Kinderarmut auf Rekord-Niveau, aber NRW-Bürgermeister verlangen mehr Flüchtlinge

Kölns OB Henriette Reker (Bild: shutterstock.com/Von Yulia Reznikov)
Kölns OB Henriette Reker (Bild: shutterstock.com/Von Yulia Reznikov)

Ein Bundesland, zwei Überschriften: „Köln, Bonn und Düsseldorf wollen weitere Flüchtlinge aufnehmen“ und „Kinderarmut in NRW erreicht einen neuen Höchststand“. Nur wenige Tage liegen zwischen den Schlagzeilen von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Neuer Ruhr Zeitung“ (NRZ). Menschen, die noch Verknüpfungen herstellen können, müssten den Kopf schütteln.

Gerade erst hatten die Stadtoberhäupter von Köln, Bonn und Düsseldorf bei Bundeskanzlerin Angela Merkel nach noch mehr Flüchtlingen verlangt, da kommt die Nachricht, dass jedes fünfte Kind in Nordrhein-Westfalen arm ist – neuer Rekord. Die relativ simple Schlussfolgerung müsste lauten, erst einmal den bereits hier lebenden Familien zu helfen, bevor man sich neue Armut ins Land holt – zumal von den Kindern weit weniger Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgehen dürfte als von muslimischen alleinreisenden Männern.

Doch offenbar können Politiker in ihre Blase nicht mehr eins und eins zusammenzählen. In einem gemeinsamen Brief boten die Oberbürgermeister Henriette Reker (Köln), Thomas Geisel (Düsseldorf) und Ashok Sridharan (Bonn) an, noch mehr „in Not geratene Flüchtlinge“ aufzunehmen. Gleichzeitig forderten sie, dass die Seenotrettung im Mittelmeer aus humanitären Gründen wieder ermöglicht werde. „Wir wollen ein Signal für Humanität, für das Recht auf Asyl und für die Integration Geflüchteter setzen“, so die drei Stadtoberhäupter.

Wie schön und selbstgerecht sich das anhört. Doch gleichzeitig verschärft sich die Kinderarmut in dem Bundesland immer weiter – gerade in den Großstädten. Wo ist da das „Signal für Humanität“ der Dame und Herren Bürgermeister. Hier schaut man stillschweigend zu – mit dem selbstgeschaffenen Problem kann man sich schließlich moralisch nicht profilieren.

Die Fakten: Rund eine halbe Million nordrhein-westfälische Kinder unter 15 Jahren leben in sogenannten „Bedarfsgemeinschaften“, die Hartz IV beziehen. Das sind 70.000 mehr als 2012 – also eine satte Steigerung von 14 Prozent. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Kinderarmut in NRW hervorgeht. „Die Autoren sprechen von einem neuen ‚Höchststand‘ der Kinderarmut hierzulande – und das trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs und seit Jahren sinkenden Arbeitslosenzahlen“, schreibt die NRZ. Aber auch das Blatt stellt nicht in Frage, ob es da sinnvoll ist, weitere Armut zu importieren, wenn man schon das erste Problem nicht in den Griff bekommt.

Fazit der Bertelsmann-Stiftung: „Wir verspielen unsere Zukunft.“ Schon jetzt spiele bei der gestiegenen Kinderarmut die Einwanderung eine Rolle. (WS)

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