolkung“, um die forcierte Massenimmigration von opportunistischen Mohammedanern und Afrikanern zu kritisieren, die vollständig auf Kosten der einheimischen deutschen bzw. europäischen Bevölkerung stattfindet; von einer kleinen Minderheit der üblichen Profiteure einmal abgesehen.

Aber haben diese Profiteure der Asylindustrie die „Flucht“ der illegalen Immigranten selber organisiert, um sich wie die Kölner CDU-Politikerin Horitzky persönlich bereichern zu können, indem sie z.B. ihre Immobilien zu auf dem freien Markt unmöglichen Fantasiepreisen als Asylunterkunft vermieten? Nein, natürlich nicht; die Asylindustriellen sind wie die Sozialeinwanderer Opportunisten, die die günstige Gelegenheit beim Schopfe ergreifen, um ohne Arbeit auf Kosten anderer leben zu können.

Noch nicht einmal Angela Dorothea Merkel hat bis zu jenem schicksalsträchtigen 12. September 2015 besonderen Wert auf die Immigration von bildungsfernen Mohammedanern (etc.) gelegt. ADM ließ zwar alles Mögliche wie Rechtsstaat oder Pflegepolitik wegen Desinteresse oder schlichter Unfähigkeit schleifen, aber Hinweise auf geplanten aktiven Gesellschaftsumbau gab es zehn Jahre lang nicht. Kein Wunder; die katastrophalen Folgen der Massenimmigration von sonstwem waren selbst Merkel wohl klar. Warum sollte sie sich diesen Ärger einhandeln? Sie sah sich nach dem Wahlsieg 2013 ja bereits als GröKaZ in der Tradition eines Adenauer oder Kohl. Sie erinnern sich in diesem Zusammenhang vielleicht noch an die PR-Katastrophe vom Sommer 2015, als Merkel vor laufenden ARD-Kameras einem weinenden mohammedanischen Mädchen erklärte, es müsse das Land verlassen.

Das hatte sich ADM gemerkt. Um nicht noch einmal heftige Prügel von den Pro-Asyl-Massenmedien zu beziehen, traf sie die Entscheidung, die Millionen Sozial- und Justizflüchtlinge des Islamgürtels und Afrikas sogar noch einzuladen. Mit Erfolg: Die Medien und das mächtige Linksakademiker-Milieu unterstützen sie bis heute weitgehend ohne Einschränkung.

Angela Dorothea Merkel, die Asylindustriellen und auch die Illegalen selber sind also nur recht kleine Rädchen im System, die reagieren statt zu agieren. Wer aber agiert dann? Wurde die „Fluchtwelle“ nur zufällig ausgelöst, ist sie die Folge einer Verkettung ungünstiger Ereignisse? Natürlich nicht; denn die falschen Flüchtlinge sind nicht durch Krieg oder Terror aus dem Land getrieben, sondern, ganz im Gegenteil, mit finanziellen Versprechen angelockt worden. Sonst wären ja schon vor Jahrzehnten Millionen von Syrern, Irakern, Iranern oder Äthiopiern in Europa eingetroffen, da ihre Länder chronisch instabil sind.

Nein, eine Umfrage der Hilfsorganisation Ärzte der Welt ergab, dass etwa 90% der Asylanten in Deutschland aus finanziellen (70) oder familiären Gründen (20) nach Deutschland kommen. Der Internet-DJ Retron offenbarte in diesem Zusammenhang auf Youtube, dass in Syrien seit Jahren das mittlerweile wahre Gerücht verbreitet wird, dass man im unglaublich reichen Deutschland ohne Arbeit leben könne und sogar Autos und Häuser geschenkt bekäme. Solcherlei seltsame Gerüchte können in Zeiten von Twitter und Facebook ganz einfach sogar von der anderen Seite des Planeten in Umlauf gebracht werden, was auch geschah.

Nur, wer verbreitet solche Gerüchte, die ganze Divisionen gutgläubiger junger Männer aus versagenden Staaten motiviert, die Europäische Union zu stürmen? Bei solchen Fragen kommt häufig die „Open society foundation“ des ungarisch-amerikanischen Multi-Multimilliardärs George/György Soros ins Spiel. Der Mann war in den 1990er Jahren eine absolute Haßfigur der westlichen Linken, da er in der Öffentlichkeit als der Prototyp des anrüchigen Spekulanten und Finanzkapitalisten galt. Da er mittlerweile der weltweit wichtigste Förderer der „offenen Gesellschaft“ ist, wird er linkerseits ignoriert oder als Philantrop gehandelt. Eigentlich ist das Konzept der „offenen Gesellschaft“ des renommierten Philosophen Karl Popper von 1945 eher ein libertär-politisches, das sowohl Anarchie wie auch die totalitäre Herrschaft einzelner wie György Soros verhindern soll. Da Popper aber, wohl unter dem Eindruck des Naziterrors, Nationalstaaten und kultureller Identität ablehnend gegenüber stand, nutzt sein „Anhänger“ Soros das Konzept für die Planung einer migrationsoffenen, also nicht mehr ganz dichten Gesellschaft, in der alle kulturellen Eigenschaften geschliffen und so ein homogenes Volk ohne Identität geschaffen werden kann, das nur noch libertär-politisch-demokratisch denkt und handelt und so im Utopia lebt.

Wer naiv sein will, kann das glauben. Wer sich aber die Vita des rücksichtslosen Spekulanten Soros anschaut, wird nicht umhin kommen, knallharte egoistische Motive zu vermuten. Schwer zu sagen, was sich radikale Machtmenschen wie Soros im konkreten so zusammenspinnen. Eine „ethnisch bunte“, „vielfältige“, tatsächlich wurzellose identitätslose Masse, die sich mangels gemeinsamer Symbole nicht mehr effizient in Interessensgruppen organisieren kann, ist jedenfalls für Wirtschaftsmagnaten und totalitäre Politiker sehr viel leichter zu beherrschen als eine tatsächlich buntes pluralistisches Volk, das widerspenstig sein kann und Politiker und andere Bonzen hin und wieder in Rente schickt oder gar guillotiniert. Genau das hat George Orwell übrigens in „1984“ beschrieben: Klempnere die Gesellschaft um, und Du hast sie in der Hand (nur an „Fluchtmigration“ hat er noch nicht gedacht).

Sonderlich originell sind die Macht-Klempner-Pläne von György Soros also nicht. Auch hier in Deutschland sind solche oder ähnliche Gedanken bei seinen grünen Jakobiner-Kollegen nicht unbekannt:

„Wir, die Grünen [was heute für Linkspartei und weite Teile der SPD ebenso gilt!], müssen dafür sorgen, so viele Ausländer wie möglich nach Deutschland zu holen. Wenn sie in Deutschland sind, müssen wir für ihr Wahlrecht kämpfen. Wenn wir das erreicht haben, werden wir den Stimmenanteil haben, den wir brauchen, diese Republik zu verändern“. 

Neben Soros oder Cohn-Bendit ist der Pan-Europäer Graf Richard Coudenhove-Kalergi, selber böhmischer Japaner, als Identitäts-Vermischer bekannt. Statt der gewachsenen nationalen Traditionen und europäischen Völkervielfalt sollte es, halten Sie sich fest, eine „eurasisch-negroide Zukunftsrasse“ geben, wie der spätere Karls-Preisträger 1922 schrieb.
Nachdem zynische Halb-Ideologen wie Graf Coudenhove ihre Idee in die Welt gebracht hatten, wurde sie teils sehr viel später von jungen eher schlichten Voll-Ideologen übernommen, ohne allerdings die dahinterstehende zweckrationale Intention zu kennen. Aktuelles Beispiel eines solchen unwissenden Gläubigen ist der mittlerweile fast schon legendäre polnisch-deutsche Harvard-Politologe Yascha Mounk, der in der ARD den Plan ausplauderte, die mono-ethnische Demokratie Deutschlands in eine „multi-ethnische“ (nicht: multikulturelle!) zu verwandeln. Warum die multi-ethnische Gesellschaft besser und daher wünschenswert sein soll, fragt der „Wissenschaftler“ Mounk erstaunlicherweise gar nicht; was beweist, daß die Frischlinge unter den Gesellschafts-Revolutionären gar nicht mehr wissen, was sie da überhaupt fordern und fördern.

Die seit Jahrzehnten in Westeuropa beobachtbare Integrations-Katastrophe zeigt allerdings, daß Offenheits-Fantasten wie Cohn-Bendit, Soros oder Coudenhove die Rechnung ohne die Wirte gemacht haben: Gerade die kulturell besonders Fremden tun in der Regel einen Teufel, sich mit den Europäern zu vermischen oder sich anzupassen. Im Gegenteil, sie importieren ihre fremdenfeindlichen Traditionen und schotten sich besonders streng ab. Eigentlich müßte György Soros mittlerweile die AfD mit Milliarden sponsern, um die vermischungsfeindlichen Mohammedaner aus dem Land zu bekommen.
Der andere „Wirt“ sind einheimische Europäer, die nicht das geringste von solch links-faschistoiden Ideen eines Coudenhove-Kalergi halten. Kaum jemand wird langfristig die erzwungene Massenimmigration fremdester Völker begrüßen und sich dann auch noch mit ihnen paaren, um die Hirngespinste eines entrückten Machtfanatikers zu realisieren.

 

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