Ideologie kontra Physik

Kohlekraftwerk (Foto: Von David T. Stephenson/Shutterstock)
Kohlekraftwerk (Foto: Von David T. Stephenson/Shutterstock)

„Flusspegel sinken, Wassertemperaturen steigen: Einer Reihe von Kraftwerken droht das Kühlwasser auszugehen. Erste Anlagen müssen bereits die Leistung drosseln. Ausgerechnet die politisch ungeliebten Braunkohle-Meiler sind gegen die Hitze immun.“

 Von Thomas Schlawig

 Das meldet heute welt.de und schreibt weiter:

Für Stromversorger ist der Sommer normalerweise eine sorglose Zeit: Im Vergleich zum Winter ist der Energieverbrauch der Bürger und Industriebetriebe niedrig. Millionen von Solaranlagen speisen in das System zusätzlich Milliarden Kilowattstunden grüner Energie ein.

Die aktuelle Hitzewelle könnte die Stromversorgung in diesem Sommer allerdings zu einer ungewöhnlich schweißtreibenden Angelegenheit machen. Der Grund: Atom- und Kohlekraftwerke sind auf Kühlwasser aus Flüssen angewiesen. Und das wird langsam knapp.

Wenn nun jedoch einer der Feinde des Sozialismus – in diesem Fall der Sommer – die Finger im Spiel hat, ist alles anders. Und wenn, wie in diesem Sommer, alles zusammenkommt, wird es allmählich brenzlig und in Deutschland könnten die Lichter ausgehen. Denn zur Zeit leiden nicht nur die Kraftwerke an mangelnder Kühlung – obwohl das nur die halbe Wahrheit ist – denn es herrscht zudem eine anhaltende Flaute, welche die Windmühlen zum Stillstand bringt. Der Grüne, ideologiebeladene Spinner wird jetzt mit den Schultern zucken und sagen, bätschi – wir haben ja noch die Solarenergie und die schafft das bei der brennenden Sonne spielend.

Derweil, die Solarpanels lieferten zwar mehr als 20.000 MWh, bei einem deutschen Gesamtverbrauch von gut 70.000 Megawattstunden zu diesem Zeitpunkt, ist das allerdings herzlich wenig. Und woher kommt der Strom in den nahezu 10 Nachtstunden, wenn die Sonne Feierabend hat und eben nicht mehr als Energiespender zur Verfügung steht? Dann sind die einzigen Produzenten von Strom die Kraftwerke. Diejenigen, die der Grüne Spinner abschalten will, weil sie die Umwelt belasten. Aber halt, was ist denn mit den sauberen und äußerst effizienten AKW´s? Aber auch hier hat der Grüne Depp und seine Deppin eine Antwort, die da lautet „Kernenergie – Nein Danke, viel zu gefährlich“.

Nun sinken nicht nur die Pegelstände der deutschen Flüsse, das Wasser wird auch zunehmend wärmer und somit für die Kraftwerke – teilweise – unbrauchbar. Teilweise deswegen, weil es eine Umweltauflage gibt, die den Kraftwerksbetreibern untersagt, genutztes Kühlwasser, welches einen bestimmten Wert überschreitet, in die Flüsse einzuleiten. Der Karlsruher Rheinhafen musste daher bereits im Kraftwerksblock RDK 7 seine Leistung um 140 Megawatt drosseln.

Selbst die Kühltürme der Kraftwerke liefern zur Zeit nur noch 30° warmes und somit unbrauchbares „Kühlwasser“. So musste ebenfalls das  Steinkohle-Kraftwerk Bergkamen A seine Leistung am Mittwoch um 150 Megawatt drosseln.

Wenn Trockenheit und Höchsttemperaturen so bleiben wie vorhergesagt, werden weitere Kraftwerke an deutschen und europäischen Standorten Probleme bekommen.

Das Fachportal „Montel“ Robin Girmes von der Agentur „EnergyWeather“ sagt voraus, dass Kraftwerke nicht mehr uneingeschränkt Kühlwasser aus den Flüssen entnehmen könnten, da sich in der Elbe, der Weser und dem Neckar sowie in der Schweizer Aare und der Loire in Frankreich die Temperaturen einem Niveau nähern, ab dem es zur Kühlung unbrauchbar wird.

Bereits jetzt werden an einigen Messstellen an der deutsch-niederländischen Grenze bereits Wassertemperaturen von 25 Grad Celsius gemessen.

„Wenn das über 26 Grad geht – und das ist nur eine Frage von zwei bis drei Tagen – dann kommt es zu massiven Einschränkungen in den Beneluxländern.“

[…] „Die Loire sollte nächste Woche 28 Grad erreichen und die Elbe und die Aare sind schon über 23 Grad.“

Sollte sich der Rhein so erwärmen wie prognostiziert, müsste das Großkraftwerk Mannheim in der kommenden Woche seine Leistung von 2000 Megawatt um 60 Prozent reduzieren.

Das würde im mit Kraftwerken unterversorgten Süddeutschland zu einer Energiekrise führen. Daher hat das Großkraftwerk Mannheim bereits bei der Landesregierung beantragt, zumindest den neusten Kraftwerksblock 9 mit rund 900 Megawatt Leistung weiter am Netz zu lassen, auch wenn sich das Rheinwasser auf über 28° erwärmen sollte.

Vorausschauende und kluge Leute haben mit Blick auf eine stabile Energieversorgung  für das Kernkraftwerk Emsland bei Lingen eigens einen Kühlwassersee angelegt. Das „Speicherbecken Geeste“ dient aber nicht nur dem Kraftwerk sondern ist gleichzeitig ein  Naherholungsgebiet für Windsurfer und Badegäste. Zudem gilt das 50-Hektar-Biotop in der Region auch als Glücksfall für den Naturschutz. Es hatte also einst alles einmal seinen Sinn. Dieses Kraftwerk wurde Anfang der 80er Jahre gebaut, als die Grünen noch nicht als reiner Störfall in Deutschland ihr Unwesen trieben.

Im Gegensatz zum AKW Lingen wird im schleswig-holsteinischen AKW Brokdorf die Lage langsam grenzwertig. Ab einer Wassertemperatur der Elbe von 23° muss hier die Kraftwerksleistung reduziert werden, um die wasserrechtliche Einleiterlaubnis für das Kühlwasser einzuhalten. Bisher war eine Lastabsenkung nicht erforderlich, da die aktuelle Elbwassertemperatur gerade 23 Grad Celsius beträgt. Das kann sich jedoch schnell ändern. Dann gibt es auch hier Probleme bei der Stromversorgung von Norddeutschland, denn die „Stromspeicher für die Energiewende“, die norwegischen Wasserkraftwerke, führen wegen der Dürre kaum noch Wasser, was Norwegen selbst zum Stromimporteur macht.

Einzig die riesigen Braunkohle-Anlagen im Rheinischen Revier und in der Lausitz laufen absolut problemlos und liefern jederzeit ohne Einschränkung Strom. Auch hier war Weitsicht und Klugheit ursächlich, denn die Kraftwerke werden hauptsächlich mit Grubenwasser aus den anliegenden Tagebauen gekühlt, welches  Sommer wie Winter nicht kälter und nicht wärmer als rund 20 Grad ist, wenn es aus dem Boden kommt. Leider gelten diese Kraftwerke unter den grünen und linken Ideologen als besonders schmutzig, weil sie das „Klimakiller“ CO2 freisetzen, was inzwischen allerdings längst widerlegt ist.

 

Foto: Thomas Schlawig, Text: http://klimaforschung.net/

Selbiges gilt auch für das Großkraftwerk Boxberg in der Oberlausitz, welches sein Kühlwasser zwar hauptsächlich aus dem Schwarzen Schöps und der Spree entnimmt, doch der Tagebau Reichwalde leitet sein Grubenwasser dem Flußsystem zu, so dass eine Kühlwasserknappheit auch hier nicht zu befürchten ist, weil der Tagebau mehr Wasser einleitet, als das Kraftwerk entnimmt. Auch hier kann man nur von energiepolitischer Weitsicht und Klugheit der Verantwortlichen sprechen.

Die „klimaschädlichen“ Kohlekraftwerke sind somit die Retter in der Not für die Energieversorgung in Deutschland.

Ausgerechnet die Braunkohlekraftwerke sollen jedoch nach dem Willen der „Bundesregierung“ aus ideologischen Gründen abgeschaltet werden, obwohl sie rund ein Viertel des deutschen Stromverbrauchs decken. Ideologie und Vernunft sowie Weitsicht und vor allem Versorgungssicherheit  passen nicht zusammen. Sie verhalten sich wie Feuer und Wasser. Deutschland kann froh sein, dass es sich in einem Punkt schon auf dem Niveau eines Dritte-Welt-Landes befindet. Wären hier Klimaanlagen ebenso verbreitet, die wie in südlichen Ländern oder gar den USA rund um die Uhr laufen, wäre der Black Out bereits längst eingetreten. Früher oder später wird es jedoch unweigerlich dazu kommen, egal ob im Sommer oder im Winter. Spätestens dann werden auch diejenigen aufwachen, die abgeschottet in den Speck- und Rotweingürteln der Städte leben und im großen SUV ihre Kinder zu Schule fahren und Brötchen holen, in klimatisierten Häusern wohnen und mehrmals im Jahr Fernreisen mit dem Flugzeug machen. Dieses scheinheilige „Bürgertum“  wählt dann Grün, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Ihr Aufwachen wird allerdings bitter werden. Sie haben es sich jedoch redlich verdient.

„Einem blöden Menschen nützt es überhaupt nichts, ihm dauernd zu sagen, dass er blöd ist, weil er viel zu blöd ist, das zu begreifen“ Joseph Conrad (1857-1924)

 

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