Der verlorene Scharia Bezirk Saint-Denis – das Paris der Zukunft?

Marilla Slominski

screenshot YouTube
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Der britische Journalist Andrew Malone hat nach eigener Aussage für seine Reportagen die ganze Welt und vor allem Afrika bereist. In sämtlichen islamischen Ländern sei er respektvoll und freundlich behandelt worden. Jetzt reiste er in den Pariser Vorort Saint-Denis mit hohem muslimischen Bevölkerungsanteil, der immer wieder für negative Schlagzeilen sorgt. Der einzige, der ihm dort die Hand gereicht hätte, wäre ein Rabbi gewesen. alle anderen Bewohner hätten ihm nur ihr Handgelenk angeboten  – keiner von ihnen wollte die Hand eines „Ungläubigen“ berühren. Seine Erlebnisse in Saint-Denis könnten nicht „trauriger und beunruhigender“ sein, so Malone.

Auszüge aus seiner Reportage in der MailOnline

„In der dunstigen Sommernacht klingt und riecht es nach Afrika. Straßenhändler grillen Fleisch in dafür genutzten Einkaufswagen. Die Menschen schubsen, drängeln und schwitzen, dicker Rauch hängt in der Luft. Westafrikanische Frauen verkaufen gefälschte Designer-Klamotten. Gauner mit Sonnenbrillen arbeiten sich durch die Menge. Unter „Burrha, Burrha“-Rufen preisen sie Taschen voller Marlboro-Schachteln an.

Sprachen aus den Sub-Sahara Ländern Elfenbeinküste, Nigeria, Sudan, Eritrea, Kongo, Guinea und Sierra Leone werden gesprochen. Afghanen reden und scherzen in Paschtun, andere Sprachen habe ich noch nie in meinem Leben gehört. Tausende sind unterwegs, sie feilschen, essen, trinken.

Im  World Express Cafe, streiten Männer auf Arabisch. Auf der anderen Straßenseite rauchen Männer Shisha, tiefverschleierte Frauen kaufen ein, immer in Begleitung eines männlichen Angehörigen. Als weißer Europäer ernte ich eigenartige Blicke. Als ich mein Handy zücke, um ein Foto zu machen, baut sich ein junger Mann vor mir auf, wackelt mit seinem Zeigefinger und ruft‘ La! La! La!‘ (Nein! Nein! Nein!).

Das hier ist kein exotischer weit entfernter Ort. Das ist Frankreich. Das ist Paris, nur wenige Kilometer entfernt vom Eiffelturm. Es ist der Bezirk Saint-Denis, in dem die Basilika die Gebeine vieler französischer Könige und Königinnen beherbergt. Ein Bezirk, den selbst der engagierteste Makler kaum noch als „weltoffen“ oder „bohémien“ anpreisen kann. Grund dafür: Die Einwanderung hat ein gigantisches Ausmaß angenommen.

Hier sollen inzwischen mehr als 300.000 illegale Einwanderer leben, viele von ihnen verstrickt in Kriminalität und Schwarzmarkt. Nach offiziellen Angaben leben in Saint-Denis 1.5 Millionen Menschen. 420.000 von ihnen unterhalb der Armutsgrenze, wie ein kürzlich veröffentlichter Parlamentsbericht enthüllte.

Das Problem wird von Tag zu Tag größer. Rund 80 Migranten kommen in Paris alle 24 Stunden an – 550 pro Woche. Viele von ihnen landen in Saint-Denis wegen der guten Verkehrsanbindung, einschließlich der Züge, die von hier Richtung Nordküste und Großbritannien starten.

Die selbstgebauten Zeltlager an der Seine wurden im Mai von der Polizei geräumt. Doch es gibt sie weiterhin, überall schlafen Menschen auf der Straße.

(Foto:Von Harriet Hadfield/shutterstock)
Zeltlager in Paris (Foto:Von Harriet Hadfield/shutterstock)

In Saint-Denis leben 135 verschiedene Nationalitäten, meist extrem arm, unter ihnen 600.000 Muslime aus Nordafrika und der Sun-Sahara Region.

Laut Aussage des Pariser Senators Philippe Dallier werde der Bezirk in zwanzig Jahren ein ethnisches Ghetto mit zwei Millionen Bewohner sein. Das sei eine „Herausforderung“.

Nach einigen Tagen in Saint-Denis ist mir klar, dass diese Gegend für Frankreich verloren ist. Vorbei ist es mit dem französischen Gesetz, der Gleichberechtigung, mit religiöser Freiheit und dem Zugang der Polizei zu diesen Straßen. Hier ist ein paralleler Staat im Staat entstanden, mit eigenen Gesetzen und religiöser Rechtssprechung, hier gilt die Treue zum Islam vor der Treue zu Frankreich.

Hier habe ich Frauen in Vollverschleierung gesehen –  nach französischem Gesetz verboten – doch hier zuckt niemand mit der Wimper. Hier werden offen Drogen verkauft. Hier herrscht das Gesetz der Scharia an den entsprechenden Gerichten. Es ist die selbe Gesetzgebung wie in den Ländern, aus denen so viele geflohen sind. Auch hier werden jetzt andere Religionen und Glaubensrichtungen vertrieben.

Als Helikopter Anfang des Monats Übungsflüge für den Nationalfeiertag über dem Bezirk machten, tat ein Mann so, als schieße er mit einem Maschinengewehr auf sie. Ein anderer schubste ihn bei Seite und gab vor, mit einer Missile Schulter Rakete auf die Helikopter zu zielen. Dazu rief er unter dem Gelächter aller Umstehenden „Boom!“.

Etwas weiter die Straße herunter, wurde eine Frau von einer Menschenmenge umringt, als sie eine riesige Tasche voll mit Handys, Schuhen, Sonnenbrillen und Handtaschen öffnete. Diebesgut, gestohlen von Touristen oder Parisern, das sich schnell verkaufte. Danach löste sich die Menge wieder auf.

Die Polizei hat inzwischen zugegeben, dass es sich hier um eine „No-Go-Zone“ handelt und sie nur noch mit Fahrzeugen durch den Bezirk fahren kann, in jedem sitzen nie weniger als vier Polizisten.

Unterdessen versuchen Politiker der Linken, die Probleme zu leugnen: Anne Hidalgo, sozialistische Bürgermeisterin von Paris, kündigte lautstark an, dass sie Fox News, den Trump-unterstützenden US-Fernsehsender, verklagen wolle, weil der behauptete hatte, es gebe „No-Go-Zonen“ , die nur noch für Muslime zugänglich seien. Die Klage wurde nie eingereicht, aber es ist sicherlich nicht zu leugnen, dass die Zahl der verarmten Migranten in Frankreich eine gefährliche soziale Verlagerung bedeutet.

Die schrecklichen Anschläge im November 2015 durch in Frankreich aufgewachsene IS-Kämpfer zeigten die Probleme, die aus den Immigrantenghettos erwachsen können, schonungslos auf.

Das Gemetzel begann in der Nähe des Stade de France, des nationalen Sportstadions in Saint-Denis, wo einige der Mörder nach den Angriffen Zuflucht suchten. 130 Menschen starben in nur einer Nacht der Gewalt in Bars, Cafés, in Alleen  und in der Konzerthalle Bataclan.

2016 fand der nächste islamische Anschlag statt. In Nizza raste am Nationalfeiertag ein Lastwagen über die Promenade. 87 Menschen starben einschließlich des Täters, 458 wurden verletzt.

Seither hat sich die Situation weiter verschlechtert, auch wenn es glücklicherweise kein weiteres Attentat dieser Größenordnung gab.

Rund 350 bekannte Dschihadisten leben in Saint-Denis, 1700 IS-Kämpfer sollen aus Syrien nach Frankreich zurückgekehrt sein, 15.000 Menschen gehören zu der Gruppe der Terrorverdächtigen.

In Saint-Denis besitzt eine Rekordzahl an Moscheen. Offiziell sollen es 160 sein, inoffiziell sind es weit mehr. Sie stehen 117 katholischen und 90 protestantischen Kirchen gegenüber. Es sind vor allem die sogenannte Hinterhof-Moscheen, die die Behörden am meisten fürchten.

„Die Radikalen nutzen diese versteckten Gebetsstätten, um die Jugendlichen zu beeinflussen und sie zu beeindrucken“, erzählt ein Polizeioffizier, der seit mehr als 20 Jahren in Saint-Denis arbeitet. „Die Salafisten führen die religiösen Regeln ein, wir haben nur noch sehr wenig Einfluss. Sie radikalisieren die Jugendlichen und motivieren sie in Richtung Terror.“

(Foto:Von Harriet Hadfield/shutterstock)
Afrikaner bevölkern die Straßen (Foto:Von Harriet Hadfield/shutterstock)

Ein Großteil des dafür benötigten Geldes stammt aus dem Drogenhandel der Gangs, deren Mitglieder hauptsächlich Muslime sind.

Ich konnte den durchorganisierten florierenden Drogenhandel in einem Hochhaus beobachten. In jedem Stockwerk wurden andere Drogen gehandelt. Marokkaner und Nordafrikaner verkauften Haschisch für rund 3 Euro den Beutel im dritten Stockwerk.

Ein Stockwerk darüber verkauften zwei junge Westafrikaner, der eine mitging der andere mit blond gefärbtem haar, qualitativ hochwertiges „Skunk Marihuana“ für 20 Euro den Beutel.

Weiter oben verkauften ältere Westafrikaner Kokainklumpen für 20 Euro eingewickelt in Plastik. Darüber wurde Heroin verkauft und es soll auch einen Raum zum Spritzen geben.

Ich gab mich einem der Männer als Journalist zu erkennen und fragte ihn, ob wir uns unterhalten könnten. Ein entspannter dicker Kerl in einem roten Ellesse Sporthemd, lächelte mich an und sagte höflich zu mir auf Englisch:  ‚Nein – geh‘. Ich ging.

In den meisten Blocks scheint das Geschäft ähnlich zu laufen. Jugendlichen bewachen die Eingangstüren, „Spähern“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite, weisen auf Polizei- oder anderen Banden hin und der Rest in den Häusern kauft und verkauft Drogen.

Rabbi Yisroel Belinow, 50, ist entweder ein Narr oder sehr mutig. Als ich nahe einer Moschee unterwegs war, sah ich ihn aus seinem Fenster schauen. Sein Haus wurde 2009 mit einer Feuerbombe beschossen und ein koscheres Restaurant nebenan brannte nieder.

Seitdem hat er beobachtet, wie andere Juden aus der Gegend fliehen, und sein sterbender Vater flehte ihn an zu gehen, bevor es zu spät sei. Er kam herunter, um mit mir zu sprechen, lehnte aber meine Einladung ab, mit mir durch die Straßen zu schlendern.

„Meine Eltern sind aus Russland und Polen hierher gekommen“, erzählte er mir. „Als ich ein Kind war, gab es die üblichen Witze zwischen Kindern; wir haben uns über einander lustig gemacht, aber es gab immer eine Grenze. Ich konnte überall hingehen, wo ich wollte, wann immer ich wollte.

„Das Problem sind Menschen, die nach Frankreich kommen und es ändern wollen. Und das Schlimmste ist, dass sie die Menschen zwingen wollen, sich zu ändern. Ich weiß, dass ich anders aussehe. Der Hass ist offensichtlich – Leute spucken, wenn ich vorbeikommen. Ich respektiere dieses Land, weil ich hier geboren wurde. Ich respektiere die Gesetze dieses Landes. Ich respektiere Weihnachten, obwohl es für mich als Jude keine Bedeutung hat. jetzt wollen sie, dass Weihnachten nicht mehr stattfindet. Frankreich existiert seit Tausenden von Jahren. Wenn ich diese Gesetze hier nicht mag, würde ich in ein anderes Land ziehen“, so der Rabbi.

„Es war nicht immer so. Am Anfang wollten viele Franzosen helfen. Die Wohltätigkeit, die diese Leute den neuen Migranten entgegenbrachten, war enorm. Aber dann wachst du auf und realisierst sehr schnell, dass das Ganze nur in einer Richtung funktioniert. Viele Leute sind gegangen“, weiß Rabbi Yisroel Belinow.

Während nur wenige Hundert Gläubige Christen die Messe in der Basilika besuchen, versammeln sich Tausende Muslime zum wöchentlichen Freitagsgebet in den Moscheen. Es sind soviel, dass die Behörden ihnen verboten haben für ihre Gebete die Straßen zu nutzen.

Am meisten leiden die Frauen. Unweit der Drogenhändler vor dem Bahnhof, besuchte ich ein Frauenhospital, gegründet von Ghada Hatem, einer Frauenärztin, die sagt, fast jeder fünfte ihrer Patienten sei Opfer der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM).

Als Spezialistin für die Behandlung dieser Intimverstümmelung, sagt Hatem, die aus dem Libanon kommt, dass sie täglichen Kontakt mit „Frauen hat, die mir von den Schrecken erzählen, die sie zu Hause erleben“.

„Wenn du Mädchen fragst, warum sie das Kopftuch tragen – und es werden immer mehr-sagen sie dir, dass es ein Akt des Glaubens ist. Aber wenn du tiefer nachfragst, kommt heraus , dass sie es tragen müssen, um sicher zu sein, “ weiß Sarah Oussekine, die algerische Wurzeln hat und eine Gruppe namens „Voix d’Elles Rebelles“ in Saint-Denis leitet.

Der Zustrom von Einwanderern nach Saint-Denis hat sich seit der Auflösung des sogenannten Dschungels von Calais  verstärkt.

Ich traf eine Gruppe Migranten, aus Ländern wie Pakistan, Bangladesch, Ghana und Afghanistan, die versuchen nach Großbritannien zu kommen.

»Wir bleiben hier, bis wir nach England kommen«, sagten sie mir. »In London geben sie dir eine Wohnung. Hier lassen sie dich einfach im Park schlafen. Ich werde dort Freunde und eine Freundin finden“, sind sie überzeugt.

Extreme Umstände haben zu einer extremen Situation geführt. Der französischer Intellektuelle Professor Christian Moliner, schlug sogar vor, dass ein paralleler muslimischer Staat in Frankreich entstehen sollte, so dass Muslime, die dies wollten, der Scharia folgen konnten, um Unruhen zu verhindern.

Er glaubt, wenn es dieser Staat nicht entsteht, könnte es in Frankreich einen Bürgerkrieg geben.

„Wir können die 30 Prozent der Muslime, die die Einführung der Scharia fordern, niemals von den Vorzügen unserer Demokratie und unseres Säkularismus überzeugen“, ist der Autor und Islam-Kenner Moliner überzeugt. „Wir erlauben jetzt eine schon die Segregation, ohne sie beim Namen zu nennen.“

Und hier noch ein Video aus dem vergangenen Jahr, was das jetzige Leben auf den Straßen in Paris, der ehemaligen „Stadt der Liebe“, zeigt:

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