Streit mit Trump: Amerikaner boykottieren Harley-Davidson – Gewinn bricht ein

Die "Bikers for Trump" gehören zum Stadtbild vieler amerikanischer Städte. Foto: Shutterstock

Im Streit mit Donald Trump hat sich Harley-Davidson verzockt: Die Biker und treuesten Kunden stellen sich auf die Seite des US-Präsidenten und rufen zum Boykott der Kultmarke auf. Der wirkt: Umsatz und Gewinn brachen im zweiten Quartal mächtig ein. Die EU wollte mit Strafzöllen auf die Maschinen Trump schwächen – ein Eigentor.

Die meisten Harley-Fahrer sind treue Trump-Fans. Das bringt sie in ein Dilemma, aber jetzt haben sie klar Position bezogen: Gegen ihre Lieblingsmarke aus Milwaukee und für den 72-Jährigen: „Wir sind auf der Seite des Präsidenten. Er hat zu 100 Prozent Recht“, sagte „Bikers-for-Trump“-Boss, Chris Cox, auf Fox News. Gleichzeitig kündigte er dem Unternehmen die Treue: „Wir haben Harley Davidson immer geliebt, in guten wie in schlechten Zeiten.“ Aber man sei überzeugt, dass „Trump die Firma zurecht angreift“.

Trumps Drohung wirkte – Amis boykottieren Harley

Hintergrund ist die Ankündigung des Motorrad-Herstellers, aufgrund der im Handelsstreit erhobenen höheren EU-Zölle Teile der Produktion nach Europa zu verlagern. Diese Pläne hatte Trump massiv angegriffen: „Harley-Davidson muss komplett in Amerika bleiben – bei dem Volk, das Euch den Erfolg gebracht hat.“ Er und auch „Ihre Kunden werden das niemals vergessen“, drohte er. Und behielt Recht. Besonders eindrucksvoll ist das am Verkauf von T-Shirts, Halsketten und Kopftüchern zu erkennen. Kaum ein Ami greift noch zu.

Die EU hatte mit der Strafaktion darauf spekuliert, Trump Stammwähler abspenstig zu machen und ihn so an einer empfindlichen Stelle zu treffen. Doch der US-Präsident knickte nicht ein blies zum Angriff auf Harley-Davidson. Die Fabrikverlagerungen seien der „Anfang vom Ende“ des Unternehmens. Nicht nur die „Bikers for Trump“, sondern auch andere Kunden zeigen der Traditionsfirma jetzt die kalte Schulter. Im zweiten Quartal kauften die Amis 6,4 Prozent weniger Harleys als im Vorjahreszeitraum. Es waren nur noch 46.490 Stück, teilte das Unternehmen mit. Auch der Gewinn brach um mehr als sechs Prozent auf 242,3 Millionen Dollar ein. Der Umsatz sank um drei Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar.

Ohrfeige für Harley-Davidson – und die EU

Dass der Einbruch nicht noch deutlicher ausfiel, verdankt Harley seinem Auslandsgeschäft: Hier stieg der Absatz um 0,7 Prozent auf 31.938 Maschinen. Aber gerade das internationale Business ist nun in Gefahr. Die Anhebung der EU-Zölle auf die Motorräder von sechs auf 31 Prozent würde die Maschinen um rund 2200 Euro verteuern. Preissteigerungen will das Unternehmen jedoch verhindern. Bis die Verlagerung ins Ausland abgeschlossen ist, plant Harley-Davidson, die Kosten durch die Zölle selbst zu tragen.

Doch das schert die Wähler in den USA wenig. Die „Bikers for Trump“ starteten jetzt eine Spenden-Kampagne für die nächste Trump-Kandidatur in zwei Jahren. Eine Ohrfeige für Harley-Davidson – und die EU. (WS)

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