Michael Klonovsky über opportunistische Tugendprahler

Foto: Von Tero Vesalainen/Shutterstock
Foto: Von Tero Vesalainen/Shutterstock

Unter dem so erschütternden wie poetischen und künftige künstlerische Großtaten bereits implizierenden Motto „#nassgegenhass“ haben sich „Studierende“ der Hochschule für Fernsehen und Film in München, um „ein Zeichen“ gegen die bayerische Asylpolitik „zu setzen“, mit Wasser übergossen, hernach zu Boden sinken lassen, um einige flache Atemzüge lang wie tot bzw. staatsalimentiert herumzuliegen, selbstredend vor laufender Kamera. Als das Video abgefilmt war, sind sie wahrscheinlich in den Englischen Garten zum Isarbaden gegangen, denn nass waren sie ja ohnehin schon, nunmehr aber obendrein noch vom Gefühl getaner künstlerischer Arbeit sittlich gestählt.

Von Michael Klonovsky

Die immer wieder lesenswerte Seite ScienceFiles kommentiert: „Die Studenten aus München haben großes Interesse an Ertrinkenden im Mittelmeer, die von der CSU in Bayern herzlich wenig bis gar nichts wissen und ertrinken, weil sie sich in Boote setzen, die nicht seetüchtig sind. Zudem haben die Studenten ein Interesse daran, die CSU für das Ertrinken im Mittelmeer verantwortlich zu machen, vor allem deren Asyl-Politik, denn, so muss man schließen, wäre die CSU Asylbewerbern gegenüber offener, würde jeden aufnehmen wollen, der es nach Deutschland schafft, dann wären die Boote der Schlepper, die im Mittelmeer untergehen, seetüchtiger und die Ertrunkenen weniger. Es gibt keinen Grund, warum man das glauben sollte. Aber die Studenten glauben es. Und das ZDF berichtet von diesem Glauben, nicht weil man beim ZDF glaubt, was die Studenten glauben, sondern weil man mit dem Bericht die CSU und ihren Ministerpräsidenten passend zur baldigen Landtagswahl negativ darstellen (oder unter Druck setzen) kann. Sie sind nun einmal mehrheitlich links und grün, die politischen Journalisten in Deutschland.“

Aus welchen Motiven, fragt sich der ScienceFiles-Autor, legen sich diese Nachwuchskräfte der staatlichen Propaganda ausgerechnet für die Mittelmeer-Toten nieder? Die Antwort:

„Schaut, wir sind gute Menschen und nehmen Anteil an Toten, die uns wurscht wären, wären sie in Venezuela gestorben. Schaut wir inszenieren uns und zeigen mit dem Finger auf die, die wir für böse Menschen halten, in der Hoffnung, dass man uns für gute Menschen hält. Schaut, wir haben noch nichts geleistet und auch nicht vor, etwas zu leisten, deshalb müssen wir uns inszenieren und der Welt vorspielen, wir würden etwas leisten. Kurz: Die Mittelmeertoten eignen sich hervorragend dazu, eine nicht vorhandene Persönlichkeit zu inszenieren und mit stolz geschwellter Brust nach Hause zu gehen und vermutlich in 20 Jahren noch zu erzählen, wie man damals Söder im Weg gelegen hat.

In der Zeit, in der die Studenten sich inszeniert haben, hätten sie auch einem Obdachlosen in München ein Mittagessen kaufen können, die Isarwiesen säubern oder im Tierheim aushelfen können. Aber das sind Tätigkeiten, mit Arbeit verbundene Tätigkeiten, noch dazu nützliche Tätigkeiten, die sich nicht mit der Selbstinszenierung als moralisch überlegener Gutmensch vertragen.“

Weshalb diese opportunistischen Tugendprahler keinerlei Wertschätzung verdienten.

Dieser Beitrag erschien zuerst hier

Loading...