Kuwait: Islamischer Instagram-Star gibt die „Sklavenhalterin“

Marilla Slominski

screenshot Youtube
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Eine bekannte kuwaitische Instagram-Schönheit handelt sich gerade mächtig Ärger ein. Sie hatte die neue Gesetzgebung in Kuwait kritisiert, die philippinischen Angestellten mehr Rechte einräumt. „Ich kann doch keine Bediensteten beschäftigen, die ihren Pass behalten dürfen“, hatte sich die Make-up Künstlerin empört.

Von Marilla Slominski

Die Muslima Sondos Alqattan zeigte sich in einem Video, sitzend in einem Luxusschlitten, regelrecht wütend darüber, dass den rund 700.000 Bediensteten von den Philippinen jetzt auch noch ein freier Tag pro Woche zugestanden werden soll, berichtet MailOnline. 

„Was soll ich mit einer Angestellten, die ihren Pass behalten darf? Was wirklich schlimm ist, ist, dass sie jetzt auch jede Woche einen freien Tag bekommen soll. Was ist, wenn sie abhaut und in ihr Land zurückkehrt? Wer zahlt mir den Schaden?“, so die muslimische Schönheit in „Sklavenhalter-Manier“.

Die Korangläubige, die auf Instagram immerhin mehr als 2.3 Millionen Follower hatte, legte nach: „Ehrlich, ich stimme diesem Gesetz nicht zu. Ich will keine philippinischen Angestellten mehr.“

Seit Mai gelten für die hunderttausenden überwiegend weiblichen Angestellten in Kuwait neue Regeln, die ihr Sklavenleben etwas verbessern sollen. Fälle von schwerster Misshandlung der meist christlichen Angestellten bis hin zum Mord hatten international für Aufsehen und Kritik gesorgt (jouwatch berichtete). Daraufhin hatte es monatelang diplomatischen Spannungen zwischen den Phillippinen und Kuwait gegeben.

Im Februar hatten die Philippinen ein Ausreise-Bann für ihre eigenen Bürger verhängt, nachdem in Kuwait die Leiche der 29-jährige Joanna Daniela Demafelis  in dem Kühlschrank eines verlassenen Appartements gefunden worden war. Im vergangenen Jahr soll eine Kuwaiterin von den Behörden angeklagt worden sein. Sie hatte ihre Hausangestellte dabei gefilmt, wie die sich verzweifelt versuchte, am Fenster festzuhalten und um Hilfe flehte, bevor sie mehrere Stockwerke tief auf eine metallene Markise fiel. In dem Video ist zu hören, wie die Kuwaiterin ihre Angestellte eine „Verrückte“ nennt.

Nach dem „Sklaven-Halter“-Auftritt von Sondos Alqattan kündigten nun Kosmetikfirmen wie Max Factor und Chelsea Beautique ihre Zusammenarbeit mit der arabische Kopftuch-Schönheit auf. Auch der französische Parfum-Hersteller M Micallef zeigte sich angesichts der Aussagen „geschockt“ und gab laut Gulf News an, nicht mehr mit ihr arbeiten zu wollen. Andere internationale Kosmetikfirmen wie MAC Cosmetics, Shisheido, Etudes House und Anastasia Beverly Hills, hätten den Vorfall bisher noch nicht kommentiert, so Gulf News.

Doch die Kritik der „Ungläubigen“ stört Sondos Alqattan wenig: „Was haben Menschenrechte damit zu tun, dass eine Dienstmagd ihren Pass behalten darf? Selbst unsere Kinder dürfen nicht mit ihrem eigenen Pass rumlaufen?“, so die uneinsichtige Antwort der Korangläubigen.

Rund 700.000 Bediensteten arbeiten in dem arabischen Wüstenstaat für die vier Millionen islamischen Einwohner und sorgen rund um die Uhr für deren Wohlbefinden.

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