Hamburger Parlament: Radikale Deutsch-Türkin Nebahat Güçlü wechselt zur SPD

Hamburger Rathaus: Die umstrittene Abgeordnete Nebahat Güclü ist nun Mitglied der SPD. Foto: Shutterstock

Die SPD hat sich mit einem prominenten aber höchst heiklen Neuzugang verstärkt. Nebahat Güçlü, die mit ihrem Auftritt bei einer rechtsextremen türkischen Organisation für Schlagzeilen sorgte, ist Abgeordnete in der Hamburger Bürgerschaft.

Vor drei Jahren war Güçlü bei den Grünen ausgetreten. Es hatte mächtig Zoff gegeben, weil sie bei der Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland gesprochen hatte. Diese gilt als Plattform der rechtsextremen Grauen Wölfe, die für zahlreiche politische Morde in der Türkei verantwortlich gemacht werden, berichtet das Hamburger Abendblatt. Ein Parteiausschluss Güçlüs war gescheitert.

Bei der SPD ist die 1995 eingebürgerte Politikerin nun für ein Jahr Mitglied „auf Bewährung“, wie es hieß. Noch ist die frühere Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Hamburg fraktionslos. Tritt sie auch der SPD-Fraktion bei, dann kämen die Sozialdemokraten in der Bürgerschaft auf 60 der 121 Sitze. Somit würde ihnen nur noch ein Sitz zur absoluten Mehrheit fehlen. Derzeit regiert die SPD mit den Grünen.

Ihre Leidenschaft für türkische Anliegen erwähnte Güçlü anlässlich ihres Parteieintritts nicht: „Ich habe mich auch bei den Grünen in der Sozialpolitik engagiert, da gibt es keine Unterschiede zur SPD“, sagte sie lapidar. „Ich fühle mich in der Partei gut aufgehoben.“

Zuletzt war auch die frühere Linken-Fraktionschefin Dora Heyenn in die SPD-Fraktion gewechselt. Die Hamburger Fraktion wächst ohne Zutun der Wähler. (WS)

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